Für 431 Menschen: Neue Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Marzahn fertiggestellt

Die „Modulare Unterkunft für Flüchtlinge“ (MUF) im Marzahner Murtzaner Ring 68 wurde im September 2020 durch den Bauträger (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) an den Mieter (Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten) übergeben. Seitdem werden die Wohneinheiten ausgestattet und die Außenflächen fertiggestellt. Bis zum Jahresende wird die Einrichtung vollständig in Betrieb genommen. Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft ist die Stephanus Stiftung, eine gemeinnützige diakonische Stiftung mit Sitz in Berlin.

Durch die vorgefertigten Betonmodule konnte die Bauzeit von Februar 2019 bis September 2020 mit 15 Monaten relativ kurzgehalten werden. Die Gebäude haben nun eine Herstellergarantie von 80 Jahren. Sie dienen zunächst der Unterbringung von geflüchteten Familien, können aber langfristig als belegungsgebundene Wohnungen, für studentisches Wohnen oder im „geschützten Marktsegment“ dienen.

In den beiden Gebäuden können bis zu 431 geflüchtete Menschen untergebracht werden. Pro Person müssen mindestens 7 m² Zimmerfläche zur Verfügung stehen. Die standardisiert gehaltenen Zimmer sind etwa 14 m² groß, so dass zwei Betten darin Platz finden. Die größten Einheiten bieten fünf solcher Zimmer und sind daher für Familien mit Kindern geeignet. Im Außenbereich gibt es Spielgeräte und Sitzbänke zum Verweilen.

Im Erdgeschoss ist eine Kindertagesstätte entstanden, in der etwa 65 Kinder aus geflüchteten und alteingesessenen Familien betreut werden können. Die hellen Gruppenräume sind durch einen separaten Eingang zu erreichen und bieten viel Platz zum Rennen, Laufen, Hüpfen, Klettern und Fahren. Die letzten noch offenen Fragen werden derzeit geklärt, damit die Kita zum Anfang nächsten Jahres eröffnen kann.

Geplant waren eine Informationsveranstaltung und ein Tag der Offenen Tür, bei denen Interessierte die Gelegenheit gehabt hätten, die neu entstandene Unterkunft für Geflüchtete zu besichtigen, Akteure kennenzulernen und Fragen zu stellen. Zum aktuellen Zeitpunkt müssen diese Veranstaltungen leider ausfallen, da sie mit den staatlichen Anordnungen und Hygieneauflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht zu vereinbaren sind. Das Bezirksamt wird sie in Kooperation mit dem Betreiber der Einrichtung und dem zuständigen Landesamt für Flüchtlingsfragen jedoch nachholen, sobald dies wieder möglich ist.

Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf: „In Marzahn-Süd sind Begegnungsorte und soziale Angebote gefragt, die allen Nachbarinnen und Nachbarn zugutekommen. Der Spielplatz und die öffentliche Kita, die sich sowohl an geflüchtete als auch an alteingesessene Familien wenden, sind wichtige erste Schritte.“

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