Auf der Grenze zwischen Mahlsdorf und Hoppegarten: DRK und Investor planen Hubschrauber-Flugplatz

Nahe der B1, stadtauswärts auf der Landesgrenze zwischen Mahlsdorf und Hoppegarten, könnte in kürzester Zeit ein ungewöhnliches Infrastrukturprojekt Gestalt annehmen: Ein Heliport für insgesamt acht Hubschrauber soll dort entstehen. Die Planungen sehen einen kompakten „Mini-Flughafen“ vor, der sowohl für Rettungseinsätze als auch für touristische und kommerzielle Flüge genutzt werden könnte.


Konkret geht es um die Fläche östlich des B1-Businessparks, auf und neben der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Nach bisherigen Angaben der Investoren, einem Konsortium aus der Nähe von Stuttgart, soll das Gelände rund 23.000 Quadratmeter umfassen. Neben mehreren Start- und Landeplätzen sind Stellflächen für die Hubschrauber vorgesehen. Herzstück der Anlage wird ein etwa 7.000 Quadratmeter großer Hangar sein. Ergänzt wird dieser durch rund 2.000 Quadratmeter für Werkstätten und Lagerflächen. Hinzu kommen ein kleiner Tower zur Flugkoordination sowie ein Verwaltungsgebäude.

 

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Nutzung durch das Deutsche Rote Kreuz. Zwei Rettungshubschrauber sollen dauerhaft am Standort stationiert werden. Ziel ist es, die medizinische Notfallversorgung insbesondere in den wachsenden östlichen Berliner Ortsteilen und im angrenzenden Brandenburg weiter zu verbessern. „Dies bietet neben schnellerer Hilfe aus der Luft neue Perspektiven für die Region“, so der frühere Bundestags- und Mahlsdorfer Wahlkreisabgeordnete Mario Czaja gegenüber „Alles Mahlsdorf“. Czaja ist heute ehrenamtlich Präsident des Landesverbands Berlin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und war von Beginn an in die Planungen eingebunden. Er sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein für die regionale Daseinsvorsorge. Angesichts steigender Einwohnerzahlen vor allem in Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg sei eine schnelle Verfügbarkeit von Rettungshubschraubern entscheidend, um im Notfall effizient helfen zu können.

Neben der Rettungsfliegerei ist auch ein kommerzieller Betrieb geplant. So könnten sogenannte Heli-Taxis Passagiere künftig direkt zum Flughafen BER bringen oder Ausflüge in den Spreewald und an die Ostsee ermöglichen. Darüber hinaus sind Rundflüge über Berlin und das Umland vorgesehen, die vor allem touristisch genutzt werden sollen. Dies stößt vor allem auf kommunaler Ebene auf Zustimmung. Sven Siebert, Bürgermeister von Hoppegarten, begrüßt die Initiative. Das Projekt mache die Gemeinde „touristisch noch attraktiver“ und sorge für eine schnelle. Siebert: „Zudem entstehen rund 25 neue Arbeitsplätze, darunter Piloten, Mechaniker sowie Personal für Tower und Verwaltung und zusätzliche Steuereinnahmen für die Kommune“.

 

Die Investitionssumme für das Gesamtprojekt liegt nach aktuellen Planungen bei rund 15 Millionen Euro. Die Investoren selbst treten bislang nicht öffentlich in Erscheinung, haben intern jedoch bereits erste Entwürfe vorgestellt. Genehmigungsverfahren bei den zuständigen Luftfahrtbehörden sowie notwendige Umwelt- und Lärmgutachten wurden nach Angaben aus Projektkreisen bereits angestoßen.

 

Ob und wann der Heliport tatsächlich realisiert wird, hängt nun maßgeblich von den ausstehenden Genehmigungen und den Ergebnissen der Umweltprüfungen ab. Man sei jedoch aufgrund der Signale aus den Behörden sehr optimistisch, heißt es. Klar ist jedoch schon jetzt: Das Projekt könnte die Mobilität und Notfallversorgung im Berliner Osten nachhaltig verändern und zugleich neue wirtschaftliche Impulse für die Region setzen – aber auch für eine Menge Bauchkribbeln bei den Menschen in Mahlsdorf und Hoppegarten sorgen.

Auf diesem Areal neben dem B1 Business Park direkt an der B1 soll der Helikopter-Flugplatz errichtet werden.

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