Wenn am kommenden Sonntag Eintracht Mahlsdorf auf den SV Lichtenberg 47 trifft, ist pünktlich mit dem Anpfiff 13 Uhr alles angerichtet für ein echtes Highlight der Oberliga. Dritter gegen Zweiter, formstark gegen torhungrig. Und mittendrin ein direkter Schlagabtausch im Rennen um Platz zwei.
Die Ausgangslage ist klar: Der Tabellenführer, Tasmania Berlin ist mit einem komfortablen Vorsprung und mittlerweile zehn Punkten Vorsprung auf die Eintracht enteilt, auch wenn ein Spiel mehr absolviert wurde. Platz 2 aber ist noch heiß umkämpft. Das Team um Trainer Karsten Heine geht mit breiter Brust in die Partie. Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen, dazu im Jahr 2026 noch ungeschlagen – Mahlsdorf hat einen Lauf. Besonders beeindruckend: die Balance zwischen Offensive und Defensive. Während vorne regelmäßig getroffen wird, stellt das Team zugleich eine der stabilsten Abwehrreihen der Liga, nur die TSG Neustrelitz und Tasmania kassierten bislang weniger Gegentore.
Im Angriff ruht die Hoffnung vor allem auf Nils Stettin. Mit bereits 20 Treffern ist der 29-Jährige der Topstürmer der Oberliga und ein ständiger Unruheherd für jede Defensive. Doch mit Lichtenberg reist eine Mannschaft an, die im Angriff neue Maßstäbe setzt. 57 Tore in 19 Spielen sprechen eine deutliche Sprache, kein Team ist so durchschlagskräftig. Dass dieses Spiel ein Offensivspektakel werden könnte, ist also mehr als nur eine Vermutung. Das unterstreicht auch der Blick in die jüngere Vergangenheit. 4:3 gewann Lichtenberg das Hinspiel im Hans-Zoschke-Stadion in der Normannenstraße, insgesamt fielen in den letzten drei direkten Duellen satte 14 Tore. Die Fans dürfen sich also erneut auf einen offenen Schlagabtausch einstellen.
Auch abseits des Platzes sorgt Mahlsdorf für Aufmerksamkeit. Für das Spitzenspiel haben sich die „Lilanen“ ein Gewinnspiel auf ihrem Instagram-Kanal ausgedacht. Wer den Spielbeitrag liked und mit Spitzenspiel“ kommentiert, kann Eintrittskarten gewinnen. Zudem gibt es durch die aktive Fanszene der „Supporters Mahlsdorf“ besondere Getränkebecher zum 130-jährigen Jubiläum des Vereins. Noch bedeutender ist jedoch die strategische Ausrichtung des Vereins. Mahlsdorf setzt wieder verstärkt auf den eigenen Nachwuchs. Mit Maurice Langer, Ole Schenk und Collin Quiring wurden gleich drei Talente aus dem eigenen Umfeld, der U19, langfristig gebunden. Langer, Innenverteidiger, ist seit 13 Jahren im Verein verwurzelt. Schenk, ein klassischer Sechser, trägt seit 2015 das Mahlsdorfer Trikot, und Collin Quiring kehrt nach Stationen beim BFC und bei Viktoria Berlin zurück an den Rosenhag. Dies ist ein klares Signal, Identifikation und Kontinuität sollen die Basis für zukünftigen Erfolg bilden.
Am Ende dürfte es im direkten Duell vor allem darum gehen, wer sich im Rennen um Rang zwei behauptet. Mahlsdorf kann mit einem Sieg Boden gut machen, Lichtenberg hingegen seinen Platz festigen. Die Zutaten für einen packenden Fußballsonntag sind also vorhanden: Form, Tore, Talent – und eine Prise Rivalität. Am Rosenhag ist alles bereit für das nächste Kapitel eines torreichen Duells.
