In Marzahn-Hellersdorf geht ein neues Pilotprojekt an den Start, das die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig verbessern soll. Unter dem Titel „Hand ans Herz, zusammen geht mehr“ will das Bezirksamt bestehende Seniorenbegegnungsstätten stärken und deren Angebote ausbauen. Der Startschuss fällt noch in diesem Jahr, das „Bürgerstübchen“ am Hultschiner Damm ist eines von drei mit 20.000 Euro unterstützten Projekten.
Ziel ist es, Seniorinnen und Senioren ab 60 Jahren besser dabei zu unterstützen, ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten und sozial eingebunden zu bleiben. Gerade angesichts wachsender Einsamkeit im Alter sollen wohnortnahe Treffpunkte eine zentrale Rolle spielen. „Wir freuen uns sehr den zumeist schon langjährig bestehenden Vereinen und Treffpunkten im Kiez mit dem Projekt tatkräftig unter die Arme greifen zu können“, so Sozialstadträtin Juliane Witt (Die Linke). Und weiter: „Es ist natürlich keine Vollfinanzierung, aber mit dieser Stütze können sich die Seniorenbegegnungsstätten in diesem Jahr Dinge leisten und weiter anbieten, die ansonsten nicht möglich gewesen wären“.
Neben dem Bürgerstübchen in Mahlsdorf, welches vom Bürgerverein Mahlsdorf-Süd betrieben wird erhalten auch das Netzwerk „Gemeinsam statt einsam“ in Marzahn sowie das Bürgerhaus Südspitze in der Marchwitzastraße nahe des Bahnhofs Springpfuhl die Förderung. Das Geld kann flexibel eingesetzt werden– etwa für Veranstaltungen, Ausflüge wie Busreisen oder notwendige Anschaffungen wie Möbel und Küchengeräte. Allerdings gelten klare Vorgaben: Kosten für Speisen und Getränke müssen weiterhin von den Teilnehmenden selbst getragen werden.
Die Bandbreite der Angebote ist groß. Sie reicht von klassischen Begegnungsformaten wie Cafés und Gesprächsrunden über Gesundheits- und Bewegungsangebote bis hin zu Beratungen zu Pflege, Wohnen im Alter oder rechtlichen Fragen. Auch kulturelle Veranstaltungen, Lesungen und gemeinsame Feste gehören zum Programm. Damit erfüllen die Einrichtungen eine wichtige Funktion als soziale Knotenpunkte im Kiez – unabhängig von Herkunft oder Religion. Hintergrund des Projekts ist ein umfassenderes Rahmenkonzept für die Seniorenarbeit im Bezirk, das im Vorgriff auf ein geplantes Landesgesetz zur Altenhilfe entwickelt wurde. Da entsprechende Mittel auf Landesebene bislang nicht beschlossen wurden, setzt der Bezirk zunächst auf eine eigene Pilotlösung. Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln und das Konzept perspektivisch auszubauen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Evaluation: Bereits im September 2026 sollen die beteiligten Einrichtungen einen Halbjahresbericht vorlegen. Neben Besucherzahlen werden dabei auch Rückmeldungen der Zielgruppe erfasst, um Bedarfe besser zu verstehen und Angebote gezielt weiterzuentwickeln.
Wie das Geld im Bürgerstübchen Mahlsdorf eingesetzt wird, wird sich zeigen. Juliane Witt sowie der Leiter des Amtes für Soziales, Guido Filips, haben bereits im Vorfeld mit dem Vorfeld des Bürgervereins sinnvolle Möglichkeiten der Finanzierung ausgelotet. Sollte sich das Modell bezirksweit bewähren, ist eine Ausweitung geplant. Weitere Träger und Nachbarschaftszentren können sich noch bis zum 30. September 2026 für eine Förderung im Jahr 2027 bewerben.





