Zwischen Parkpflege und Artenvielfalt: Wie und wann Mahlsdorfs Grünflächen gemäht werden

Der Frühling ist da, die Natur explodiert. Nicht nur in den Tausenden Mahlsdorfer Privatgärten, sondern auch in und auf öffentlichen Grünanlagen in unserem Ortsteil. Doch wie und wann wird hier eigentlich gemäht? Antwort darauf gab es nun von der für Grünanlagen zuständigne Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (CDU) auf eine Anfrage des Bezorksverordneten Pascal Grothe von den Grünen.

 

Deutlich wird: Die Pflege der Grünflächen wird zunehmend differenzierter organisiert. Statt überall gleich häufig zu mähen, setzt das Straßen- und Grünflächenamt inzwischen auf verschiedene sogenannte Mahdkonzepte – je nach Funktion der Fläche. Und da gibt es deutliche Unterschiede etwa zwischen dem Gutspark Mahlsdorf hinter dem Gründerzeitmuseum, dem Frans-Hals- oder Graffplatz oder dem Mittelstreifen der B1.

 

Der Bezirk betreut insgesamt rund 245 Grünanlagen. Wie häufig gemäht wird, hängt von ihrer Nutzung ab. Grundsätzlich unterscheidet die Verwaltung zwischen hochwertigen, üblichen und einfachen Grünanlagen. Neben ästhetischen und sozialen Aspekten spielt dabei zunehmend auch die ökologische Funktion eine Rolle. Während repräsentative Flächen regelmäßig gemäht werden müssen, um als Aufenthaltsorte attraktiv zu bleiben, werden andere Bereiche bewusst seltener geschnitten, damit sich Blühpflanzen und Insekten besser entwickeln können.

 

Ein Beispiel für dieses abgestufte System ist der Gutspark Mahlsdorf. Auf relativ kleinem Raum gelten dort mehrere unterschiedliche „Mahdregime“. Die repräsentativen Rasenflächen rund um das Gründerzeitmuseum werden etwa alle zwei Wochen gemäht. Sie sollen vor allem gepflegt wirken und den historischen Charakter der Anlage unterstreichen. Angrenzende Rasenflächen werden dagegen nur fünfmal im Jahr geschnitten – jeweils einmal zwischen April und Juli sowie ein weiterer Schnitt im Oktober. Noch extensiver gepflegt werden die Wiesenbereiche des Parks. Sie werden lediglich zweimal jährlich gemäht: einmal im Juli nach der Blüte und ein zweites Mal im Herbst. Einzelne Flächen werden sogar nur einmal im Jahr geschnitten. Dieses Konzept schafft unterschiedliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere und erhöht damit die Artenvielfalt im Park.

 

Auch andere Grünflächen in Mahlsdorf werden nach ökologischen Kriterien gepflegt. Am Frans-Hals-Platz und am Graffplatz gehören größere Wiesenflächen zum Landschaftsbild. Dort wird meist ein- bis zweimal pro Jahr gemäht. Entlang von Wegen oder an stark genutzten Bereichen werden sogenannte Akzeptanzstreifen häufiger geschnitten, meist vier bis sechs Mal jährlich. Diese kurz gehaltenen Streifen sorgen dafür, dass die Anlagen weiterhin gepflegt wirken und gut genutzt werden können, während der Großteil der Wiesen länger stehen bleibt.

 

Ein besonders sichtbares Beispiel für die Umstellung der Pflege findet sich nicht in einem Park, sondern mitten im Verkehr. Auf dem Mittelstreifen der Bundesstraße B1 wurde die Mahd im Jahr 2025 neu organisiert. Der zentrale Teil des Mittelstreifens wird nun nur noch zweimal im Jahr gemäht. Dadurch können sich dort Wildblumen entwickeln. Zur Wahrung der Verkehrssicherheit werden lediglich die Randbereiche häufiger geschnitten, etwa viermal jährlich.

 

Zusätzlich wurden an einigen Stellen heimische Stauden gepflanzt. Das Ergebnis: Statt einer monotonen Grasfläche zeigt sich im Sommer eine farbenreiche Blütenlandschaft, die zugleich als kleines Biotop für Insekten dient. Die neuen Mahdkonzepte verfolgen mehrere Ziele gleichzeitig. Sie sollen Grünflächen attraktiv halten, Kosten kontrollieren und gleichzeitig mehr Raum für Natur schaffen. Allerdings stößt der Ausbau solcher ökologischen Pflegeformen an Grenzen. Gestaffelte Mahd, spezielle Mähtechnik oder aufwendigere Pflegekonzepte erfordern zusätzliche Mittel und Personal. Deshalb können sie bislang nur auf ausgewählten Flächen umgesetzt werden.

Der Frans-Hals-Platz in Mahlsdorf wird vier bis sechs Mal im Jahr gemäht.

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