Gedreht wurde in Hellersdorf: Mahlsdorferin spielt Hauptrolle in ZDF-Dreiteiler

Am 12., 13. und 14. Januar sendet das ZDF den Dreiteiler „Ku’damm 77“. Die Produktion setzt die erfolgreiche Familiensaga der Schöllack-Familie fort, die bereits mit den Vorgänger-Staffeln ein Millionenpublikum begeisterte. In der Hauptrolle: Emilia Schüle aus Mahlsdorf.

 

Die heute 34-Jährige, geboren 1992 im russischen Blagoweschtschensk (7600 Kilometer östlich von Moskau an der chinesischen Grenze), kam als Einjährige mit ihrer Familie nach Berlin, wo sie aufwuchs und heute in Schöneberg lebt. ­Sie machte, nachdem sie die vierte Klasse übersprungen hatte, ihr Abitur an der Internationalen Schule in Dahlem und begann schon als Kind mit Tanz- und Schauspielunterricht. Aufgewachsen ist sie in Mahlsdorf. Wo oder was genau „ihr“ Berlin ist, ist für Schüle vielschichtig. „Überall in der Stadt, ich bin überhaupt kein Kiez-Mensch und genieße die Schönheit aller Bezirke. Ich selbst bin am Rand groß geworden – in Mahlsdorf an der Grenze zu Köpenick. Heute wohne ich in Schöneberg. Das ist ein schöner, geheimnisvoller Bezirk, in dem man ein bisschen seine Ruhe hat“, sagte sie 2019 der Bild.


Ganz in die Nähe unseres Ortsteils kehrte sie für die Dreharbeiten zu Ku’damm 77 zurück, dem Nachfolger von Ku‘damm 56, Ku’damm 59 und Ku’damm 63. Es wurde vielfach in Berlin und Umgebung gedreht, um die Atmosphäre des Jahres 1977 authentisch einzufangen. Ein besonders markantes Beispiel ist ein Set in Hellersdorf. Dort wurde von der Wohnbauten-Gesellschaft „Stadt und Land“ eine original erhaltene Museumswohnung (Typ WBS 70) in der Hellersdorfer Straße 179 als Filmkulisse zur Verfügung gestellt, die einen authentischen Einblick in die DDR-Wohnkultur mit Originalmöbeln (wie der Schrankwand, dem Colormat-Fernseher) und DDR-typischen Ausstattungen (Tapeten, Lichtschalter) bietet.


Der Dreiteiler setzt die Geschichte der Schöllacks, einer Familie mit einer traditionsreichen Tanzschule am Kurfürstendamm, in einem Deutschland der 1970er-Jahre fort. Die Serie verwebt familiäre Konflikte, gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Lebenswege in einer Zeit, die von feministischen Bewegungen, politischen Debatten und kulturellem Wandel geprägt war. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem Eva Fassbender (gespielt von der Mahlsdorferin Emilia Schüle). Die jüngste Schwester kehrt nach einer Haftstrafe zurück und steht vor der Frage, wie sie ihr Leben neu ordnen will. Hinzu kommen ihre älteren Schwestern, die sich mit Familienpflichten, Beziehungen und beruflichen Herausforderungen auseinandersetzen, sowie Caterina Schöllack (gespielt von Claudia Michelsen). Die Matriarchin der Familie kämpft um den Erhalt des Lebenswerks und um Zusammenhalt in einer Zeit, in der gesellschaftliche Normen infrage gestellt werden. Die Serie beleuchtet nicht nur familiäre Beziehungen, sondern auch die sozialen Umbrüche der 1970er-Jahre – vom Rollenbild der Frau über sexuelle Selbstbestimmung bis zur Selbstverwirklichung jenseits traditioneller Erwartungen.


Ku’damm 77, uraufgeführt auf der TV-Messe MIPCOM im südfranzösischen Cannes, ist mehr als ein Familien-Dreiteiler. Die Serie verbindet biografische Geschichten, historische Kontexte und kulturelle Veränderungen in einer Zeit, die bis heute nachwirkt. Mit einer starken Besetzung – zu der auch Emilia Schüle gehört, die als Berlinerin mit Mahlsdorfer Wurzeln eine authentische Nähe zur Stadt mitbringt – entsteht ein vielschichtiges Porträt einer Stadt, einer Zeit und ihrer Menschen. Für alle, die nicht mehr bis zum 12. Januar warten können, lohnt sich ein Blick in die ZDF-Mediathek. Dort ist „Ku’damm 77“ bereits abrufbar.

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