Asphalt wird nicht geliefert: Hönower Straße bleibt womöglich noch tagelang gesperrt

Die Hönower Straße bleibt auch zwei Tage nach dem Wasserrohrbruch am Mittwoch vollständig für den motorisierten Verkehr gesperrt. Anwohner, Beschäftigte und Pendler müssen weiterhin Umwege in Kauf nehmen, während die Straßenbahnlinie 62 inzwischen wieder regulär fährt – allerdings mit Einschränkungen an den Tagen der Reparatur. 


Am 14. Januar war gegen 11.37 Uhr auf Höhe der Hausnummer 53 eine rund 30 Zentimeter starke Trinkwasserleitung aus Grauguss geplatzt. Das ausströmende Wasser überflutete eine der meistbefahrenen Verkehrsadern in Mahlsdorf und unterspülte den Straßenkörper der Hönower Straße so stark, dass eine vollständige Sperrung unvermeidlich wurde. 


Laut Presse­sprecher Stefan Natz von den Berliner Wasserbetrieben war es nicht möglich, den Schaden mit einer einfachen Dichtschelle zu beheben. In der Nacht wurde ein Rundriss an der Leitung entdeckt, sodass entschieden wurde, ein neues Rohrstück zu beschaffen und einzusetzen. Die beschädigte Leitung wurde inzwischen ersetzt und der Graben nach Angaben der Wasserbetriebe wieder verfüllt.


Auch der Straßenbahnverkehr der Linie 62, der zunächst komplett unterbrochen worden war, rollt seit Freitagmorgen mittlerweile wieder weitgehend nach Fahrplan. In den ersten Stunden nach dem Rohrbruch musste zwischen Ledebourstraße und Bahnhof Mahlsdorf ein Ersatzverkehr eingerichtet werden. Mittlerweile teilt die BVG mit, dass der reguläre Trambahnbetrieb wieder aufgenommen wurde.


Nun aber das Problem: Die Straße ist zwar verfüllt und in ihrer Unterkonstruktion wieder hergestellt, doch der finale Asphaltbelag fehlt weiterhin. Der Grund dafür ist witterungsbedingt: Bei den aktuell tiefen Temperaturen und wiederkehrendem Frost lohnt sich für das Asphaltwerk die Produktion und Auslieferung nicht, so Stephan Natz, Pressesprecher der Wasserbetriebe gegenüber „Alles Mahlsdorf“. Asphalt wird zwar heiß produziert und kann unter bestimmten Bedingungen auch bei kühlerem Wetter eingebaut werden, doch braucht der Straßenbaustoff eine ausreichend hohe Temperatur, um ordentlich abgebunden und verdichtet zu werden – ideal sind Luft- und Boden­temperaturen über dem Gefrierpunkt und trockenes Wetter. Bei Frost kühlt das Material zu schnell aus, Verdichtung und Bindung sind dann nicht gewährleistet. Und eben jene benötigten Witterungsbedingungen sind in den kommenden Tagen nicht gegeben.


Zudem müssen erst andere, aktuell ruhende Baustellen wieder anlaufen, damit sich für das Asphaltwerk ein transportabler Auftrag „lohnt“. Das bedeutet: Solange weitere größere Baustellen nicht wieder geöffnet werden und die Temperaturen konstant oberhalb von Null bleiben, bleibt auch das Asphaltieren der Hönower Straße auf Eis liegen. Sobald das Material verfügbar ist, wird nach Angaben der Wasserbetriebe mit ein bis zwei Tagen zusätzlicher Bauzeit gerechnet, um die neue Deckschicht fachgerecht einzubauen und zu verdichten. 


Vor allem Pendlerinnen und Pendler sowie Lieferverkehr sind von der Sperrung betroffen. Umleitungen führen unter anderem durch Nebenstraßen wie die Fritz-Reuter-Straße oder den Wilhelmsmühlenweg. Ein genauer Termin für die Wiedereröffnung der Hönower Straße für den Individualverkehr steht derzeit noch nicht fest.

Fotos: Frank Mannigel

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