Gegen „Elterntaxis“: Mamas und Papas sperren künftig Straße vor Mahlsdorfer Grundschule

Um die Sicherheit von Grundschulkindern zu erhöhen, gehen Eltern der Mahlsdorfer Grundschule neue Wege. Ab Februar soll die Straße Feldrain an Schultagen morgens für den Autoverkehr gesperrt werden. Ziel ist es, sogenannte Elterntaxis aus dem unmittelbaren Schulumfeld fernzuhalten und den Schulweg für Kinder sicherer zu machen.

Die Maßnahme ist zunächst als Testprojekt angelegt und läuft bis Juli 2026. In dieser Zeit wird der Feldrain an Schultagen für anderthalb Stunden am Morgen – etwa von 7 bis 8:30 Uhr – für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Sperrung erfolgt nicht durch Behörden, sondern durch freiwillige Eltern, die sich im Schulwegausschuss engagieren.

Täglich sollen dafür zwölf Eltern im Einsatz sein, die die Zufahrt kontrollieren und sicherstellen, dass während des Zeitfensters keine Autos durch die Straße fahren. Der Kern des Projekts ist dabei bewusst einfach gehalten: Die Straße soll für eine begrenzte Zeit vollständig autofrei sein.

Hintergrund der Initiative ist die seit Jahren angespannte Verkehrssituation vor der Schule. Insbesondere morgens kommt es durch Elterntaxis zu unübersichtlichen Situationen, gefährlichen Wendemanövern und Halten im Kreuzungsbereich. Eltern berichten immer wieder von riskanten Momenten für zu Fuß gehende Kinder, auch „Alles Mahlsdorf“ berichtete bereits.

Statt direkt vor die Schule zu fahren, sollen Eltern ihre Kinder künftig an ausgewiesenen „Kiss-and-Go-Zonen“ in der Umgebung absetzen. Diese befinden sich am Guthmannplatz, in der Kieler Straße sowie der Lemkestraße. Von dort aus können die Kinder den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen – ohne weitere Straßen überqueren zu müssen.

Die Initiatorinnen und Initiatoren betonen, dass es nicht um ein generelles Autofahrverbot geht, sondern um einen sicheren Schulstart für alle Kinder. Weniger Verkehr auf den letzten Metern bedeute mehr Übersicht, weniger Stress und ein geringeres Unfallrisiko, heißt es in einer von Gesamtelternsprecher Reinhard Lau versandten Email. Gleichzeitig sollen Kinder ermutigt werden, ihren Schulweg selbstständig oder gemeinsam mit Freunden zu bewältigen.

Ob das Modell der temporären Schulstraße dauerhaft Bestand haben kann, soll nach dem Testzeitraum ausgewertet werden. Wissenschaftlich begleitet wird es durch Studierende der Berliner Hochschule für Technik (BHT).

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