Mitten in einer Phase extremer Kälte zeigt die Mahlsdorfer Künstlerin Juliane Duda, wie viel bürgerschaftliches Engagement im Kleinen bewirken kann. In den vergangenen Tagen hat sie mehr als 30 Schlafsäcke gesammelt, um diese wohnungslosen Menschen in Berlin zur Verfügung zu stellen. Aber es wird noch mehr benötigt.
Die Spenden bringt Juliane Duda zur Berliner Stadtmission in die Lehrter Straße, von wo aus sie an Menschen verteilt werden, die keinen Platz in einer Notunterkunft finden. Die Aktion ist keine spontane Idee. Seit inzwischen fünf Jahren organisiert die 51-Jährige regelmäßig Schlafsack-Sammlungen für Obdachlose. Gerade jetzt in diesem harten Winter sei der Bedarf besonders hoch, erklärt sie. Notunterkünfte stoßen bei niedrigen Temperaturen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Viele Menschen müssen die Nacht weiterhin im Freien verbringen.
Die von der Stadtmission verteilten Schlafsäcke kommen gezielt jenen zugute, die trotz Bedarf keinen freien Platz in einer Unterkunft erhalten. Besonders wichtig sind Schlafsäcke mit einem hohen Kältegrad, die auch bei Minusgraden ausreichend Schutz bieten. Zusätzlich werden dringend große Decken sowie heißer Tee benötigt. Juliane Duda sammelt die Spenden persönlich ein. Die Kontaktaufnahme erfolgt über die E-Mail-Adresse juliane-duda@gmx.net. Die Organisation und Koordination übernimmt sie eigenständig.
Ihr Engagement reicht jedoch weit über die aktuelle Schlafsack-Sammlung hinaus. In Mahlsdorf ist sie seit Langem als Initiatorin sozialer und nachbarschaftlicher Projekte bekannt. So organisierte sie unter anderem Spendenaktionen für die Ukraine-Hilfe an der Kiekemal-Grundschule, gestaltete die lokale Pflanzentauschbörse mit und initiierte während der Corona-Pandemie die erste sogenannte „Steinschlange“ in Mahlsdorf-Süd – ein Zeichen des Zusammenhalts in einer Zeit der Isolation. Auch die Unterstützung sozialer Einrichtungen gehört zu ihrem Alltag. Regelmäßig hilft sie der Arche und engagiert sich für ältere Menschen im Ortsteil. In der Gastronomie des Vereinsheims des FSV Blau-Weiß Mahlsdorf-Waldesruh organisiert sie Treffen für Seniorinnen und Senioren und schafft damit Räume für Begegnung und Austausch.
Angesichts der anhaltenden Kälte appelliert Juliane Duda nun erneut an die Solidarität der Berlinerinnen und Berliner. Jeder zusätzliche Schlafsack, jede Decke und jede Tee-Packung könne in diesen Nächten den entscheidenden Unterschied machen – zwischen Durchhalten und ernsthafter Gefahr für Leib und Leben.





