Mit Standort, Preis, Verfügbarkeit, Anschlussart: Neue Karte zeigt die 76 öffentlichen Ladesäulen für E-Autos in Mahlsdorf

Rund 80.000 Elektrofahrzeuge gibt es in Berlin. In Mahlsdorf dürfte die Zahl im unteren dreistelligen Bereich liegen. Für viele Nutzerinnen und Nutzer in unserem Ortsteil stellt sich immer wieder die Frage des Ladens – per Wallbox oder öffentlicher Station. Nun zeigt eine neue Übersichtskarte, wo zu welchem Preis an den exakt 76 Ladesäulen in Mahlsdorf Strom „getankt“ werden kann.

 

Die Senatsverwaltung für Verkehr hat Ende Januar eine neue digitale Kartenanwendung gestartet, die E-Auto-Fahrern helfen soll, freie Ladestationen schnell zu finden und Preise zu vergleichen. Die „E-Informationsplattform Berlin“ (unter diesem Link zu finden: viz.berlin.de/e-infoplattform) zeigt derzeit rund 2.000 Stationen mit etwa 3.000 öffentlichen Ladepunkten an, also etwa 80 Prozent aller öffentlich zugänglichen Ladepunkte im Stadtgebiet. Integrierbar in externe Dienste wie Google Maps, liefert die Plattform Informationen über Verfügbarkeit, Preise, Anschlussarten und Betriebszustand der Ladepunkte. Damit sollen lange Suchzeiten und überraschende Preisschwankungen reduziert werden und das sogenannte Direktladen ohne Vertragsbindung erstmals gut vergleichbar werden

Die meisten davon werden von Ubricity betrieben, einem der größten privaten Anbieter in der Hauptstadt. In Mahlsdorf machen die 76 vorhandenen Stationen, zumeist in Straßenlaternen integriert, nur einen kleinen Teil des Berliner Netzes aus, entsprechend wichtig ist eine verlässliche Übersicht, besonders für Pendlerinnen und Pendler, die auf gut funktionierende Ladeangebote angewiesen sind.

 

Die Entwicklung der Ladeinfrastruktur in Berlin insgesamt ist rasant, und das ist auch dringend nötig. In der Hauptstadt waren zum 1. Oktober 2025 mehr als 6.200 öffentliche Ladepunkte installiert, darunter etwas mehr als 980 Schnellladepunkte, wie aus Daten der Bundesnetzagentur hervorgeht, doch steigt auch die Zahl der E-Autos seit Jahren kontinuierlich an.  Nach jüngsten Senatsangaben sind in Berlin über 80.000 elektrisch betriebene Fahrzeuge registriert, während der Bestand an Ladepunkten auf mehr als 35.000 Ladepunkte angewachsen ist.

 

Politisch betrachtet ist der Ausbau ein zentrales Projekt der rot-schwarzen Koalition in Berlin: Eine von CDU und SPD entworfene Vorlage wurde im Herbst 2024 im Abgeordnetenhaus beschlossen, auf deren Grundlage für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur in Berlin gesorgt werden soll – nicht nur in zentralen Innenstadtbereichen, sondern auch in Wohngebieten und Außenbezirken. Dazu gehören nicht nur höhere Stückzahlen, sondern auch ein klarer Zeit- und Maßnahmenplan. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf Laternenladen, der Nutzung landeseigener Flächen sowie der besseren Versorgung dicht bebauter Mietquartiere, wo viele Bewohner keine private Wallbox installieren können.

 

Auch der Senat selbst hat auf entsprechende Forderungen reagiert. In einer Mitteilung aus dem Sommer 2025 hob Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hervor, dass der Ausbau bis 2030 gemäß der „Gesamtstrategie Ladeinfrastruktur 2030“ weiter intensiviert wird und die Zahl der Ladepunkte deutlich gesteigert werden soll. Wirtschafts- und Energie-Senatorin Franziska Giffey (SPD) kündigte zusätzliche Fördermaßnahmen etwa für Wohnungsbaugesellschaften an, damit Ladepunkte auch dort entstehen, „wo Menschen wohnen und nicht nur parken“.

 

Auf dem Berliner Lade-Markt spielen private Betreiber wie Ubricity eine gewichtige Rolle. Als Tochter von Shell hat Ubricity nicht nur viele bestehende Lampenladepunkte übernommen, sondern plant, das Netz weiter auszubauen, zusätzliche Standorte zu erschließen und die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Solche Initiativen sind Teil eines breiteren Trends. Während die öffentliche Hand Infrastrukturziele setzt, investieren private Unternehmen verstärkt in den Ausbau, unter anderem mit Lampenladepunkten in Wohnstraßen oder Lösungen mit Direktzahlung per App, die den Zugang zum Ladestrom vereinfachen sollen. Aber: Der Betrieb öffentlicher Ladepunkte ist oft wirtschaftlich kaum rentabel. Nach Vollkostenrechnung bleiben dem Betreiber eines typischen Ladepunktes bei Vollauslastung etwa 15.000 Euro pro Jahr, bei durchschnittlich nur 5-6 Euro Deckung pro Tag, unabhängig von der Auslastung.

 

Trotz der positiven Entwicklung gibt es nach wie vor Debatten über Tempo und Umfang des Ausbaus. Branchenverbände wie der VDA mahnen, dass die Ladeinfrastruktur schneller wachsen müsse, um einem erwarteten Anstieg von E-Fahrzeugen gerecht zu werden und sogenannte „weiße Flecken“ in der Versorgung zu vermeiden. Solche gibt es in Mahlsdorf etwa im Großraum rund um die Pariser Straße, rund um die Elsenstraße, nördlich der B1 beiderseits der Hönower Straße bis zu den Bahngleisen sowie im Großraum Dahlwitzer Straße/Lemkestraße/Greifswalder Straße. Auch kritisieren manche Fahrer, dass Blockiergebühren an manchen Standorten das Nutzererlebnis trüben oder dass Schnellladepunkte im Vergleich zu Normalladern noch zu rar sind.

Für Mahlsdorf heißt das: Die vorhandenen 76 Stationen (im Mai 2023 waren es noch exakt halb so viele) sind ein Anfang, aber Teil eines sich dynamisch entwickelnden Netzes, das weiter wachsen soll.

In Mahlsdorf gibt es exakt 76 Ladestationen für Elektroautos, wie diese hier an einer Laterne in der Lübzer Straße.
Eine neue interaktive Karte zeigt nun neben Standort auch weitere wichtige Details.
An diesen Standorten gibt es in Mahlsdorf Ladestationen für E-Autos. Der Screenshot stammt von der neuen Website der Verkehrsinformationszentrale (VIZ).

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