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Alle Zahlen, alle Fakten: So hat Mahlsdorf gewählt

An neun unterschiedlichen Standorten konnten am Wahlsonntag rund 24.500 erwachsene Mahlsdorfer:innen heute zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimme abgeben. Ein bedeutsames historisches Ereignis. Neben dem Deutschen Bundestag wurden das Abgeordnetenhaus von Berlin und die zwölf Bezirksverordnetenversammlung gewählt. Außerdem fand der Volksentscheid zur Erarbeitung eines Gesetzentwurfs durch den Senat zur Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Wohnungsunternehmen statt. In der Geschichte der Stadt hat es noch nie so viele gleichzeitige Wahlereignisse an einem Tag gegeben. Sehr positiv: Eine große Anzahl der Wahlberechtigten, nämlich 85,3 Prozent, hat an der Wahl teilgenimmen. „Alles Mahlsdorf“ zeigt, wie der Wahlkreis Mahlsdorf/Kaulsdorf-Süd bei der Abgeordnetenhauswahl und der Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf bei den Bundestagswahlen, der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung und zum Volksentscheid abgestimmt hat.

Bundestagswahl
Mario Czaja aus Mahlsdorf zieht in Bundestag ein

Hier kam es zu einer kleinen Sensation. 22 Jahre lang war der CDU-Politiker Mario Czaja der Mahlsdorfer Wahlkreisabgeordnete, wagte am Sonntag die Kandidatur zum Bundestag. Es schien ein schier unmögliches Unterfangen zu werden, hatte er doch Petra Pau von den Linken eine Konkurrentin, die den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf zuletzt fünf Mal gewann. Aber: Mit 29,4 Prozent landete Czaja nach Auszählung aller Stimmen mit 7,5 Prozent und damit deutlich vor der bisherigen Bundestagsvizepräsidentin (büßte im Vergleich zur Wahl 2017 mehr als 12 Prozent ein). Damit zieht ein Mahlsdorfer, Czaja ist der Erste, nun in den Bundestag ein, ist womöglich mit der CDU-Fraktion an der kommenden Regierung beteiligt. Dem (vor Monaten) ebenfalls Siegchancen zugerechneten AfD-Kandidaten Thomas Braun blieb mit 15,6 Prozent nur Platz 3.

Bei den Zweitstimmen, also jenen die über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag entscheiden, siegte in Marzahn-Hellersdorf die SPD mit 23,4 Prozent. CDU, Linke und AfD landeten in etwa gleich auf auf den Folgeplätzen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 69 Prozent.

Mario Czaja gewann den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf sehr deutlich, Petra Pau musste massive Stimmverluste hinnehmen.
Bei den Zweitstimmen siegte in Marzahn-Hellersdorf die SPD sehr deutlich, es folgen die AfD, die CDU und die Linke auf den weiteren Plätzen.
Mario Czaja (CDU) aus Mahlsdorf zieht für den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf in den Bundestag ein.

Abgeordnetenhauswahl
Katharina Günther-Wünsch wird neue Mahlsdorfer Wahlkreisabgeordnete

Sie galt als Favoritin und nutzte ihre Chance. CDU-Politikerin Katharina Günther-Wünsch holte am Sonntag bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus wenig überraschend mit 33,7 Prozent der Stimmen das Direktmandat. Das Ergebnis stand nach Auszählung aller Stimmen 2.23 Uhr fest. Die 38-Jährige tritt damit die Nachfolge ihres Parteifreundes Mario Czaja an, der das Amt 22 Jahre lang innehat und nun in den Bundestag wechselt.


Günther-Wünsch wurde 1983 in Dresden geboren und studierte nach dem Abitur Lehramt an der TU Dresden für die Fächer Chemie, Geschichte und Politik. Bevor sie 2013 nach Berlin kam, arbeitete sie unter anderem in Namibia und Südafrika an deutschen Schulen und in Deutschland an verschiedenen staatlichen und privaten Schulen. Derzeit fungiert sie als stellvertretende Schulleiterin an der Walter-Gropius-Schule in Neukölln, dieser Job wird während der Legislaturperiode in den kommenden fünf Jahren aber ruhen. Obwohl sie mit der CDU-Fraktion aller Voraussicht nach jedoch im Berliner Parlament in der Opposition sein wird, will sie sich entschieden für Mahlsdorfer Themen einsetzen. So will sie eine erneute Debatte über die beiden großen Bauprojekte Bisamstraße und Parler Feld sowie die Verkehrslösung Mahlsdorf anstoßen, um den Neubau für die Freiwillige Feuerwehr kämpfen und die Errichtung der Elsenschule vorantreiben.


Zweiplatzierte wurde die Ärztin Luise Lehmann von der SPD mit 18,5 Prozent, auf Platz 3 landete Stefanie Wagner-Boysen (14,3 Prozent) von den Linken. Den AfD-Kandidaten Vadim Derksen wählten 11,5 Prozent der Mahlsdorfer- und Kaulsdorfer:innen. Enttäuschend dürfte das Ergebnis von 9 Prozent für Stefan Ziller sein, der Abgeordnete von den Grünen war der wohl prominenteste Kandidat im Wahlkreis. Sein Platz 8 auf der Berliner Landesliste der Grünen dürfte aber dennoch für den erneuten Einzug ins Parlament (und wohl auch in die Regierungsverantwortung) reichen.

Bei den Zweitstimmen siegte ebenso die CDU mit fast 29 Prozent vor der SPD (18,8 Prozent), den Linken (14,7 Prozent) und der AfD (11,8 Prozent).

Die prozentuale Stimmenverteilung bei der Wahl zur Wahlkreisabgeordneten.
So wählten die Wähler aus Mahlsdorf und Kaulsdorf mit ihrer Zweitstimme bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.
Katharina Günther-Wünsch ist die neue Mahlsdorfer Wahlkreisabgeordnete.

Bezirksverordnetenversammlung
Nadja Zivkovic (CDU) wird neue Bürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf

Bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung und damit der Abstimmung über das Marzahn-Hellersdorfer Parlament sowie den oder die Bezirksbürgermeister:in gab es bis zum Schluss im Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf ein enges Rennen. Letztlich setzte sich die CDU hauchdünn mit 20,8 Prozent vor der SPD (20,3 Prozent) und den Linken (19,9 Prozent) durch, stellt damit in den kommenden fünf Jahren die stärkste Fraktion in Marzahn-Hellersdorf. Die Nachfolge der sich in den Ruhestand verabschiedenden bisherigen Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle von den Linken tritt aller Voraussicht nach die derzeit amtierende Bezirksstadträtin für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, Nadja Zivkovic an. Sie profitiert von enormen Stimmverlusten (6,1 Prozent) der Linken und deren Spitzenkandidatin Juliane Witt. Das Mindestalter bei dieser Wahl betrug 16 Jahre, die Wahlbeteiligung lag bei rund 66 Prozent.

Ganz eng ging es bei der Wahl in Marzahn-Hellersdorf zur Bezirksverordnetenversammlung zu, letztlich siegte die CDU knapp vor SPD und Linken.
Die CDU wurde im Bezirk Marzahn-Hellersdorf stärkste Kraft bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung. Deren Spitzenkandidatin Nadja Zivkovic dürfte jetzt Bezirksbürgermeisterin werden.

Volksentscheid „Deutsche Wohnen und Co enteignen” - Marzahn-Hellersdorf stimmt dafür

Mehr als die Hälfte aller Marzahn-Hellersdorfer, nämlich 55,8 Prozent, stimmten für den Volksentscheid. Nur 39, 4 Prozent stimmten dagegen. Ziel der gleichnamigen Initiative „Deutsche Wohnen und Co enteignen” ist die Vergesellschaftung von Berliner Wohnungsbeständen großer Immobilienkonzerne. Die Initiative hat keinen Gesetzentwurf zur Abstimmung gestellt, sondern eine Aufforderung an den Senat formuliert, sich damit auseinanderzusetzen. Dieser ist jedoch nicht an den Beschluss gebunden.

Die Marzahn-Hellersdorfer Wähler stimmten für den Volksentscheid.

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