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März 2022

13Mär(Mär 13)10:0005Jun(Jun 5)18:00HabitateSchloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin

Veranstaltungsdetails

Ab Sonntag, dem 13. März 2022, zeigt die Kommunale Galerie m Schloss Biesdorf die Ausstellung „HABITATE“ mit Arbeiten von: Costantino Ciervo, Lioba von den Driesch, Stefan Fahrnländer, Helga Franz, Susanne Hegmann, Andreas Greiner, Christina Paetsch, Gert Pötschig, Christine Schulz, Thomas Wrede.
Die Ausstellung ist bis zum Pfingstsonntag, den 6. Juni 2022, im Schloss Biesdorf zu sehen. Soft Opening am* Samstag, dem 13. März 2022, von 14:00 bis 21.00 Uhr.*

Klimaveränderung, das Verschwinden von Tier – und Pflanzenarten, der Verlust von Lebensräumen und Ressourcen sind zentrale Themen unserer Gegenwart. Komplexe wissenschaftliche Untersuchungen zu Ursachen und Folgen dieser Entwicklungen ergründen mögliche Handlungsfelder um diese Prozesse zu verlangsamen. Initiativen und Aktionsprogramme wachsen zu globalen Netzwerken mit dem Ziel eine für alle lebenswerte Zukunft zu schaffen.
Dem analytischen Blick der Wissenschaft und den politischen Aktionen und Programmen stellt die Ausstellung „Habitate“ jetzt zehn künstlerische Positionen gegenüber, der ursprüngliche Habitatsbegriff wird im Kontext des individuellen künstlerischen Arbeitens erweitert.
In Installationen, Videoarbeiten, Fotografien, Objekten und Zeichnungen verorten Künstlerinnen und Künstler politische und ökonomische Verflechtungen im komplexen Verhältnis zwischen Mensch und Natur mit Themen wie Verlust, Bedrohung und Verdrängung aber auch Erhalt, Schutz und Schönheit fragiler Lebensräume, teils fragmentarisch, teils mit ausgeprägter Intention. Ein großer Teil der gezeigten Werke wurde für die Ausstellung im Schloss Biesdorf neu entwickelt.

Künstlerische Positionen der Ausstellung:

Costantino Ciervo zeigt die Wandarbeit „Mare Nostrum“ und die mehrteilige Installation mit alten Nähmaschinen „Sew in the Sea“. In beiden Arbeiten geht es um das Sterben Geflüchteter im Mittelmeer. In animierten Videos werden ein poetischer Text von Marco Mantello sowie recherchierte Daten von Schiffsunglücken in signalroter Farbe in die Meeresoberfläche „gestickt“.

Lioba van den Driesch zeigt in der Ausstellung die Videoarbeit „ene meine mu“, ein Animationsvideo, das das Verschwinden von Arten im Hinblick auf Kindheitserinnerungen der Künstlerin in Szene setzt. Mit Wasser auf Schiefertafeln gebrachte animalische Formen verschwinden unwiederbringlich durch das Aufheizen der Platten.

Stefan Fahrnländer, der Tradition des europäischen Tafelbildes verpflichtet, arbeitet mit sehr heutigen Techniken, die einem Diskurs verpflichtet sind, in dem die Kategorie des „Malerischen“ nicht mehr an die überkommenen Modi der Malerei zurückgebunden wird.
Erinnerungsbruchstücke des ersten Maschinenzeitalters mit seinen Dampfmaschinen, gezeichnet mit vielfältigen heutigen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, lassen eintauchen in sinnlich wahrnehmbare Formen, in denen die Idee zum Prinzip Heimat und anderen wichtigen aktuellen Fragestellungen aufscheint.

Helga Franz wendet in ihren neuen Arbeiten den Begriff des Habitats auf ökonomisch initiierte Verflechtungen und zugleich mentale Verortungen an. Ihre Objekte und Installationen fragen nach der Endlichkeit natürlicher Ressourcen. Die Künstlerin zeigt drei installativ verbundene Arbeiten. Mehr als 100 Kilo schwer lagern die an einen geologischen Bohrkern erinnernden massiven Zylinder aus Bienenwachsen horizontal auf gebogenem Panzerglas in der Arbeit „Cera flava trichromatisch“. Die kinetischen Installationen „bigelb“ und „Leguminosenschreiber schwarz“ arbeiten mit den seit Jahrtausenden durch die Menschheit genutzten Nahrungsquellen Linsen und Honig.

Andreas Greiner arbeitet mit zeitbasierten Skulpturen unter Einbeziehung dynamischer und unkontrollierbarer Variablen. Zu seiner Praxis gehört es, sich mit möglichen Erweiterungen von klassischen Parametern in der Bildhauerei auseinanderzusetzen. Inhaltlich konzentriert er sich auf den Einfluss anthropogener Eingriffe in die Form und Evolution von „Natur“. In der im Schloss Biesdorf gezeigten Videoarbeit wird mithilfe eines Deep-Learning Algorithmus, der mit Tausenden Bildaufnahmen von Wäldern gespeist wurde, einen digitaler Wald neu entstehen.
Die künstliche Intelligenz erweitert den menschlichen Blick und ermöglicht über ihre spezifische Ästhetik ein neues Reflektieren über das Verhältnis von Mensch, Natur und Technik, jetzt und in Zukunft.

Susanne Hegmann erweitert den Begriff des Habitats für ihre Installation im Schloss Biesdorf so, dass er die Natur im Allgemeinen umfasst, die menschliche Natur im Besonderen, darin die Spezies des Künstlers in den Blick nimmt und ganz spezifisch den Lebensraum der Künstlerin Susanne Hegmann fokussiert. Die Künstlerin inszeniert eine assoziative Auseinandersetzung mit Natur, Kunst und Künstlichkeit, Natur und ihrem Abbild – sowohl dem direkten, photographischen, vermeintlich objektiven, als auch dem daraus abgeleiteten subjektiven, künstlerischen, z.B. in Form einer Zeichnung.

Christina Paetsch beschäftigt sich mit Wahrnehmungsprozessen im Spannungsfeld von Ekel und Schönheit, von Natur und Künstlichkeit. Ihre Werke arbeiten mit dem Prinzip der Collage in den Aktionsfeldern Fotografie, Video und Installation. Die aktuellen Arbeiten im Schloss Biesdorf beschäftigen sich mit Gefangenschaften in fiktiven Lebensräumen. Eine Installation aus großformatigen Fotos gepaart mit einem Duschvorhang hinter dem einem Gugelhupf seine letzte Stunde schlägt. Kaninchen in Käfighaltung, sowie verzweifelte Marshmallows hinter Gittern.

Im Rahmen der Ausstellung ist auch ein Bild von Gert Pötschig zu sehen (Leihgabe aus dem Dokumentationszentrum Alltagskultur und Kunst aus der DDR Beeskow / Eisenhüttenstadt) Das malerische Werk Gert Pötschigs ist von Landschafts- und Stadtansichten geprägt. Das Ölbild „Tagebaulandschaft 1“ entstand 1986 in der ehemaligen DDR und zeigt die aufgerissene Erde eines Tagebaues in verschwommenem, fast romantischen Licht.

Christine Schulz greift in ihren ortsspezifischen Installationen aus unterschiedlichen Materialien wie Metall, Plexiglas und Leuchtkästen, aktuelle Fragestellungen zu unserer Kultur auf. Dazu verwendet sie neben den raumgreifenden Konstruktionen selbstgefilmte Aufnahmen und gefundene Bilder aus dem Internet und aus Spielfilmen. In ihrer aktuellen Installation stehen Bilder und Filme von Primaten im Fokus.

Seit 2018 arbeitet der Fotograf Thomas Wrede an verschiedenen Werkreihen über das Abschmelzen der alpinen Gletscher. Hierbei interessieren ihn besonders die mit Vliesabdeckungen verhüllten Gletscher. Die großformatigen Fotografien im Oktogon des Schlosses Biesdorf sind an dem in der Schweiz gelegenen Rhone Gletscher mit seiner Gletscherhöhle (2300 Hm) entstanden und zeigen spannungsreiche Detailansichten vom Inneren und vom Äußeren des Gletschers.

Weitere Informationen zum Schloss Biesdorf, den Ausstellungen, Veranstaltungen und den Angeboten der Kunstvermittlung auf der Webseite des Schlosses.

Schloss Biesdorf
Alt Biesdorf 55
12683 Berlin

Weitere Informationen zur Kultur in Marzahn-Hellersdorf Internet unter www.kultur-marzahn-hellersdorf.de

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Zeit

März 13 (Sonntag) 10:00 - Juni 5 (Sonntag) 18:00

Ort

Schloss Biesdorf

Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin

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