Auch Tuning-Szene bereitet Sorgen: CDU fordert stationäre Blitzer an Mahlsdorfer Unfallschwerpunkt

Im Kreuzungsbereich B1/Pilgramer Straße/Landsberger Straße soll künftig dauerhaft geblitzt werden. Die am kommenden Donnerstag stattfindende Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wird sich mit einem CDU-Antrag befassen, der das Bezirksamt auffordert, sich bei den zuständigen Stellen für die Einrichtung sogenannter stationärer Geschwindigkeitsmessanlagen in beiden Fahrtrichtungen einzusetzen.

 

Hintergrund sind wiederholte Berichte über zu schnelles Fahren und mehrere Unfälle in dem Bereich. Auch „Alles Mahlsdorf“ hatte vor einigen Jahren über die schwierige Situation der Kreuzung berichtet. Zwischen dem 1. Januar 2016 und 30. November 2021 krachte es dort satte 103 Mal, Dutzende Unfälle sind seitdem dazugekommen. Zuletzt etwa am 16 Januar, als ein schwarzer Kleinwagen einen Rettungswagen rammte.

 

Nach Beobachtungen von Anwohnerinnen und Anwohnern kommt es laut den Verfassern des Antrags, Jana Löschke und Benjamin Raschke, sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts regelmäßig zu deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen. In der Vergangenheit habe es an dem Verkehrsknoten mehrere Zusammenstöße mit Sachschäden und Verletzten gegeben. Als Ursachen werden unter anderem eben jene überhöhte Geschwindigkeit und riskante Fahrmanöver genannt.

 

Der Knotenpunkt gilt als wichtiger Ein- und Ausfallbereich des Bezirks mit entsprechend hohem Verkehrsaufkommen. Zugleich gibt es Querungsbedarfe für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende. Aus Sicht der Antragsteller erhöht diese Kombination die Sensibilität der Situation erheblich. Besondere Sorge bereitet vielen Anwohnenden die Situation in den Sommermonaten. Dann werde im Bereich vermehrt eine Tuning-Szene wahrgenommen, die sich durch starkes Beschleunigen, Lärm und wiederholte Durchfahrten bemerkbar mache. Stationäre Messanlagen könnten hier eine abschreckende Wirkung entfalten und gleichzeitig die Polizei entlasten, heißt es in der Begründung des Antrags. Sie würden dazu beitragen, illegale Rennen und andere gravierende Verkehrsverstöße einzudämmen.

 

Neben der Forderung nach festen Blitzern soll das Bezirksamt auch die Polizeidirektion 3 Berlin auf die Gefahrenlage hinweisen und eine zeitnahe verkehrstechnische Untersuchung anregen. Dazu zählen insbesondere aktuelle Geschwindigkeitsmessungen sowie eine detaillierte Unfallanalyse, um den tatsächlichen Handlungsbedarf fachlich zu untermauern. Über die Ergebnisse der Prüfungen und die Rückmeldungen der zuständigen Senatsverwaltung sowie der Polizei soll die BVV informiert werden. Ob und wann es tatsächlich zu einer Installation stationärer Anlagen kommt, hängt letztlich von den verkehrsrechtlichen Voraussetzungen und der Bewertung durch die zuständigen Behörden ab.

Am 16. Januar krachte es auf der Kreuzung B1/Pilgramer Straße/Landsberger Straße zwischen einem Kleinwagen und einem Rettungswagen.

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