Klare BVG-Absage: Kein neuer Bushalt vor neuer Mahlsdorfer Gemeinschaftsschule

Trotz der Eröffnung einer neuen Gemeinschaftsschule in der Landsberger Straße wird es vorerst keine zusätzliche Haltestelle der Buslinie 395 in unmittelbarer Nähe des Schulstandorts geben. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Ziller hervor.

Sowohl die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr als auch die BVG sehen derzeit keinen Bedarf für Änderungen am Linienverlauf des Busses 395 oder gar eine Taktverdichtung. In der Anfrage mit dem Titel „Zwischenstopp für die Kids: Wann hält der 395er vor der neuen Schule?“ hatte Ziller nachgehakt, wie die verkehrliche Anbindung der neuen Schule gewährleistet werden soll. Hintergrund ist, dass die Gemeinschaftsschule schrittweise wächst und mit jeder neuen Klassenstufe mehr Schülerinnen und Schüler den Schulweg bewältigen müssen. Derzeit lernen zwei erste Klassen, vier siebente und vier achte in dem Gebäude. Um dem wachsenden Schulplatzbedarf in Mahlsdorf gerecht zu werden, bietet die neue Gemeinschaftsschule künftig 625 Schulplätze von der 1. bis zur 10, auch eine Aufstockung einer gymnasialen Oberstufe wird derzeit durchdacht.


Der Senat verweist in seiner Antwort auf bestehende Haltestellen in der Umgebung, etwa an der Lemkestraße oder der Löwestraße. Diese würden eine ausreichende Erschließung sicherstellen. Von dort sind es je nach Aus- bzw. Einstiegspunkt zwischen 400 und 550 Meter bis zu neuen Schule, ein Fußweg von circa fünf bis sieben Minuten. Auch Überlastungen der Buslinie 395 seien laut BVG bislang nicht festgestellt worden, weshalb weder eine neue Haltestelle noch eine dichtere Taktung geplant sei. Eine neue Haltestelle könnte wohl wenn überhaupt nur durch eine Änderung der zu befahrenden Straßen erfolgen. Denkbar wäre, dass die Linie 395 statt durch die Lenbachstraße etwa durch die Kieler Straße gen Lemkestraße fährt.


Die Einschätzung von Senatsverwaltung und BVG stößt bei Stefan Ziller auf Kritik. Er hält die Argumentation des Senats für kurzsichtig, insbesondere mit Blick auf die besonderen Anforderungen von Schulwegen. „Die Gemeinschaftsschule wird nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise eröffnet – mit jeder neuen Klassenstufe kommen mehr Kinder hinzu. Gerade zu Schulbeginn und -ende braucht es ausreichende Kapazitäten und kurze, sichere Wege. Dass es weiterhin keine Haltestelle direkt an der Schule gibt, erschwert einen sicheren Schulweg“, so Ziller.


Aus Sicht des Abgeordneten werde damit eine Chance vertan, frühzeitig auf steigende Schülerzahlen zu reagieren und die Verkehrssicherheit zu verbessern. Gerade jüngere Kinder seien auf möglichst kurze Wege und übersichtliche Verkehrssituationen angewiesen. Der Senat betont hingegen, dass derzeit keine weiteren Anpassungen im Busnetz für Mahlsdorf-Nord vorgesehen seien. Auch die Erreichbarkeit angrenzender Einrichtungen wie des Evangelischen Hospizes „Haus Markus“ im Pfarrhufenanger wird formal als ausreichend bewertet. Auch wenn die BVG derzeit keine Linien- oder Taktänderungen als notwendig erachtet, will sie die Situation des 395ers im Blick behalten. „Des Weiteren werden wir das Fahrgastaufkommen zur Gemeinschaftsschule weiterhin kontinuierlich monitoren und bei auftretenden Fahrgastspitzen im Schüler*innenverkehr entsprechende Verdichtungen vorsehen.“

Die Buslinie 395 auf ihrem Weg durch die Lemkestraße.

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