Titel, Tränen, Tore: Emotionaler Fußball-Nachmittag auf dem Mahlsdorfer Rosenhag

Seit Samstagnachmittag ist die Oberliga-Saison für Eintracht Mahlsdorf beendet. Zwar setzt es eine deftige 0:5-Klatsche gegen Tasmania Berlin, die mit ihrem souveränen Auswärtssieg die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga klar machten, gefeiert wurde bei den Lilanen trotzdem. Vor allem einer.


473 Spiele. 347 Tore. 19 Jahre Mahlsdorf. Christoph Zorn, Mittelstürmer, hat sich am Rosenhag nahezu einen Legenden-Status erarbeitet. Am Samstag durfte er seine Mannschaft ein letztes Mal als Kapitän aufs Feld führen, wurde in der 27. Minute begleitet von Standing Ovations beider Teams und der rund 250 Zuschauer ausgewechselt. So manch einer will feuchte Augen bei der Tormaschine erkannt haben, der dem Verein als Geschäftsstellenleiter und in den Altliga-Mannschaften erhalten bleibt.


Woran Christoph Zorn und Eintracht Mahlsdorf im vergangenen Jahr in letzter Sekunde scheiterten, gelang Tasmania auf dem Rosenhag: Der Oberliga-Titel. Verdient steigt der Verein 60 Jahre nach dem legendären Bundesliga-Abstieg in die vierte Liga auf, nach Abpfiff feierten Spieler und Fans auf dem Mahlsdorfer Rasen. Im Anschluss an die vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) ausgerichtete Meister- und Siegerzeremonie ging es im roten offenen Doppeldecker-Bus quer durch Berlin, im Neuköllner Rathaus gratulierten die Bezirksverantwortlichen. Nach einer Rundfahrt über Karl-Marx-Straße, Sonnenallee, Hermannstraße und Kurfürstendamm begoss der Verein seine sportlich starke Saison im Werner-Seelenbinder-Sportpark.


Apropos Sport: Den gabs gestern auf dem Rosenhag ebenso, für Mahlsdorf jedoch ein Spiel zum Vergessen. Bereits nach vier Minuten lag das Team durch Gegentreffer von Konstantinos Grigoriadis und Youssef Labbouz mit 0:2 zurück, noch vor dem Pausenpfiff schraubten Pedro Vitor Cruz Magalhaes und wiederum Grigoriadis das Ergebnis nach oben, die Partie fand fast eh nur in der Mahldsorfer Hälfte statt. Der sonst so ruhige Eintracht-Trainer Karsten Heine war außer sich, bezeichnete die ersten Tore als „viel zu einfach“, dürfte in der Kabine deutliche Worte gefunden haben.


In den zweiten 45 Minuten schaltete Tasmania zwei Gänge zurück, kontrollierte aber weiterhin souverän das Geschehen. Labbouz legte mit einem feinen Heber über Torwart Paul Büchel noch das 5:0 nach, mehr passierte nicht mehr. Fußballerisch. Nach den Toren gabs den Pokal für Tasmania, gefeiert mit viel Rauch, Meister-Shirts, Lametta und Gesängen. Und Emotionen bei der Eintracht.

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