Beschlossen: Bergedorfer Straße soll schnellstmöglich Fahrradstraße werden

Die Planungen für drei Fahrrad-Straßen im Bezirk gehen weiter. Nun hat der dafür zuständige FahrRat beschlossen, dass zwei davon in Mahlsdorf errichtet werden.
Zum FahrRat gehören Mitglieder des ADFC, des BUND, der BVV-Fraktionen und der Verwaltung, der BVG, der Polizei, des Nabu, von infraVelo, dem Radbezirk MaHe.de sowie Fridays for Future. In der vergangenen Sitzung, an der auch Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic teilnahm, hat er die Priorisierung festgelegt. Zunächst soll die Bergedorfer Straße als Fahrradstraße geplant werden. Zwischen Hultschiner Damm und Chemnitzer Straße haben dann nach Fertigstellung Fahrräder Vorrang.
 
Was aber würde dies bedeuten? Fahrräder hätten auf der gesamten Fahrbahn Vorrang, dürften auch nebeneinander fahren. Zudem könnte es an Knotenpunkten Vorfahrt für die Zweiräder geben. Ebenso wäre lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h erlaubt, Autos und Motorräder dürften nur mit Zusatzschild (z.B. „Anlieger frei“) einfahren und müssten sich dem Radverkehr unterordnen. In der Bergedorfer Straße wäre außerdem künftig das Parken nur auf markierten Flächen erlaubt. Man wolle, so heißt es aus dem Sitzungsprotokoll des FahrRats, eine „Rennstrecke“ auf der Ost-West-Verbindung vermeiden. Derzeit nutzen laut jüngsten Zählungen rund 1000 Kfz in zwölf Stunden die Bergedorfer Straße, zudem etwa 200 Fahrräder.

Vor allem soll mit dem Vorhaben die Schulwegsicherheit für die Ulmengrundschule in Kaulsdorf geleistet werden. „In die Diskussion sind auch Unfallzahlen im Umfeld der Straßen und Schulwege eingeflossen“, so der Grünen-Abgeordnete Stefan Ziller. Und ganz grundsätzlich fügt er hinzu: „Insbesondere für Kinder, ältere Menschen und weniger geübte Radfahrende entstehen dadurch übersichtlichere und stressärmere Verkehrsbedingungen. Gleichzeitig sorgen Fahrradstraßen für eine Verkehrsberuhigung im Wohnumfeld, reduzieren Lärm und Abgase und erhöhen die Aufenthaltsqualität für Anwohnende.“

Als zweite Planungspriorität wurde vom FahrRad eine Alternativroute zum Hultschiner Damm gewählt. Diese Fahrradstraße soll dann über Wolfsberger Straße, Pilsener Straße, Schrobsdorffstraße und Wilhelm-Blos-Straße führen. „Diese Nord-Süd-West-Verbindung würde eine sichere und attraktive Alternative zur stark befahrenen Hauptstraße schaffen und den Radverkehr bündeln“, so Stefan Ziller. Nun müssen für die Vorhaben finanzielle Mittel bei der Senatsverwaltung für Verkehr beantragt werden, die Umsetzung übernimmt das Bezirksamt. 
Die Bergedorfer Straße soll zwischen Hultschiner Damm und Chemnitzer Straße zur Fahrradstraße werden.

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