Mit der offiziellen Nominierung von Manuela Neubert als Direktkandidatin für den Wahlkreis Mahlsdorf/Kaulsdorf-Süd bei der bevorstehenden Abgeordnetenhauswahl im September haben die Berliner Grünen ihre Liste im Osten der Stadt komplettiert. Die in Mahlsdorf lebende Kommunalpolitikerin steht damit im Zentrum eines Wahlkampfs, der für Bündnis 90/Die Grünen vor allem symbolischen Wert besitzt.
Neubert ist seit vielen Jahren in der Bezirks- und Landespolitik aktiv und hat in der Wahlversammlung ihres Kreisverbands Marzahn-Hellersdorf den Spitzenplatz auf der Bezirksteilnehmerliste zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) belegt. Dort geht sie gemeinsam mit weiteren lokalen Mandatsaspiranten ins Rennen und steht als Gesicht der Grünen im Osten Berlins. Laut Parteibeiträgen in sozialen Medien führt sie diese Liste als Spitzenkandidatin an, zusammen mit Pascal Grothe auf Platz 2.
Als Mahlsdorferin mit langjährigem lokalen Engagement gilt die 55-jährige Neubert als stark im Stadtteil verwurzelt. In den vergangenen Monaten war sie bei zahlreichen Veranstaltungen der Grünen im Bezirk präsent und suchte das direkte Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern, etwa bei Infoständen oder Spaziergängen durch Mahlsdorf und Kaulsdorf zusammen mit dem heutigen Grünen-Abgeordneten Stefan Ziller.
In ihren Beiträgen auf Social-Media-Kanälen wirbt sie wiederholt dafür, die Anliegen der Menschen im Bezirk direkt in die Landespolitik zu tragen. Trotz ihres Profils vor Ort stehen die Chancen auf ein Direktmandat für Manuela Neubert politisch unter einem denkbar schwierigen Stern. Mahlsdorf gehört traditionell zu den eher konservativen Wahlkreisen Berlins, in dem die CDU dominiert, zuletzt setzte sich die heutige Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) mit rund 45 Prozent der Erststimmen durch. Der letzte Wahlkreisabgeordnete, der nicht aus den Reihen der Christdemokraten kam, war im Jahr 2001 Gregor Gysi von der damals noch existierenden PDS.
Für die Grünen war der Wahlkreis zuletzt ein anspruchsvolles Terrain: Bei der Abgeordnetenhauswahl 2023 erzielte Stefan Ziller, der heute Abgeordneter im Landesparlament ist, rund 7 Prozent der Stimmen in Mahlsdorf. Günther-Wünsch, eine etablierte CDU-Politikerin und voraussichtliche Kandidatin, gilt damit als klare Favoritin und wird voraussichtlich erneut um das Direktmandat kämpfen. Schon jetzt ist klar, dass sie gegen Dr. Luise Lehmann von der SPD sowie die für Soziales und Bürgerdienste zuständige Stadträtin Juliane Witt (Die Linke) antreten wird.
Vor diesem Hintergrund ist Neuberts Nominierung eher als strategischer und symbolischer Schritt der Grünen zu verstehen: Sie soll die grüne Perspektive im Wahlkreis stärken, kommunale Themen stärker sichtbar machen und eine Brücke zwischen lokaler Politik und Landesebene schlagen. Ihr Engagement vor Ort, etwa bei Veranstaltungen oder Bürgergesprächen, dient ebenso dem Profilierungsprozess der Partei wie der Mobilisierung von Unterstützern im Bezirk.





