Nach dem torlosen Remis am vergangenen Wochenende bei Optik Rathenow ist die Ausgangslage für BSV Eintracht Mahlsdorf klarer denn je. Der Aufstiegszug ist endgültig abgefahren. Mit nunmehr 13 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Tasmania Berlin bleibt dem ambitionierten Oberligisten in dieser Saison vor allem ein Ziel – die starke Platzierung zu sichern und den zweiten oder dritten Rang zu verteidigen.
Am kommenden Sonntag (Anstoß 13 Uhr) wartet auf dem heimischen Rosenhag jedoch eine Aufgabe mit besonderem Namen: Zu Gast ist die zweite Mannschaft des traditionsreichen Ost-Klubs Hansa Rostock. Auch wenn „nur“ die U23 antritt, der Name des letzten DDR-Meisters und ehemaligen Bundesligisten trägt im Osten noch immer Gewicht. Der Verein gehört zu den prägendsten Fußballklubs der ehemaligen DDR, spielte einst in der Oberliga, brachte Top-Stars wie Juri Schlünz, Steffen Baumgart oder Oliver Neuville hervor und ist bis heute ein fester Bestandteil des deutschen Profifußballs. Aktuell kämpft die erste Mannschaft in der 3. Liga um den Aufstieg und ist an diesem Wochenende selbst beim direkten Konkurrenten Energie Cottbus gefordert.
Die zweite Mannschaft der Rostocker ist derweil ein klassisches Perspektivteam. Der Kader besteht überwiegend aus 18- bis 21-jährigen Spielern, viele von ihnen in der Region ausgebildet. Einige stammen direkt aus dem Nachwuchs der „Kogge“, andere wurden etwa bei Vereinen wie Anker Wismar, dem Greifswalder FC oder Eintracht Norderstedt geformt. Auch Talente aus größeren Nachwuchsleistungszentren stoßen dazu, wie etwa Spieler mit Ausbildung bei RB Leipzig. Gemeinsam haben sie vor allem eines: den Traum vom Profifußball.
Für Mahlsdorf bedeutet dies eine Begegnung zweier sehr unterschiedlicher Ansätze. Während Rostocks U23 mit Tempo, Dynamik und jugendlicher Unbekümmertheit auftritt, setzt Mahlsdorf auf eine eingespielte, robuste Oberliga-Mannschaft. Angeführt wird sie von Abwehrkante Peter Köster und vor allem Torjäger Nils Stettin, der sich in dieser Saison zum treffsichersten Angreifer der NOFV-Oberliga Nord entwickelt hat.
Auch wenn der große Traum vom Aufstieg nach dem torlosen Remis in Rathenow wohl endgültig geplatzt ist, geht es für Mahlsdorf weiterhin um viel. Der Verein möchte seine starke Saison bestätigen und den Platz in der Spitzengruppe verteidigen. Ein Ergebnis, das im Berliner Amateurfußball weiterhin hohen Stellenwert hat. Der Sonntag am Rosenhag verspricht deshalb eine reizvolle Konstellation: Ein etablierter Oberliga-Spitzenklub gegen eine hungrige Nachwuchsmannschaft eines der traditionsreichsten Ostvereine. Für Mahlsdorf geht es darum zu zeigen, dass man auch ohne Regionalligaperspektive weiter zur Elite der Liga gehört – und für Rostocks Talente darum, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.





