Wer in diesen Tagen mit dem Auto durch Mahlsdorf unterwegs ist, braucht einen wachsamen Blick auf die Fahrbahn. In mehreren Straßen haben sich in den vergangenen Wochen auffällig viele Schlaglöcher gebildet. Besonders betroffen sind die „großen“ Straßen, unter anderem die Hönower Straße, die Elsenstraße, der Hultschiner Damm, B1 sowie die Landsberger Straße. Anwohnerinnen und Anwohner berichten von plötzlich auftauchenden Fahrbahnschäden, die teils innerhalb weniger Tage entstanden sind. Die „Schuldigen“ liegen auf der Hand.
Ursache für das zunehmende Schlaglochproblem liegt nicht allein im Alter der Straßen oder im Verkehrsaufkommen. Vielmehr spielen die seit Wochen anhaltenden winterlichen Witterungsbedingungen eine entscheidende Rolle, insbesondere die Kombination aus Dauerfrost und dem Einsatz von Tausalz.
Die Straßenbeläge bestehen zwar aus robustem Asphalt, sind aber keineswegs unverwundbar. Schon kleinste Risse, die durch Verkehrslast oder Materialermüdung entstehen, können im Winter zur Schwachstelle werden. Dringt Wasser in diese feinen Risse ein und sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, beginnt ein zerstörerischer Prozess: Das Wasser gefriert, dehnt sich aus und vergrößert die Risse im Asphalt. Problematisch wird es vor allem bei häufigen Wechseln zwischen Frost und leichtem Tauwetter, wie sie Anfang Januar in Mahlsdorf zu beobachten waren. Tagsüber taute das Eis, Wasser sickerte erneut in den Straßenbelag, nachts gefror es wieder. Dieser ständige Wechsel wirkte wie ein Keil im Asphalt – Schicht für Schicht wurd das Material aufgesprengt.
Hinzu kommt der Einsatz von Tausalz, im Winter unverzichtbar für die Verkehrssicherheit der vielbefahrenen Straßen. Salz senkt den Gefrierpunkt von Wasser und sorgt dafür, dass Eis und Schnee schneller schmelzen. Doch genau das beschleunigt auch die Schäden an der Fahrbahn. Durch das Salz bleibt Wasser länger flüssig und kann tiefer in den Asphalt eindringen. Gleichzeitig greift das Salz die Bindemittel im Asphalt an und schwächt dessen Struktur. Besonders kritisch ist diese Wirkung bei älteren Straßen oder dort, wo der Unterbau bereits Vorschäden aufweist. Wird der Asphalt dann zusätzlich durch schwere Fahrzeuge belastet, brechen einzelne Stücke heraus – das klassische Schlagloch entsteht.
Für Verkehrsteilnehmende bedeuten die Schlaglöcher nicht nur Ärger, sondern auch ein erhöhtes Unfall- und Schadensrisiko. Felgen, Reifen und Fahrwerke können durch tiefe Löcher erheblich beschädigt werden. Zwar reagiert der Bezirk in der Regel mit kurzfristigen Reparaturen, etwa durch das Verfüllen der Löcher mit Kaltasphalt. Diese Maßnahmen sind jedoch meist nur eine Übergangslösung, denn bei anhaltendem Frost halten diese Flickstellen oft nicht lange. Derzeit ist ein Auffüllen mit Asphalt aber eh nicht möglich, wie die Baustelle nach dem Wasserrohrbruch auf der Hönower Straße zeigt. Aufgrund der anhaltenden Minusgrade und der damit verbundenen Arbeitsruhe im Tiefbau sind die Asphalt-Mischwerke derzeit weitestgehend geschlossen.
Ob Mahlsdorf also tatsächlich ein dauerhaftes Schlaglochproblem bekommt, hängt auch davon ab, wie lange der Winter anhält, zudem wie schnell anschließend umfassendere Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Klar ist jedoch: Tausalz und Dauerfrost sind eine explosive Mischung für den Straßenasphalt. Die aktuellen Schäden sind ein sichtbares Ergebnis dieses Zusammenspiels – und für viele Mahlsdorferinnen und Mahlsdorfer inzwischen kaum noch zu übersehen.




