Eine neue politische Initiative fordert kurzfristige Lösungen für Fußgänger und Radfahrer in der Dahlwitzer Straße, besonders auf dem Weg zum S-Bahnhof Birkenstein.
Sie ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen im Norden Mahlsdorfs und gleichzeitig seit Jahren ein Sorgenkind: die Dahlwitzer Straße. Täglich rollen hier tausende Fahrzeuge entlang, darunter ein erheblicher Anteil an Lastwagen. Anwohner klagen seit Langem über Lärm, Erschütterungen und gefährliche Verkehrssituationen. Doch während über einen grundhaften Ausbau der Straße bereits seit Jahren gesprochen wird, könnte dessen Umsetzung noch auf sich warten lassen.
Nun soll zumindest geprüft werden, was bereits vorher möglich ist. Mit zwei neuen Initiativen aus der SPD für die Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, welche am kommenden Mittwoch tagt, rückt insbesondere die Situation für Fußgänger und Radfahrer in den Mittelpunkt. Das Bezirksamt soll kurzfristige Maßnahmen prüfen, um die Verkehrssicherheit entlang der Dahlwitzer Straße zu verbessern, vor allem für Menschen, die aus Mahlsdorf kommend den S-Bahnhof Birkenstein erreichen wollen.
Die Probleme der Dahlwitzer Straße sind dabei keineswegs neu. Bereits vor Jahren berichtete „Alles Mahlsdorf“ über die außergewöhnlich hohe Verkehrsbelastung der Straße. Rund 15.000 Fahrzeuge sollen die Verbindung täglich nutzen, darunter etwa 1000 Lastwagen. Für eine Straße, deren bauliche Struktur vielerorts noch aus einer völlig anderen Zeit stammt, eine enorme Belastung.
Die Dahlwitzer Straße verbindet Mahlsdorf mit den Hoppegartener Ortsteilen Birkenstein und Hönow und ist damit eine wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen der B1 und der Landsberger Chaussee. Gleichzeitig führt sie mitten durch ein Wohngebiet. Doch die Infrastruktur ist mit dem Verkehrsaufkommen längst nicht mehr gewachsen. Teilweise gibt es nur auf einer Straßenseite Gehwege, diese sind zudem schmal und nicht durchgängig. Radverkehrsanlagen fehlen. Hinzu kommen die hohe Lärmbelastung und der Schwerlastverkehr.
Bereits 2021 gründeten Anwohner eine Bürgerinitiative und forderten unter anderem ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen, ein Nachtfahrverbot für Lkw, durchgängiges Tempo 30 sowie Geh- und Radwege auf beiden Straßenseiten. Auch die Geschwindigkeit ist seit Jahren ein Thema. Während Tempo 30 zunächst nur auf kurzen Abschnitten galt, wurde 2024 vor der Kita zwischen Griebenweg und Schongauer Straße eine weitere Geschwindigkeitsreduzierung angeordnet. Gleichzeitig wird weiterhin geprüft, ob Tempo 30 aus Gründen des Lärmschutzes auf größeren Abschnitten oder sogar auf der gesamten Dahlwitzer Straße möglich sein könnte. Die SPD-Politikerin Dr. Luise Lehmann, die bei der kommenden Berlin-Wahl im Wahlkreis Mahlsdorf antritt, bemängelt, dass die Straße trotz ihrer Bedeutung für den Autoverkehr auch für Fußgänger eine wichtige Alltagsverbindung ist, dies häufig in den Hintergrund geriete.
Genau hier setzen nun die neuen Anträge an. Das Bezirksamt soll prüfen, welche kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer verbessern können. Konkret sollen unter anderem ein Fußgängerüberweg, eine Ampel, eine bauliche Querungshilfe oder andere geeignete Maßnahmen untersucht werden. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den ohnehin geplanten grundhaften Ausbau der Dahlwitzer Straße zu ersetzen. Vielmehr soll verhindert werden, dass notwendige Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Denn der große Ausbau ist zwar seit Jahren Teil der bezirklichen Planungen. Schon 2021 wurde über eine grundlegende Sanierung und einen möglichen lärmoptimierten Asphalt gesprochen. Doch die komplexen Planungen, die beengten Platzverhältnisse und insbesondere die notwendige Abstimmung mit Brandenburg machen das Projekt zu einem langfristigen Vorhaben.
Eine besondere Schwierigkeit der Dahlwitzer Straße liegt in ihrer Lage unmittelbar an der Berliner Landesgrenze. Der S-Bahnhof Birkenstein befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Hoppegarten. Teile der Wege, die für Mahlsdorfer zur Erreichbarkeit des Bahnhofs wichtig sind, liegen somit außerhalb der Zuständigkeit des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf. Genau deshalb soll das Bezirksamt nun Kontakt mit der Gemeinde Hoppegarten und den dort zuständigen Straßenverkehrsbehörden aufnehmen. Das Ziel ist eine abgestimmte, länderübergreifende Lösung.
Die politische Initiative greift damit ein Problem auf, das die Dahlwitzer Straße seit Jahren begleitet: Während über langfristige Lösungen diskutiert wird, müssen Anwohner und Verkehrsteilnehmer mit der aktuellen Situation leben. Der grundhafte Ausbau bleibt notwendig. Die hohe Verkehrsbelastung, fehlende Radwege, schmale Gehwege und die Lärmbelastung lassen sich langfristig kaum mit einzelnen kleineren Maßnahmen lösen. Doch bis die großen Baumaschinen tatsächlich anrollen, könnten Jahre vergehen.





