Fertig 2026: Eines der ersten Fahrradparkhäuser Berlins entsteht in Mahlsdorf

Bereits seit mehreren Jahren berichtet „Alles Mahlsdorf“ über die Pläne zur Errichtung eines Fahrradparkhauses in Mahlsdorf, zuletzt im Mai und Juli 2020. Nun wird es konkret.

 

Im Auftrag des Senats ermittelt die infraVelo GmbH, eine Tochtergesellschaft der landeseigenen Grün Berlin GmbH, den Bedarf an Fahrradstellplätzen in Berlin, insbesondere an Bahnhöfen und Haltestellen. Die Untersuchungen haben ergeben, dass es im Bezirk Marzahn-Hellersdorf den größten Bedarf, auch an gesicherten Abstellanlagen, am Bahnhof Mahlsdorf gibt. Hier geht man von 700 zusätzlichen Stellplätzen aus. Eine Machbarkeitsuntersuchung ist dazu in der vergangenen Legislaturperiode beauftragt worden. Diese Untersuchung für ein Fahrradparkhaus Mahlsdorf befindet sich nun in der Finalisierung, wie aus einer bislang unveröffentlichten Antwort (liegt „Alles Mahlsdorf“ vor) der Senatsverwaltung für Verkehr auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke) hervorgeht.

 

Das Ergebnis der Untersuchung des beauftragten Planungsbüros PGV Alrutz ist, dass ein Fahrradparkhaus Mahlsdorf grundsätzlich machbar ist. Es wird vorgeschlagen, dass vor Ort sowohl gesicherte (ca. 25-30 Prozent) als auch freie Abstellanlagen sowie Sonderstellplätze für Lastenräder und Anhänger (ca. 2-3 Prozent)  entstehen. Ebenso sollen sogenannte „Doppelstockparker“ zum Einsatz kommen sollen, genau wie Schließfächer. Ein Betreiberkonzept soll Anfang 2022 an die abgeschlossene Machbarkeitsuntersuchung anschließen.

 

Noch gibt es keine Entscheidung welche Planungsvariante verfolgt werden soll. Die Merkmale für das künftige Fahrradparkhaus werden im Zuge der Bedarfsplanung und dem Betreiberkonzept weiter konkretisiert. Entscheidend wird sein, auf welcher Fläche das Fahrradparkhaus realisiert werden kann. Dazu laufen aktuell noch Abstimmungen zwischen dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, der GB infraVelo GmbH und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Die größten Chachen hat die Fläche unmittelbar neben der bereits bestehenden Straßenbahn-Wendeschleife in der Treskowstraße. Aber auch eine bislang unbebaute und zugewucherte Fläche neben dem Bahndamm östlich des Bahnhofs an dem Weg in Richtung Florastraße sowie ein Teil der P+R-Fläche an der Hönower Straße sind im Gespräch.

 

Nach der Bedarfsplanung im Jahr 2022 soll die Ausschreibung der Planung erfolgen. Derzeit geht die infraVelo GmbH davon aus, dass das Fahrradparkhaus vom 2. Quartal 2025 bis 1. Quartal 2026 gebaut werden kann. Dazu erklären die Mahlsdorfer Linken-Bezirksverordnete Stefanie Wagner-Boysen sowie Kristian Ronneburg, verkehrspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus: „Noch immer existiert in Berlin kein einziges Fahrradparkhaus. In Mahlsdorf kann eines der ersten entstehen. Das Ziel in dieser Legislatur mit dem Bau fertig zu werden, muss im neuen Senat priorisiert werden. In Mahlsdorf in einem Außenbezirk können wir unter Beweis stellen, wie die Verkehrswende in der gesamten Stadt gemeinsam gelingen kann.“

 

Der Marzahn-Hellersdorfer FDP-Politiker Peter Kastschajew äußerte unterdessen Kritik an der langen Planungszeit. Bei Twitter schrieb er: „Inbetriebnahme nach Plan: 2026. ZWEITAUSENDSECHSUNDZWANZIG?! Das ist ein Fahrradparkhaus, kein Atomkraftwerk. Wie kann sowas so lange dauern? Nicht hinnehmbar.“

Im Zuge der Bauarbeiten zur Verkehrslösung Mahlsdorf verschwinden die Stellplätze für Fahrräder unter der Bahnbrücke in der Hönower Straße. Stattdessen soll ein Fahrradparkhaus gebaut werden.
Neben der Wendeschleife der Straßenbahn in der Treskowstraße könnte das Fahrradparkhaus entstehen.

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