Zu wenig Toiletten: Eltern beklagen Sanitärsituation in den Schulcontainern am Lehnitzplatz

Verstopfte und verschmutzte WCs, lange Schlangen vor den Waschbecken, leere Klorollenhalter und Lehrkräfte, die selbst zu Pömpel und Wischmopp greifen: Die Zustände in den Sanitäranlagen der Schulcontainer am Lehnitzplatz sind, milde gesagt, grenzwertig. Der Grund: Die Zweigstelle der Kiekemal-Grundschule hat zu wenig WCs und eine Zwischenreinigung gibt es auch nicht. „Hier muss dringend etwas getan werden“, fordert Elternsprecherin Jana Löschke.

 

Als der Filialstandort der Kiekemal-Grundschule auf dem Lehnitzplatz nach langem Kampf im April 2021 endlich eröffnet werden konnte, war damals schon klar, dass die Anzahl der Toiletten ziemlich knapp bemessen ist, obwohl die Ausstattung den erforderlichen Standards entspricht. Im Schulalltag hat sich diese Befürchtung schnell bewahrheitet. Ein Waschbecken wurde bereits nachträglich in dem zur Mensa führenden Gang installiert, weil sich das Händewaschen vor dem Essen als logistische Herausforderung erwies.

 

„In einem Haus befinden sich drei Toiletten, zwei Pissoirs und drei Waschbecken. Diese sanitären Anlagen werden derzeit von 78 Kindern im Ganztag genutzt, perspektivisch werden es 100 Schüler im neuen Schuljahr sein. Sie können sich vorstellen, dass der hygienische Zustand im Laufe des Tages stark nachlässt“, erklärt Schulleiterin Katrin Bloch gegenüber „Alles Mahlsdorf“. Weil sie es den Kindern einfach nicht mehr zumuten konnten, hätten Pädagoginnen und Pädagogen schon ein ums andere Mal selbst die Ärmel hochgekrempelt und sauber gemacht. „Eine Zwischenreinigung wäre hier sehr entlastend“, ist sich Bloch sicher. Bislang erfolgt die in der vergangenen Legislaturperiode an allen Marzahn-Hellersdorfer Schulen eingeführte Tages- und Bedarfsreinigung lediglich im Haupthaus der Kiekemal-Grundschule (Hultschiner Damm 219).

 

Elternsprecherin Jana Löschke, die auch für die CDU in der Bezirksverordnetenversammlung sitzt, hat in der Juni-Sitzung der BVV einen Antrag auf Umsetzung der Zwischenreinigung am Filialstandort eingereicht. Nach der Sommerpause berät der Schulausschuss darüber. Das Bezirksamt wird in dem Antrag auch ersucht, im neuen Schuljahr mit dem Aufstellen eines zusätzlichen Toilettencontainers für Entlastung zu sorgen. Denn selbst wenn das Geld für eine Bedarfsreinigung am Lehnitzplatz zur Verfügung stünde, bliebe ein Problem: Es fehlen Aufenthaltsmöglichkeiten für das Reinigungspersonal und Lagerräume für sämtliche Putzmaterialien. Das erschwere die Umsetzung, weiß Jana Löschke. Sie will sich mit der Schulleitung und mit Marzahn-Hellersdorfs Schulstadtrat Dr. Torsten Kühne (CDU) noch in den Ferien treffen, um verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu besprechen. „Grundsätzlich sind baulich umzusetzende Maßnahmen aufwendiger und dauern aufgrund genehmigungsrechtlicher Aspekte länger“, das Bezirksamt prüfe aber beide Vorschläge, teilt der Bezirksstadtrat mit.

 

Allerdings gibt es Bedenken, dass für einen Sanitärcontainer der Platz auf dem Grundstück nicht ausreichen könnte. „Es wurde beim Bau der Anlage ja schon Tetris gespielt und versucht, die bereits maximal bemessenen Container bestmöglich einzupassen“, erläutert die Elternsprecherin. Gut möglich also, dass der Bezirk keine Chance sieht, ein mobiles Toilettenhaus zu errichten.

Doch so oder so müsse sich die unbefriedigende Toilettensituation schnellstmöglich ändern, fordern die Eltern der Kiekemal-Grundschule. Im neuen Schuljahr werden am Standort vier erste Klassen und drei zweite Klassen unterrichtet.  „Für die Kleinen ist sowieso alles ungewohnt und neu. Die brauchen einfach gute Bedingungen und denen kannst du auch nicht sagen, sie sollen mal die Beine zusammenkneifen, wenn sich eine lange Schlange vor den WCs bildet“, veranschaulicht Jana Löschke die Problematik.

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