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Um Überschwemmungen zu verhindern: Wasserbetriebe wollen Mahlsdorfs illegale Regenleitungen beseitigen

Im Mai 2017 und im August 2019 überflutete heftiger Starkregen in Mahlsdorf zahlreiche Straßen (unsere Beiträge hier und hier). Wetterphänomene, bei denen selbst die modernste Kanalisation an ihre Grenzen gerät. In Mahlsdorf steht das Wasser jedoch schon bei länger andauernden Gewittern auf vielen Straßen – nicht nur, aber auch, weil es in Mahlsdorf nicht selten ist, das Regen etwa von Haus- oder Carportdächern direkt auf die Straße geleitet wird. Ebenso dürfte es in Mahlsdorf nicht wenige illegale Anschlüsse von Regenwasserrohren an Schmutzwasserleitungen  geben, die schon bei „normalen“ Gewittern die nicht auf diese Wassermenge ausgelegte Kanalisation vor Probleme stellen. Um beides in Zukunft zu vermeiden und das Regenwasser künftig zu nutzen, planen die Berliner Wasserbetriebe Tausende Regenwasserleitungen in Mahlsdorf zu überprüfen – die Anwohner:innen sollen dabei unterstützen und gegebenenfalls Umbauarbeiten vornehmen.


Die Wasserbetriebe wollen bei ihrer Überprüfung die Einleitungen von Niederschlagswasser in die Kanalisation testen. Ziel ist es, die Verdunstung, Versickerung oder andere Nutzung auf den Grundstücken zu erweitern, um den Folgen des Klimawandels robuster begegnen zu können. „Die zunehmende Verdichtung der Stadt und der Klimawandel, bei dem sich im Sommer immer häufiger lange trockene Hitzeperioden und Starkregen ablösen, unterstreichen die Notwendigkeit von dezentraler Regenwassernutzung“, heißt es in einer Pressemitteilung der BWB. Der in der Gesamtbilanz zu spärliche Regen in der Region sei für eine Ableitung zu schade, weil er für das Stadtklima und das Grundwasser gebraucht wird. Und bei Starkregen geraten die Kanäle schneller an ihre Grenzen, was zu Rückstau, Überflutungen und Einspülungen von Dreck, wie 2017 und 2019 in Mahlsdorf geschehen, in unsere Gewässer führen kann.


Das alles hat zu einem „Neudenken von Regenwasser“ in Berlin geführt, für Neu- und Umbauten auf Grundstücken wurden Ein- und Ableitgrenzen festgelegt, die Berliner Regenwasseragentur als Beratungsinstitut vor allem für Eigentümer:innen, Planer:innen und Behörden gegründet. Auch das Wasserhaushaltsgesetz besagt, dass Regenwasser auf dem Grundstück verbleiben soll. Jetzt prüfen die Berliner Wasserbetriebe Bezirk für Bezirk, ob und auf welcher vertraglichen Grundlage von Grundstücken Regenwasser in die Kanalisation eingeleitet wird. So wird im Bereich der Trennkanalisation, also in den Bezirken außerhalb des Berliner S-Bahn-Ringes (also auch Marzahn-Hellersdorf), immer wieder festgestellt, dass Regenwasser offen oder verdeckt in die dafür nicht vorgesehenen Schmutzwasserkanäle fließt, was diese natürlich schnell überlastet und damit temporär auch zu hydraulischen Einschränkungen des Entsorgungskomforts führen kann. „Gerade in den Siedlungsgebieten gibt es nur unter den Hauptstraßen einen Regen- und einen Schmutzwasserkanal. Unter den Siedlungsstraßen ist meist nur ein Schmutzwasserkanal vorhaben“, so Stephan Natz, Pressesprecher der Wasserbetriebe gegenüber „Alles Mahlsdorf“. Nicht unüblich war es gerade bei mehreren Jahrzehnte alten Häusern, die Regenwasserabflüsse direkt an eben diesen Schmutzwasserkanal anzuschließen – „aber das ist verboten“, so Natz. Wer so etwas am eigenen Grundstück feststellt (ebenso wie die Regenwasserableitung direkt auf die Straße) muss laut Stephan Natz eigenständig für einen legalen Umbau sorgen. „Möglich sind etwa eine Entwässerung direkt in den Garten zum dortigen versickern, eine Zisterne zum Gartensprengen oder gar Anlagen um das Regenwasser zur Toilettenspülung zu nutzen.“


Die Berliner Wasserbetriebe gehen nun ihrem Projektplan folgend schrittweise auf die Kund:innen zu. Dabei baut das Unternehmen auch auf die Mitwirkung der Grundstückseigentümer:innen, die gebeten werden, im Vorfeld bereits für sich zu überprüfen, wohin welche versiegelten Flächen ihres Grundstücks entwässern sowie wie sie durch die Bewirtschaftung von Regenwasser auf dem Grundstück selbst Beiträge zum Stadtklima leisten können. Stephan Natz teilte mit, dass Mahlsdorf in den Jahren 2023/2024 an der Reihe sein wird. Begonnen wird mit Teilen von Reinickendorf, Pankow, Zehlendorf, Steglitz, Neukölln und Köpenick.


Weitergehende Informationen gibt es auf www.bwb.de/regenwassernutzung, in der Broschüre www.bwb.de/de/assets/downloads/flyer-regenwasser.pdf, die auch bei den Bauämtern der Bezirke erhältlich ist, sowie bei www.regenwasseragentur.berlin.

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