Am Sonntagnachmittag muss Eintracht Mahlsdorf im Oberliga-Heimspiel gegen den Berliner AK antreten. Es ist die erste Partie nach Wochen des Ärgers. Nun soll mit drei Punkten wieder gute Stimmung ins Team – der Gegner ist allerdings eine unberechenbare „Wundertüte“.
Trainer Karsten Heine wird all seine jahrzehntelange taktische und vor allem psychologische Erfahrung aufbieten müssen, um mit seiner Mannschaft die dritte Niederlage in Serie zu verhindern. Denn es gibt Punkte, die gegen die „Lilanen“ sprechen. Da wäre zunächst das angeknackste Selbstbewusstsein. Die deftige 0:4-Klatsche gegen Lichtenberg 47 wollte man mit einem Heimsieg gegen den SV Siedenbollentin am vorvergangenen Dienstag aus den Köpfen streichen, eingetreten ist jedoch das Gegenteil. 1:3 hieß es am Ende gegen das Team aus Mecklenburg-Vorpommern. Für Unruhe sorgte zudem der Zoff um das sehr kurzfristig abgesagte Auswärtsspiel bei Union Klosterfelde.
Hinzu kommt eine schwierige Tabellensituation. Mahlsdorf rangiert derzeit mit 36 Punkten auf dem fünften Platz. Will man an den oberen Vieren dranbleiben, muss ab 14 Uhr ein Heimsieg auf dem Rosenhag her, um Lichtenberg 47, Tasmania Berlin, Klosterfelde und der TSG Neustrelitz (allesamt am Wochenende mit machbaren Aufgaben) nicht aus den Augen zu verlieren. Dies soll und muss gegen einen unberechenbaren Gegner, den Berliner AK, gelingen. Spielte der Verein aus Moabit vor einigen Jahren noch um die Regionalliga-Meisterschaft, besteht die Mannschaft heute vor allem aus jungen und sehr jungen Spielern. Der Kader ist im Schnitt gerade einmal 22,1 Jahre alt. Die erfahrensten im Team des Elftplatzierten sind der 31-jährige Torwart Santiago Amorín, der zum Jahresbeginn ablösefrei vom Erstligisten CR Porongos aus Uruguay zu den Moabitern stieß sowie Kapitän Abdulkadir Beyazit (29), einst beim türkischen Zweitligisten Trabzon FK aktiv. Um die beiden herum tummeln sich viele Jungspunde, viele der Kicker des international aufgestellten Vereins stehen erst am Anfang ihrer Laufbahn, spielen ihre erste oder zweite Oberliga-Saison und sind erst 19 oder 20 Jahre alt. Und genau da liegen für die Eintracht Chancen – aber auch Risiko. Bringen die Lilanen Clevernis und Abgezockheit aufs Feld, steht einem Heimsieg wenig im Weg. Aber wehe, die Jungen kommen durch Spielfluss „ins Rollen“. Mit Ersterem setzte es für den BAK in den letzten Wochen deutliche Klatschen gegen Hansa Rostock II (1:5), Tasmania (0:7) und Altglienicke (0:6), allerdings siegte man ebenso gegen Siedenbollentin (3:0), beim TuS Makkabi (3:2) oder gegen Tennis Borussia.
Die Eintracht ihrerseits wird also alles daran setzen, die drei Punkte in Mahlsdorf zu behalten. Eine Niederlage gilt es so oder so zu verhindern. Denn drei Pleiten in Folge ist man beim in den letzten Jahren erfolgsverwöhnten Verein vom Rosenhag nicht gewohnt. Zuletzt holte man sich im Mai 2013, lang ist es her, eine derartige Negativ-Serie ab. Damals, noch in der Berlin-Liga, verlor die EIntracht hintereinander gegen den VfB Hermsdorf, den TSV Rudow und Hertha Zehlendorf.





