Dramatischer Amphibienschwund am Körnerteich

Seit einigen Jahren schon sinkt in Berlin die Zahl der Amphibien drastisch. Mahlsdorf bildet da keine Ausnahme: Wurden am Körnerteich im Jahr 2000 noch mehr als 1.600 Kröten gezählt, waren es 2022 nur noch 22. Immerhin konnte der Naturschutzbund (NABU) Berlin vergangenes Jahr wieder 49 Tiere zählen. Die Lebensbedingungen aber haben sich alles andere als verbessert: jahrelange Hitze und Trockenheit, schwindende und verdreckte Laichgewässer, immer weniger Schutz vor Hunden, Menschen oder auch Waschbären und die zunehmende Bebauung sind für viele Arten existenzbedrohend. Um sie zumindest vor dem Verkehrstod zu bewahren, hat der NABU gemeinsam mit Ehrenamtlichen wieder Schutzzäune zwischen Körnerteich und dem Waldstück südlich der Kohlisstraße aufgestellt.

 

„Sobald die Temperaturen am Tag über fünf Grad liegen und nachts keine Minusgrade mehr erreicht werden, wachen die Kröten aus ihrem Winterschlaf auf und sind in Hochzeitsstimmung“, sagt Lars Sund, Artenschutzexperte des NABU Berlin. Am häufigsten würden sich Kröten, Frösche und Molche nachts bei leichtem Regen in Bewegung setzen. Dann seien sie auf den Straßen besonders gefährdet. Der NABU Berlin bittet Autofahrer in diesen Tagen daher um besondere Rücksicht.

 

Der Zaun soll dazu beitragen, Kröten und Frösche, die zum Laichen in den Körnerteich unterwegs sind, vor dem Verkehrstod auf der Kohlisstraße zu bewahren.

Die aufgestellten Schutzzäune sind unverzichtbar für den Schutz von Kröten, Fröschen und Co. Spaziergänger werden gebeten, die Tiere in den Eimern zu belassen. Sie werden von den ehrenamtlichen Betreuern jeden Morgen und Abend eingesammelt, nach Art und Geschlecht gezählt und über die Straße gebracht.

 

Für eine langfristige Strategie gegen das Amphibiensterben brauche es aber noch viel mehr, betont der NABU. Wichtig sei auch die Renaturierung von Kleingewässern, wie sie das Wassernetz Berlin durchführe. Darüber hinaus habe das Land Berlin im Masterplan Wasser Verbesserungen der „blauen Infrastruktur“ geplant. Berlin müsse seine Verpflichtungen ernst nehmen und unverzüglich beim Gewässerschutz tätig werden, damit nicht immer mehr Arten verloren gingen, heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltverbands. „Das Beispiel der Amphibien zeigt, dass wir nicht nur in einer Klimakrise stecken, sondern auch in einer Naturkrise: Wir erleben einen dramatischen Verlust von biologischer Vielfalt”, so Lars Sund.

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