Im Wahlkreis Mahlsdorf/Kaulsdorf formiert sich das Kandidierendenfeld für die Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September weiter. Nun ist ein prominenter Kopf hinzugekommen. Peter Langer, Generalsekretär der Berliner FDP.
Die Liberalen wirbelte es in den vergangenen Jahren ordentlich durcheinander. In Landtagswahlen flog man reihenweise aus den Parlamenten, 2025 gings von der Regierungsbank mit 4,3 Prozent raus aus dem Bundestag, führende und prägende Köpfe wie Christian Lindner auf Bundesebene und Sebastian Czaja in Berlin zogen sich zurück, nun will der bereits 74-jährige Wolfgang Kubicki die siechende FDP nach Jahren der Pleiten zurück in die Relevanz führen. Chaos und Kampf ums Überleben ist bei den „Gelben“ derzeit angesagt.
Einer, der den Umschwung schaffen will, ist Peter Langer. Der 35-Jährige will im September den Sprung in das Abgeordnetenhaus schaffen – und setzt dabei auf Mahlsdorf, einen Wahlkreis, der für seine Partei mit Blick auf als vielversprechend gilt. Seine Chancen auf das Direktmandat schätzt er selbst realistisch als „sehr gering“ ein. Vor allem, weil er es mit reichlich Polit-Prominenz zu tun hat. Da wäre etwa Katharina Günther-Wünsch von der CDU, absolute Wahlkreis-Favoritin (noch nicht offiziell von ihrer Partei bestätigt) und derzeitige Bildungssenatorin. Oder die Marzahn-Hellersdorfer Sozial-Stadträtin Juliane Witt von den Linken. Oder Dr. Luise Lehmann, die 2024 mit Raed Saleh den SPD-Landesvorsitz übernehmen wollte. Hinzu kommen Manuela Neubert von den Grünen und Thomas Harder von der AfD.
Starke Konkurrenz also. Langer, geboren 1990 und nach eigenen Angaben „in einfachen Verhältnissen“ aufgewachsen, verbindet mit seiner Kandidatur auch eine persönliche Geschichte. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er ganz in Mahlsdorfer Nähe, rund um die „Helle Mitte“. Früh engagierte er sich politisch, unter anderem im Bezirkschülerrat. Die Entscheidung für die FDP fiel aus Überzeugung: „Ich wollte dem Liberalismus eine Stimme geben“, sagt er im Gespräch mit „Alles Mahlsdorf“.
Mahlsdorf selbst erscheint ihm als strategisch kluger Ort für seine Kandidatur. Die Sozialstruktur sei hier „noch eher typisch für die FDP“, so Lange. Er hofft, genügend Wählerinnen und Wähler mobilisieren zu können, um ein solides Ergebnis für seine Partei zu erzielen – auch wenn er nicht davon ausgeht, das Direktmandat zu gewinnen. Als Generalsekretär richtet sich sein Blick ohnehin stärker auf das große Ganze: das Abschneiden der Liberalen in ganz Berlin. Nach zuletzt schwachen Ergebnissen auf Bundesebene und dem wiederholten Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde in verschiedenen Parlamenten ist das erklärte Ziel klar: der Wiedereinzug. „Fünf Prozent sind das Minimum“, sagt Lange. Insgeheim hofft er jedoch auf sieben Prozent. In diesem Fall wäre sein Einzug ins Abgeordnetenhaus über die Landesliste gesichert.
Inhaltlich setzt Langer zwei klare Schwerpunkte. Zum einen das Thema Umwelt und Sauberkeit. „Berlin verkommt immer mehr“, kritisiert er. Müll und Verschmutzung seien nicht nur in der Innenstadt ein Problem, sondern zunehmend auch in den Außenbezirken. Gerade in Mahlsdorf beobachte er, wie Sperrmüll achtlos in Wäldern und Grünanlagen entsorgt werde. Hier fordert er konsequentere Maßnahmen und ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein. Zum anderen treibt ihn das Thema Innovation an. Deutschland sei zwar weiterhin gut aufgestellt, doch es brauche neuen Schwung – vor allem bei technologischen Entwicklungen. Für Lange ist das auch eine persönliche Frage: Als selbstständiger Kommunikationsberater und jemand, der sich aus sozial schwachen Verhältnissen herausgearbeitet hat, sieht er in Fortschritt und Innovation eine zentrale Voraussetzung für sozialen Aufstieg und bessere Lebensperspektiven.





