Beschämend: Mahlsdorfer organisiert trotz Gräueltaten pro-russischen Autokorso durch Berlin

Mindestens 410 getötete Zivilisten auf den Straßen nahe Kiew, zum Teil mit verbundenen Händen wehrlos hingerichtet. Die Gräueltaten im ukrainischen Butscha, mit hoher Wahrscheinlichkeit verübt von der russischen Armee, schockieren die Welt. Mit Entsetzen schaute die Weltöffentlichkeit deshalb nach Berlin, wo Stunden nach dem Bekanntwerden der furchtbaren Bilder ein pro-russischer Autokorso mit mehreren Hundert Teilnehmern durch die Straßen zieht. Nun kam heraus: Hinter der Aktion steckt ein Mahlsdorfer.

 

Fast 900 Menschen in 400 Autos fuhren am vergangenen Sonntag durch Berlin. Hupend bewegten sie sich mit russischen und sowjetischen Fahnen am S-Bahnhof Ahrensfelde los, am Sowjetischen Ehrenmal am Treptower Park fand eine Zwischenkundgebung statt, es ging später ausgerechnet am mit ukrainischen Flüchtlingen voll besetzten Hauptbahnhof vorbei. Gegen 16:50 endete der Autokorso am Olympischen Platz in Westend. Immer wieder erklang lautstark die russische Nationalhymne. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk kritisierte den Aufzug als „Auto-Korso der Schande“. Zahlreiche Berliner Politiker:innen sprangen ihm zur Seite.

 

Angemeldet wurde die peinliche Demonstration von Christian F. aus Mahlsdorf, er betreibt an der B1 einen „Service“ für Fahrzeuge. Auf „Alles Mahlsdorf“-Anfrage nach seinen Beweggründen reagierte er mit dem Satz „Ich bin zu faul zum antworten.“ F. hatte den Autokorso durch Berlin als Demonstration mit dem Titel „Keine Propaganda in der Schule – Schutz für russischsprechende Leute, keine Diskriminierung“. Fotos, die von der Organisation „Friedensdemo-Watch“ auf Twitter geteilt wurden, zeigen zudem einen David-Stern und das Wort „Russe“ auf dem Auto des Mahlsdorfers. Auf Anweisung der Polizei habe er das wieder entfernen müssen. Gegen den Mann sei ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet worden. Eine 50-jährige Frau, die mit dem Kriegsunterstützer-Symbol „Z“ auf ihrem Auto losfahren wollte (in Berlin verboten), erhielt einen Platzverweis, zudem wurde ein Strafverfahren wegen „Belohnung und Billigung von Straftaten“ eingeleitet.

 

Laut „Berliner Zeitung“ wohnt Christian F. seit 2001 in Berlin, ist früher bei der Bundeswehr gewesen und gehört zu Berlins russischsprachiger Community. Angeblich hat er bei der Kundgebung mit nur 30 Teilnehmern gerechnet. „Diese Leute kamen nicht ohne Grund“, sagt er. Der Zeitung sagte F, dass er keine weiteren derartigen Aktionen organisieren will, im Gespräch mit der Berliner Zeitung zeigt er sich wirr. Und in den Google-Rezensionen seines Mahlsdorfer Geschäfts geht es seit Sonntag hoch her.

Datenschutzeinstellungen

X