Zum ersten Mal ist heute vor der Mahlsdorfer Grundschule die neue „Sichere Schulwegzone“ umgesetzt worden – und der Start verlief überraschend entspannt. Ab 7 Uhr sperrten engagierte Eltern gemeinsam mit Mitarbeitenden des Ordnungsamtes und der Polizei den Zuweg zur Schule am Feldrain. Ziel des Projekts ist es, den morgendlichen „Bringverkehr“ zu entzerren und gefährliche „Elterntaxi“-Situationen direkt vor der Schule zu vermeiden.
Mit rot-weißen Straßensperren wurde die Zufahrt an der Kreuzung zum Rosenhag überwacht, ein Durchfahren war nicht mehr möglich. Auch die Schulleitung beteiligte sich vor Ort an der Absperrung. „Wir waren selbst ganz erstaunt, wie ruhig und geordnet das heute abgelaufen ist“, sagte Gesamtelternsprecher Reinhard Lau gegenüber „Alles Mahlsdorf“. Die Maßnahme habe deutlich weniger Konflikte ausgelöst als befürchtet.
Ganz ohne Irritationen blieb der Morgen allerdings nicht. Einige Eltern reagierten laut Lau zunächst mit grimmigen Blicken. Entweder, weil sie von der Aktion noch nichts gehört hatten oder sie schlicht vergessen hatten. Sie wichen zumeist jedoch auf die vorgesehenen „Kiss-and-Go“-Zonen aus, unter anderem in der Lemkestraße oder am Guthmannplatz, und setzten ihre Kinder dort ab. Für Kopfschütteln sorgten lediglich „ein, zwei Spezialisten“, wie Lau es formulierte. Einzelne Autofahrer ließen ihre Kinder kurzerhand direkt auf der Kreuzung aussteigen oder fuhren über die andere Seite des Feldrains rückwärts in die Einbahnstraße an der Albrecht-Dürer-Straße, um möglichst nah an die Schule zu gelangen. Größere Zwischenfälle blieben jedoch aus.
Unterm Strich überwog die positive Resonanz. Viele Eltern meldeten zurück, wie angenehm und stressfrei der Morgen verlaufen sei. Genau das ist das erklärte Ziel des Projekts: weniger Verkehr unmittelbar vor der Schule, mehr Sicherheit für die Kinder und ein entspannterer Start in den Schultag. Die heutige Aktion markiert den Auftakt eines zeitlich begrenzten Verkehrsversuchs, der in den kommenden Monaten weitergeführt und durch die Kooperation mit einer Hochschule ausgewertet werden soll. Die Hintergründe, Planungen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Schulwegzone waren im Vorfeld ausführlich diskutiert worden. Nach dem ersten Tag fällt das Fazit vieler Beteiligter eindeutig aus: Das Konzept funktioniert – zumindest zum Start.





