Im Wahlkreis Mahlsdorf/Kaulsdorf formiert sich das Kandidierendenfeld für die Berliner Abgeordnetenhauswahl im September weiter. Nachdem bereits Bewerberinnen von Linken, Grünen und SPD vorgestellt wurden, schickt nun auch die AfD ihren Direktkandidaten ins Rennen: Thomas Harder.
Der 69-Jährige lebt seit rund 20 Jahren in Mahlsdorf. Der gelernte Malermeister war über Jahrzehnte selbstständig tätig, vor allem in Westdeutschland, wo er nach eigenen Angaben überwiegend Tiefgaragen gestrichen hat. Heute ist er Rentner; politisch jedoch will er es noch einmal wissen. Nach seiner Mitgliedschaft bei den „Grauen Panthern“ trat er 2019 der AfD bei. Die Kandidatur für das Abgeordnetenhaus ist sein bislang sichtbarster Schritt in die Öffentlichkeit.
Harder betritt nun ein Terrain, das seit Jahrzehnte als CDU-Hochburg gilt. Seit 2006, als Mario Czaja erstmals den Wahlkreis eroberte, siegten hier immer die Kandidierenden der Christdemokraten. Aber: Auf die Frage nach seinen Chancen gegen die traditionell starke Konkurrenz antwortet Thomas Harder im „Alles Mahlsdorf“-Gespräch selbstbewusst: „Wenn ich mit den Leuten spreche, dann bin ich guter Dinge.“ Es ist ein Satz, der seinen Wahlkampf prägen dürfte. Harder will den direkten Kontakt an Wahlständen vor Supermärkten, Gesprächen auf der Straße und mit persönlichen Begegnungen im Kiez suchen.
Ein politisches Betätigungsfeld kennt der Rentner bereits. Er engagiert sich in der Seniorenvertretung von Marzahn-Hellersdorf. Dort trifft er regelmäßig auf die Sozialstadträtin Juliane Witt von der Partei Die Linke, die im Wahlkreis Mahlsdorf/Kaulsdorf ebenfalls antritt und damit zu seinen direkten Konkurrentinnen zählt. Thematisch setzt der AfD-Kandidat stark auf Anliegen von Älteren. Als Mahlsdorfer sehe er im Alltag zahlreiche Hürden für Menschen im Herbst ihres Lebens. Geh- und Fußwege seien vielerorts in schlechtem Zustand, Stolperstellen erschwerten das Vorankommen. Besonders das verbreitete Kopfsteinpflaster bereite Probleme. Auch Aufenthaltsqualität ist für ihn ein zentrales Stichwort. Mehr Sitzbänke im öffentlichen Raum, zusätzliche Bäume und Beschattung gegen Hitzeperioden. Zudem kritisiert er Verschmutzungen rund um den Bahnhof Mahlsdorf und fordert mehr Sauberkeit und Pflege.
Im Straßenbild will Harder in den kommenden Monaten deutlich präsenter sein. Neben klassischen Wahlständen plant er Plakatkampagnen, teilweise gemeinsam mit seinem kleinen Malteserhund, der ihn auch privat häufig begleitet. Ob es dem politischen Neueinsteiger gelingt, sich gegen etablierte Kräfte durchzusetzen, wird sich im September zeigen.





