Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstagabend bei der Weltmeisterschaft in Toronto ihr nächstes Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste bestreitet, wird ein Mann aus dem Berliner Osten ganz besonders mitfiebern. Marcel Pohl, aufgewachsen in Mahlsdorf-Süd, ist leidenschaftlicher Fußballfan – und hat der WM sogar einen eigenen Song gewidmet.


Der Titel seines Liedes: „Ein Ball rollt um die Welt“. Mit der eingängigen Hymne möchte der 46-Jährige vor allem eines vermitteln: positive Gefühle. „Man hört jeden Tag so viele schlechte Nachrichten. In der Welt gibt es so viel Chaos, Wut und Hass. Ich wollte etwas schaffen, das Menschen verbindet und gute Stimmung verbreitet“, sagt Pohl. Heute lebt der Mahlsdorfer in Treptow-Köpenick und arbeitet als Erzieher. Seine Wurzeln liegen jedoch in der Summter Straße, hier verbrachte er die ersten 25 Jahre seines Lebens. Schon als Jugendlicher entdeckte er seine Leidenschaft für Sprache und Texte. Bereits mit 16 Jahren begann er, erste Gedichte zu schreiben. „Ich habe schon immer gern Gefühle in Worte gefasst“, erzählt er. Dabei ging es ihm nie um klassische Sachtexte, sondern um kreative Ausdrucksformen wie Gedichte und Liedtexte. Doch über viele Jahre rückte die Kreativität in den Hintergrund.


Erst während einer schwierigen Lebensphase fand Pohl wieder zum Schreiben zurück. Damals arbeitete er im Verkauf und fühlte sich aufgrund verschiedener persönlicher Umstände emotional stark belastet. Das Verfassen von Gedichten und Liedtexten wurde für ihn zu einem Ventil. „Ich konnte meine Gefühle verarbeiten und gleichzeitig etwas Positives daraus ziehen“, beschreibt er diese Zeit. Die Idee, aus seinen Texten tatsächlich Musik zu machen, entstand vor rund einem Jahr während eines Urlaubs in Italien. Dort entdeckte er seine Freude am Schreiben neu. Schnell stand für Pohl fest, dass aus seinen Worten ein Lied werden sollte. Doch ein Problem blieb: Marcel Pohl spielt kein Instrument und sieht sich selbst auch nicht als Sänger.


Die Lösung fand er in moderner Technik. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz ließ er Gesang, Melodie und musikalische Umsetzung seines Textes erstellen. Einfach sei das jedoch nicht gewesen. „Ich habe unzählige Stunden investiert und immer wieder Kleinigkeiten verändert“, berichtet er. Mehr als 100 Versionen des Songs seien entstanden, bevor er mit dem Ergebnis zufrieden gewesen sei. Auch das Cover gestaltete er selbst und investierte dafür viele weitere Stunden Arbeit. Veröffentlicht wurde der Titel schließlich über das Label „Artistfy Music“. Dieses übernimmt die Verbreitung auf den großen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Music und YouTube (beim Klick auf die blaue Schrift öffnet sich der Link). Die Einnahmen aus den Streams gehen dabei vollständig an den Künstler, der unter dem Namen DJ Marcelito auftritt.


Dass seine musikalische Laufbahn noch ganz am Anfang steht, weiß Pohl selbst. Dennoch verfolgt er sein Projekt mit großer Leidenschaft. Über Facebook, Instagram und TikTok macht er auf seinen Song aufmerksam – soweit es seine Zeit neben Beruf und Alltag zulässt. Erste Erfolge kann er bereits vorweisen. So nutzt die Facebook-Seite „Unser Usedom“ mit mehr als 70.000 Followern die WM-Hymne inzwischen für Fußballvideos und die Bewerbung von Live-Übertragungen in Heringsdorf. Für Marcel Pohl ein wichtiger Schritt, um seine Musik bekannter zu machen.


Mittlerweile wurde „Ein Ball rollt um die Welt“ auf den verschiedenen Plattformen bereits mehrere tausend Mal gestreamt. Sein Ziel war dabei nie, einen besonders anspruchsvollen Kunstsong zu schaffen. Vielmehr sollte die Hymne eingängig sein, im Ohr bleiben und Menschen ein gutes Gefühl vermitteln. Ob der Song tatsächlich zur inoffiziellen WM-Hymne vieler Fußballfans wird, bleibt abzuwarten. Für Marcel Pohl steht jedoch schon jetzt fest: Die Freude am kreativen Schaffen hat er wiedergefunden. Und vielleicht rollt sein musikalischer Ball ja tatsächlich noch ein Stück weiter um die Welt.

Mit diesem Bild wirbt Marcel Pohl aka DJ Marcelito für seine WM-Hymne.

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