Blitzerbilanz in Mahlsdorf: Viele Verstöße, aber kein Unfallschwerpunkt

Die Geschwindigkeitsüberwachung in Berlin ist erneut in den Fokus der politischen Debatte gerückt. Auslöser ist eine parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Alexander J. Herrmann an den Berliner Senat, konkret an die Senatsverwaltung für Inneres. Die nun vorliegenden Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild – auch für Mahlsdorf.


Demnach wurden im gesamten Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Jahr 2025 insgesamt 1.215 Geschwindigkeitsüberschreitungen an stationären Messanlagen registriert. In Mahlsdorf selbst existieren bislang keine festen Blitzeranlagen. Die Verkehrsüberwachung erfolgt hier ausschließlich mobil, also durch temporäre Messungen der Polizei. Und diese mobilen Kontrollen scheinen Wirkung zu zeigen. Insgesamt wurden im Bezirk im vergangenen Jahr mehr als 18.000 Geschwindigkeitsverstöße durch solche Einsätze festgestellt, in Mahlsdorf fällt dabei eine Straße ins Auge: die Pilgramer Straße. Hier wurden im vergangenen Jahr 783 Verstöße gezählt. Ein Spitzenwert, der die Straße unter die zehn am häufigsten kontrollierten und auffälligsten Orte im Bezirk bringt.


Für Anwohner und Verkehrsteilnehmer mag diese Zahl zunächst alarmierend wirken. Sie deutet auf ein erhöhtes Geschwindigkeitsniveau und möglicherweise mangelnde Rücksichtnahme im Straßenverkehr hin, da die Straße in weiten Teilen eine Tempo30-Begrenzung hat, vor allem vor der großen Kita „Theo und Dora“. Gleichzeitig zeigt eine zweite Anfrage des Abgeordneten Herrmann ein überraschend positives Bild. Denn trotz der hohen Zahl an Tempoverstößen in der Pilgramer Straße gehörte keine Straße in Mahlsdorf im Jahr 2025 in Mahlsdorf zu den zehn häufigsten Unfallörtlichkeiten im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Mit anderen Worten: Zu schnelles Fahren bedeutet hier offenbar nicht automatisch eine hohe Unfallhäufigkeit.


Diese Diskrepanz wirft Fragen auf. Ist die mobile Überwachung besonders effektiv und präventiv? Oder spiegeln die Zahlen lediglich verstärkte Kontrollen an bestimmten Stellen wider? Klar ist: Die Pilgramer Straße bleibt ein Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung, auch ohne stationären Blitzer. Für die Verkehrspolitik ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: gezielte Maßnahmen, die sowohl das Geschwindigkeitsniveau senken (die Grünen brachten im Februar einen Zebrastreifen als Idee in die Bezirksverordnetenversammlung ein) als auch die Verkehrssicherheit langfristig sichern. In Mahlsdorf scheint zumindest Letzteres, trotz zum Teil hohen Verkehrsaufkommens etwa auf der B1, der Hönower Straße, dem Hultschiner Damm oder der Dahlwitzer Straße derzeit gewährleistet zu sein. Trotz beachtlicher Zahlen bei den Tempoverstößen.

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