Die Fraktion der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf will den öffentlichen Nahverkehr in Mahlsdorf deutlich stärken. In der kommenden BVV-Sitzung am Donnerstag wird ein Antrag zur Abstimmung gestellt, der eine Aufwertung der Buslinien 195 und 197 zu Metrobuslinien fordert. Ziel ist es, das Angebot insbesondere für Pendlerinnen und Pendler spürbar zu verbessern.
Konkret fordert die dreiköpfige Fraktion, dass sich das Bezirksamt gegenüber der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt im Rahmen des neuen Nahverkehrsplans bis 2028 dafür einsetzt, die Linien als M95 und M97 in das Berliner Metrobusnetz zu integrieren. Nach Angaben der Grünen-Politiker Pascal Grothe, Chantal Münster und Nickel von Neumann fehlt es den bestehenden Verbindungen derzeit an einem „qualitativ hochwertigen Angebot“. Zwar verkehren die Busse in den Hauptverkehrszeiten im Zehn-Minuten-Takt, doch endet dieses Angebot unter der Woche bereits gegen 18 Uhr. Am Wochenende, insbesondere sonntags, fährt der 197er sogar nur im 20-Minuten-Takt.
Gerade Metrobuslinien zeichnen sich jedoch durch einen durchgehend dichten Takt aus: mindestens alle zehn Minuten, häufig auch in den Abendstunden sowie an Wochenenden. Dieses Niveau wollen die Grünen auch für Mahlsdorf erreichen. Beide betroffenen Linien gelten als wichtige Verbindungen im Bezirk. Der Bus 195 verbindet Marzahn mit dem Klinikum Kaulsdorf und durchquert dabei Mahlsdorf entlang zentraler Achsen wie der Hönower Straße über den Wilhelmsmühlenweg und Neuenhagener Straße. Besonders im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr gilt die Linie als stark ausgelastet.
Auch die Linie 197 spielt eine zentrale Rolle. Sie startet am Bahnhof Mahlsdorf, führt über Kaulsdorf und den S-Bahnhof Ahrensfelde bis nach Falkenberg. Beide Linien binden Wohngebiete an wichtige Umsteigepunkte an und sind für viele Pendler unverzichtbar. Das Berliner Metrobusnetz der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gilt seit Jahren als Rückgrat des Busverkehrs. Linien wie M29, M41 oder M46 zeigen, dass ein dichter Takt und lange Betriebszeiten zu steigenden Fahrgastzahlen führen können. Die Metrobusse fahren auf stark nachgefragten Strecken, oft mit Vorrangschaltungen an Ampeln und klaren Linienführungen.
Nach Ansicht der Grünen ließe sich dieses Erfolgsmodell auch auf die Linien 195 und 197 übertragen. Ein häufigeres Angebot könne nicht nur die überfüllten Busse im Berufsverkehr entlasten, sondern auch zusätzliche Fahrgäste gewinnen, insbesondere außerhalb der klassischen Pendelzeiten.
Ein zentrales Argument der Fraktion dürfte die Situation am Bahnhof Mahlsdorf sein. Dort sind Park-and-Ride-Flächen bereits früh am Morgen ausgelastet. Ein dichterer Bustakt könnte mehr Menschen dazu bewegen, auf das Auto zu verzichten und stattdessen den Bus zu nutzen. Ob die BVV dem Antrag zustimmt und ob sich das Bezirksamt anschließend auf Landesebene durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Mit Blick auf den wachsenden Verkehr im Berliner Osten dürfte die Diskussion über bessere Taktungen und leistungsfähigere Buslinien weiter an Bedeutung gewinnen.





