Im Blausternweg gibt’s gerade eine Menge Ärger. Über Haufen. Riesige Haufen. Seit Monaten sorgen dort die Hinterlassenschaften eines offenbar großen Hundes für Frust und Kopfschütteln. Betroffen sind nicht nur der Blausternweg selbst, sondern auch die Phloxstraße oder der Lavendelweg sowie weitere angrenzende Straßen mit den dazugehörigen Wege und Grünflächen. Nach Angaben mehrerer Anwohner werden die Hundehaufen bereits seit dem vergangenen Sommer dort entdeckt – sichtbar, übelriechend und zunehmend ein Ärgernis für die Nachbarschaft.
Der Redaktion von „Alles Mahlsdorf“ liegen Fotos vor, die das Ausmaß des Problems verdeutlichen, eine Veröffentlichung aber unmöglich machen. Die Größe und Dicke der Hinterlassenschaften lassen darauf schließen, dass es sich um einen größeren Hund handelt. Wer genau mit dem Tier unterwegs ist, konnte bislang jedoch nicht ermittelt werden. Sicher ist nur: Der Hundehalter oder die Hundehalterin räumt den Kot konsequent nicht weg.
Die Stimmung im Kiez ist entsprechend gereizt. Viele Nachbarn – darunter auch zahlreiche verantwortungsbewusste Hundebesitzer – zeigen sich schwer genervt. „Das wirft ein schlechtes Licht auf alle, die mit Hund unterwegs sind“, heißt es aus der Nachbarschaft. Einige Anwohner haben bereits Kotbeutel gut sichtbar an Zäunen aufgehängt, in der Hoffnung, einen Hinweis zu geben oder zum Umdenken zu bewegen. Doch bislang blieb auch diese Aktion ohne Erfolg.
Besonders verärgert sind Grundstückseigentümer in der Gegend. Sie berichten, dass der Hundekot regelmäßig auf Gehwegen, vor Einfahrten oder direkt vor ihren Grundstücken liegt. Der Ärger entlädt sich dann nicht selten pauschal gegen alle Hundebesitzer. Viele greifen schließlich selbst zur Tüte oder zur Schaufel, um die Hinterlassenschaften zu beseitigen – aus hygienischen Gründen oder um weitere Konflikte zu vermeiden. „Das kann aber nicht Sinn der Sache sein“, betonen mehrere Betroffene.
Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht entfernt, begeht in Berlin eine Ordnungswidrigkeit. Wird man vom Ordnungsamt oder von der Polizei erwischt, droht ein Bußgeld von bis zu 120 Euro. In der Praxis werden häufig Beträge im mittleren zweistelligen Bereich verhängt. Ein Risiko, das offenbar nicht alle Hundehalter abschreckt. Was können Betroffene tun? Das Bezirksamt empfiehlt, wiederholte Verstöße beim Ordnungsamt zu melden. Hilfreich sind dabei konkrete Hinweise zu Ort, Zeit und, sofern möglich, zur Person oder zum Hund. Auch Fotos können die Meldung unterstützen. Eigenständige Konfrontationen sollten hingegen vermieden werden, um Konflikte nicht weiter anzuheizen.
Dass das Thema im Bezirk ernst genommen wird, zeigte erst vor kurzem eine konzentrierte Aktion des Ordnungsamtes Marzahn-Hellersdorf. Im Rahmen gezielter Kontrollen wurde verstärkt gegen Hundekot vorgegangen, Hundehalter wurden kontrolliert und bei Verstößen entsprechend belangt. Solche Maßnahmen sollen nicht nur abschrecken, sondern auch das Bewusstsein für Rücksichtnahme im öffentlichen Raum schärfen. Für die Anwohner rund um den Blausternweg bleibt die Hoffnung, dass der Verursacher oder die Verursacherin doch noch zur Vernunft kommt – oder dass erneute Kontrollen für Abhilfe sorgen.





