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Mahlsdorf
Sonntag, Juni 13, 2021
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Happy Birthday, Heimat: Mahlsdorf wird heute 675 Jahre alt! 🎉

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JubilĂ€en des eigenen Zuhauses feiert man ja selten. Heute ist aber so ein Tag. Unser Mahlsdorf wird heute exakt 675 Jahre alt. Im Jahr 1345 wurde das StĂŒckchen Land, auf dem wir leben bzw. fĂŒr das wir großes Interesse hegen, zum ersten Mal urkundlich erwĂ€hnt. FĂŒr die Bebilderung des Beitrags haben wir ein Foto der beiden Ă€ltesten Mahlsdorfer gewĂ€hlt: Auf dem Bild seht Ihr die Alte Pfarrkirche in der Hönower Straße (erbaut vor dem Jahr 1250) und die Mahlsdorfer Linde. Das zehn Meter hohe Naturdenkmal mit einem Umfang von 4,45 Metern ist mittlerweile mehr als 300 Jahre alt.
Die „Mahlsdorf LIVE”-Redaktion nimmt den 675. Geburtstag unseres Ortsteils als Anlass, in den kommenden Monaten immer wieder ĂŒber historische Mahlsdorfer Ereignisse oder geschichtlich bedeutende VorgĂ€nge zu berichten. Dazu konnten wir mit der Historikerin Dr. Christa HĂŒbner, welche als stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorfs wirkt, sich seit mehr als als 20 Jahren mit der Geschichte des Bezirks Marzahn-Hellersdorf beschĂ€ftigt und an vielen Ausstellungen des Bezirksmuseums mitgewirkt hat, gewinnen. Ihren Text, wie alles in Mahlsdorf begann, findet Ihr unten. Weitere ĂŒber die Entwicklung unserer Heimat werden folgen.

Wir haben aber auch noch eine Bitte: Viele von Euch (bzw. Eure Familien) leben seit Jahrzehnten und sogar Jahrhunderten in Mahlsdorf. Sollten sich also alte Fotos, Karten oder SchriftstĂŒcke zu Mahlsdorf in Eurem Besitz befinden, wĂ€re es toll, wenn wir diese veröffentlichen könnten. Schreibt uns diesbezĂŒglich gern an hier per PN, unter MahlsdorfLive@gmail.com oder unter 01763072848. Vielen Dank und nun eine schöne Geburtstagsfeier!

💱Die Geburtsstunde von Mahlsdorf

Von Dr. Christa HĂŒbner

Der 25. Januar 2020 ist fĂŒr die Geschichte Mahlsdorfs ein bedeutendes Datum. An diesem Tag jĂ€hrt sich zum 675. Male der Tag, an dem der Ort das erste Mal urkundlich erwĂ€hnt wurde. Mit dieser Urkunde, die sich heute im Geheimen Staatsarchiv Preussischer Kulturbesitz in Dahlem befindet, bestĂ€tigte der damalige brandenburgische Markgraf Ludwig, genannt der Ältere, den Verkauf von „Malterstorp“ durch den Ritter Tyle RĂŒtheling an Otto von Kethelitz. Die Ortsbezeichnung leitet sich wahrscheinlich von dem mittelniederdeutschen Personennamen „Malter“ her, auch wurde ein Getreidemaß als „malter“ bezeichnet. Schon allein aus der Tatsache, dass in dem Dokument der Verkauf von Mahlsdorf von einem an einen anderen Besitzer beurkundet wird, ergibt sich, dass das Dorf Ă€lter als 675 Jahre sein muss. Wann es tatsĂ€chlich gegrĂŒndet wurde ist jedoch unbekannt. Es gibt indes Hinweise, dass dies bereits um 1200 geschah. So wird die Alte Pfarrkirche in der Hönower Straße (Foto) auf die Zeit um 1250 datiert. Da es aber keine frĂŒhere Urkunde gibt, wird – wie auch anderswo ĂŒblich – am Jahrestag der ErsterwĂ€hnung der „GrĂŒndungstag“ von Mahlsdorf begangen.
Zu einer solchen DorfgrĂŒndung beauftragte der Landesherr, dem zunĂ€chst der gesamte Grund und Boden gehörte, einen sogenannten Lokator, der Bauern anwarb und die mit der Anlage des Dorfes verbundenen Maßnahmen leitete. Mahlsdorf wurde als Straßendorf angelegt, bei dem sich die Gehöfte nördlich und sĂŒdlich der Straße von Berlin nach Frankfurt/Oder entlang der heutigen Hönower Straße und des Hultschiner Damms aneinanderreihten.
Die Neusiedler brachten als damals fortschrittliche Wirtschaftsform die Dreifelderwirtschaft mit. Die Feldmark wurde in drei Teile geteilt, von denen im Wechsel eines mit Wintergetreide und eines mit Sommergetreide bestellt wurde, das dritte lag brach. Zudem wurde jedes Feld in so viele Streifen geteilt, wie das Dorf Hufen hatte. Eine Hufe umfasste abhĂ€ngig von der BodenqualitĂ€t etwa neun bis 18 Hektar. Da es keine Wege zwischen den Hufen gab, mussten alle Felder zur selben Zeit mit der gleichen Ackerfrucht bestellt und gleichzeitig abgeerntet werden („Flurzwang“).
Außer den Bauern gab es KossĂ€ten im Dorf, die nur einen grĂ¶ĂŸeren Hof besaßen und keinen Anteil am Hufenland hatten. Hufenbauern und KossĂ€ten mussten von ihren landwirtschaftlichen ErtrĂ€gen Abgaben leisten und Dienste fĂŒr den Dorfherrn verrichten. Aus der „GrĂŒndungsurkunde“ von 1345 erfahren wir leider nichts ĂŒber das Dorf selbst.
Etwas mehr Auskunft gibt das Landbuch Karls IV. aus dem Jahre 1375. Der Kaiser, dem die Mark Brandenburg seit 1373 gehörte, ließ dieses Verzeichnis anfertigen, um sich einen Überblick ĂŒber seinen neuen Besitz zu verschaffen. Laut Landbuch verfĂŒgte Mahlsdorf ĂŒber 50 Hufen Ackerland. Die Zahl der Bauern wird leider nicht mitgeteilt, es ist aber die recht hohe Zahl von 19 KossĂ€ten vermerkt. Mitgeteilt wird auch, das im Dorf ein Gutshof bestand, der den neuen Dorfherren RĂŒdiger und Otto Falkenberg gehörte und fĂŒnf Hufen umfasste. Außerdem bezogen mehrere andere Personen EinkĂŒnfte aus Mahlsdorf. Auch ein Krug ist genannt, womit erstmals die Existenz eines Dorfgasthofes nachgewiesen ist.

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