Mamas und Papas sperren Straße wegen „Elterntaxis“: Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten

Am 9. Januar berichtete „Alles Mahlsdorf“ über die künftige Sperrung der Straße Feldrain durch Mamas und Papas der Mahlsdorfer Grundschule, um dem morgendlichen Verkehrschaos durch Elterntaxis Herr zu werden. Die Redaktion erreichten daraufhin Dutzende Emails, auf unseren Social Media-Kanälen entsponnen sich heftige Diskussionen zwischen unseren Leserinnen und Lesern. Nun gibt es neue Infos, hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

 

Von wann bis wann werden die Sperrungen durchgeführt?

Das Projekt läuft vom 9. Februar, also dem Start ins zweite Halbjahr nach den Winterferien, bis zum 8. Juli, dem Tag der Zeugnisausgabe und dem Ende des Schuljahres. An Schultagen wird der Feldrain jeweils für anderthalb Stunden von 7 Uhr bis 8.30 Uhr gesperrt.

 

Wer nimmt die Sperrungen vor?

Freiwillige Eltern, die sich über eine interne Google-Liste eintragen können. Wie ihre Absperrung genau aussieht, ist noch offen. Es wird eine verkehrsrechtliche Anordnung des Straßen- und Grünflächenamtes geben, in der alle einzuhaltenden Vorgaben beschrieben sind. Es muss immer mindestens eine unterwiesene Person an der Absperrung sein. Eine maximale Anzahl an Helfenden pro Tag gibt es nicht.

 

Gibt es Menschen, die durch die trotzdem durch die Absperrung fahren dürfen?

Ja. Berechtigte Personen, die durchzulassen sind, haben alle eine Vignette erhalten, die sie sichtbar hinter der Frontscheibe liegen haben sollen, wenn sie in der entsprechenden Zeit in den Feldrain einfahren wollen. Die Vignetten wurden an Anwohnende und wenige andere berechtigte Personen (etwa Eltern von Kindern mit körperlichen Beeinträchtigungen) verteilt. Die Absperrung wird ebenfalls für Zulieferer, Handwerker, Krankenwagen, Müllabfuhr usw. geöffnet.

 

Wie kam es zu der Schutzzone?

Seit 2023 wurde das Thema einer Schulstraße in Elternversammlungen besprochen. So gab es in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils einen Aktionstag „Autofreie Schulwegzone“. In der Gesamtelternversammlung am 09. Januar 2024 wurde ein Strategiepapier des Schulwegausschusses vorgestellt, in dem diverse Maßnahmen vorgeschlagen werden, um die Schulwegsicherheit zu verbessern. Um über die Maßnahmen zu sprechen, wurde ein Brief an die Bezirksbürgermeisterin und Zuständige Bezirksstadträtin Nadja Zivkovic (CDU) übermittelt. Diese nahm im Mai 2024 an einer offenen GEV zu dem Thema „Schulwegsicherheit“ teil. Ein Punkt der übermittelten Maßnahmen, war die Einrichtung einer autofreien Schulwegzone. Die Einrichtung einer Schulwegzone wurde in der Bezirksverordnetenversammlung beantragt und hat am 17. Juli 2025 parteiübergreifend die Zustimmung erhalten. Mit diesem Beschluss wurde das Bezirksamt ersucht, eine temporäre Schulwegzone einzurichten. Am 14. November erfolgte ein Treffen, an dem unter anderem Nadja Zivkovic, der Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes, Vertreter der Polizei sowie des Ordnungsamtes, der Denkmalschutzbehörde, Vertreter der Anwohner und der Schule teilnahmen. Bei diesem Treffen wurde einstimmig der Testzeitraum festgelegt sowie die Parameter für den Pilotversuch festgelegt.

 

Welche rechtliche Grundlage gibt es?

Bei einer Maßnahme zur Erprobung (Verkehrsversuch) erfolgt die Anordnung gemäß §45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 StVO. Das Schulpersonal oder die Eltern, die sich dazu bereit erklären, fungieren als Verwaltungshelfer, indem die Anweisung der zuständigen Behörde korrekt umgesetzt wird. Reinhard Lau, Gesamtelternsprecher der Mahlsdorfer Grundschule gegenüber „Alles Mahlsdorf“: „In den ersten Tagen unterstützt die Polizei sowie das Ordnungsamt die freiwilligen Mamas und Papas. Ich habe aber die große Hoffnung und bin auch überzeugt davon, dass die Anwesenheit der Behörden im Anschluss nicht mehr nötig sein wird“.

 

An welchen Stellen können die mit dem Auto gebrachten Kinder gefahrlos aus den Fahrzeugen aussteigen?

Es wird mehrere „Abgabe-Stellen“ geben, von denen die Kinder nur noch wenige Meter bis zum Schulgebäude laufen müssen. Diese sind am Guthmannplatz eingerichtet, in den Kreuzungen Kieler Straße/Marderweg und Lemkestraße/Marderweg und auf dem Parkplatz vor der evangelischen Kita im Pfarrhufenanger.

 

Wird nach sechs Monaten nicht wieder der alte Zustand hergestellt?

Reinhard Lau: „Studien bei vergleichbaren Projekten zeigen, dass sich die gewählten Mobilitätsform nicht wieder auf das Ausgangsniveau zurück entwickeln. Das heißt, auch ohne Schulstraße werden voraussichtlich mehr Kinder den Schulweg zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zurücklegen als vor der Einführung der Schulstraße.“

Der Feldrain in Richtung Grundschule wird nach den Witerferien morgens für anderthalb Stunden gesperrt.

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