In Marzahn soll eine Wasserstofffabrik entstehen

Die aus Hamburg stammende HH2E AG will im CleanTech Business Park ein Wasserstoffkraftwerk bauen. Am Montag hat das Energieunternehmen mit der landeseigenen Wista Management GmbH im Roten Rathaus eine Absichtserklärung über den Kauf eines 50.000 Quadratmeter großen Grundstücks unterzeichnet. Sollte es tatsächlich zu der Ansiedlung kommen, könnte dort ab 2027 aus Brandenburger Windstrom mittels Elektrolyse grüner Wasserstoff erzeugt werden.

 

Nach der Unterzeichnung des „Letter of Interest“ mit HH2E gab sich Roland Sillmann, Geschäftsführer des Flächenvermarkters Wista, zuversichtlich, dass die Bauarbeiten für das Wasserstoffkraftwerk nächstes Jahr beginnen können. Alexander Voigt, Mitbegründer und Vorstandsmitglied der HH2E AG, erklärte, sein Unternehmen wolle von Berlin aus „einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende leisten und Deutschland helfen, seine Energiesouveränität zurückzugewinnen“. Die Aktiengesellschaft hat inzwischen einen Sitz in der Urban Tech Republic auf dem Gelände des früheren Flughafens Tegel.

 

Mit der beschlossenen Vereinbarung gehe Berlin „einen großen Schritt in Richtung innovativer klimaneutraler Stadt“, äußerte sich Franziska Giffey zu dem Projekt. Über das geplante Wasserstoffwerk könnten laut der Regierenden Bürgermeisterin künftig 30 Prozent aller ans Fernwärmenetz angeschlossenen Berliner Haushalte mit warmem Wasser versorgt werden. Außerdem entstünden 120 neue Arbeitsplätze. Insgesamt 250 Millionen Euro will HH2E am Standort investieren. Dafür werden aktuell noch Investoren gesucht. 

 

Marzahn-Hellersdorfs Stadtentwicklungsstadträtin Juliane Witt (Linke) lobte die im Herbst geführten Gespräche mit dem Unternehmen und der Wista als „ausgesprochen professionell“ und hat dem Projekt seitens der bezirklichen Ämter Unterstützung zugesagt. „Es wird dem Standort guttun, wenn hier ein Impuls für Zukunftsenergie in den nächsten Jahren dann auch wirklich Realität wird und hier Arbeitsplätze geschaffen werden können“, so Witt.

 

Auch der für Wirtschaft zuständige Bezirksbürgermeister Gordon Lemm (SPD) begrüßt das Vorhaben der HH2E AG, künftig grünen Wasserstoff und Fernwärme in Marzahn zu erzeugen: „HH2E passt unserer Meinung sehr gut zu der Zielstellung, im Bereich erneuerbarer Energien und nachhaltigen Wirtschaftens mit dem CleanTech Business Park eine Vorreiterrolle im Land Berlin einzunehmen und langfristig Wirtschaftskraft im Bezirk zu halten sowie Arbeitsplätze zu generieren.“ Nach seiner Einschätzung stellt diese zweite Ansiedlung im 90 Hektar großen „grünen“ Industriegebiet. „erst den Startschuss für eine künftig beschleunigte Besiedlung dieses sehr gut geeigneten Areals dar.“

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