Ein Befreiungsschlag zur rechten Zeit: Eintracht Mahlsdorf hat im Oberligaduell gegen den Berliner AK einen wichtigen Heimsieg eingefahren und damit auf die sportlichen wie atmosphärischen Begleitumstände der vergangenen Wochen die passende Antwort gegeben. Begleitet wurde der 2:0-Erfolg abermals durch Fan-Proteste gegen ein Trommelverbot.
Nach zwei Niederlagen in Serie und dem Ärger um die kurzfristig abgesagte Partie am Karfreitag beim Union Klosterfelde stand die Mannschaft von Trainer Karsten Heine spürbar unter Druck. Die Anfangsphase spiegelte die Gemengelage wider: Mahlsdorf wirkte nervös, fahrig, suchte zunächst vergeblich nach Struktur. Die sonst unüberhörbare Unterstützung von den Rängen blieb zudem aus. Die aktive Fanszene, die „Supporters Mahlsdorf“, verzichtete bewusst auf Gesänge und setzte stattdessen mit Bannern und Plakaten ein Zeichen gegen das vom Bezirksamt verhängte Trommelverbot – ausgelöst durch Beschwerden von Anwohnenden rund um den Rosenhag (wir berichteten). So entwickelte sich eine ungewohnt stille erste Halbzeit, in der der Protest das Bild auf den Rängen prägte.
Auf dem Platz jedoch schüttelte die Eintracht die Unsicherheit nach gut einer Viertelstunde zunehmend ab. Eine kurze Schrecksekunde in der 14. Minute, ausgelöst durch eine BAK-Chance, wirkte wie ein Weckruf. In der Folge übernahmen die Gastgeber die Kontrolle, erspielten sich ein Chancenplus und drängten die Moabiter zunehmend in die Defensive. Vor allem Nils Stettin hätte zur frühen Führung treffen können, wenn nicht sogar müssen. Doch gleich mehrfach scheiterten er oder andere Offensivkräfte der Torjäger am stark aufgelegten BAK-Keeper Santiago Amorín (kam zum Jahresbeginn ablösefrei vom Erstligisten CR Porongos aus Uruguay), der sein Team mit mehreren Paraden im Spiel hielt.
Als sich viele bereits auf ein torloses Remis zur Pause eingestellt hatten, schlug die Eintracht doch noch zu. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war es Anthony Worm, der die Erlösung brachte und zur Führung traf. Ein psychologisch enorm wichtiger Treffer, der die Nerven beruhigte. Zunächst. Denn mit Wiederanpfiff änderte sich das Bild deutlich. Der Berliner AK, eine junge und engagierte Mannschaft, kam hochmotiviert aus der Kabine, suchte aggressiv die Zweikämpfe und unterbrach den Spielfluss immer wieder durch Fouls. Mahlsdorf verlor in dieser Phase den Zugriff, wurde zunehmend in die eigene Hälfte gedrängt und musste mehrfach tief durchatmen. Das Tor von Pascal Obst (erhielt den Vorzug vorm eigentlichen Stammkeeper Paul Büchel) geriet unter Dauerbeschuss, und nicht wenige Zuschauer befürchteten bereits den Ausgleich.
Doch die Eintracht überstand die Druckphase mit Geschick und einer Portion Glück. In der Schlussphase folgte dann die endgültige Entscheidung. Nach einem klaren Foul im Strafraum übernahm Top-Torjäger Stettin Verantwortung und verwandelte den fälligen Elfmeter in der 84. Minute souverän zum 2:0. Mit diesem, Stettins 21. Saisontreffer, war dem Berliner AK sichtbar der Stecker gezogen, Mahlsdorf brachte den Vorsprung anschließend routiniert über die Zeit.
Am Ende steht ein Sieg, der vielleicht nicht glanzvoll, aber aufgrund der ersten Halbzeit und der größeren Effizienz verdient war. Für Mahlsdorf ist es ein wichtiger Schritt zurück in die Spur. Sportlich wie mental. Der 2:0-Erfolg am heimischen Rosenhag sorgt dafür, dass die Mahlsdorfer im Rennen um das obere Tabellendrittel dranbleiben. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Bereits am Mittwoch wartet mit dem Auswärtsspiel beim Tabellendritten aus Klosterfelde die nächste anspruchsvolle Aufgabe.
Danke an Tino Adamski für die Fotos!





