Wenn Eintracht Mahlsdorf am kommenden Spieltag der NOFV-Oberliga auf den SV Siedenbollentin trifft, geht es für die Lilanen um weit mehr als nur drei Punkte. Es geht um Standortbestimmung, um Konstanz. Und um die Fortsetzung eines Weges, der Ende 2025 eingeschlagen wurde. Los gehts auf dem Rosenhag am Sonntag ab 13 Uhr. Trainer Karsten Heine zeigt sich im Gespräch mit „Alles Mahlsdorf“ optimistisch.
Der 70-Jährige gibt sich selbstbewusst positiv. „Wir wollen uns oben festsetzen, unseren Platz in der Spitzengruppe verteidigen“, so der Coach. Aktuell rangiert Mahlsdorf mit elf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Tasmania Berlin auf Platz drei. Eine tolle Position, die es zu festigen gilt. „Jedes Spiel wollen wir gewinnen. Natürlich, sonst bräuchten wir gar nicht aufzulaufen. Was dann nach oben noch geht, kann man derzeit jedoch nur bedingt beeinflussen“, so Heine realistisch. Tasmania Berlin sieht er dabei klar als Top-Favoriten der Liga, nicht zuletzt aufgrund der Winter-Neuzugänge, mit denen sich der Tabellenführer noch einmal deutlich verstärkt hat. Doch auch bei der Eintracht hat man personell nachgelegt. Besonders Innenverteidiger Ben Wagner sorgt für zusätzliche Stabilität. Der hochveranlagte Defensivmann gilt als „stabile Kante“ und gibt der Abwehr neue Präsenz. Zusammen mit Jerome Scholz, der vor allem im Eins-gegen-eins seine Stärken ausspielen kann, ist der Kader in der Breite konkurrenzfähiger geworden.
Weniger optimal verlief dagegen die Vorbereitung der vergangenen Wochen. Aufgrund der winterlichen Platzverhältnisse konnte lange Zeit nicht auf dem Feld trainiert werden – ein Umstand, der allerdings auch den kommenden Gegner aus Siedenbollentin (liegt 20 Kilometer nördlich von Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern) betrifft. Hoffnung setzt Heine auf das abschließende Testspiel am Mittwochabend gegen Germania Schöneiche (Anpfiff 18.30 Uhr), um noch einmal Spielrhythmus zu sammeln. Unverändert bleibt der Anspruch des Trainers: „Ich will immer jedes Spiel gewinnen, immer das Optimum erreichen.“ Einfach wird das nicht, denn die Oberliga präsentiert sich in dieser Saison extrem ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen. Ein entscheidender Faktor für Mahlsdorf könnte Nils Stettin werden. Der 29-jährige Mittelstürmer ist der herausragende Torjäger der Saison. In 16 Partien erzielte er 15 Treffer, trifft im Schnitt alle 91 Spielminuten. Nur in sechs Ligaspielen blieb Stettin ohne Torerfolg, dafür schnürte er gleich fünf Doppelpacks – Bestwert der Oberliga.
Doch Vorsicht ist geboten, insbesondere in den ersten 45 Minuten. Der SV Siedenbollentin gilt als wahre „Erste-Halbzeit-Mannschaft“. Würde man ausschließlich diese Spielphasen werten, stünde der Aufsteiger mit 33 Punkten an der Tabellenspitze. Die Mannschaft, gespickt mit erfahrenen Regionalliga-Spielern, hat eine starke Hinrunde gespielt und liegt als Sechster nur zwei Punkte hinter Mahlsdorf. Für die Eintracht wird die kommende Partie also zu einem echten Prüfstein. Will man sich weiter in der Spitzengruppe festsetzen, braucht es eine konzentrierte Leistung – über 90 Minuten. Um möglichst viel Unterstützung zu erhalten hat der Verein zum Beginn der Feierlichkeiten zum 130. Jubiläum einen Eintritts-Sonderpreis eingeführt. Für nur 1,50 Euro gibt es bei Eventim Tickets, Überschrift „Mission Heimsieg“.





