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Im Team von Friedrich Merz: Wird Mario Czaja aus Mahlsdorf der zweitmächtigste CDU-Mann in Deutschland?

22 Jahre lang war Mario Czaja der Mahlsdorfer Wahlkreisabgeordnete, seit dem vergangenen September geht es in seiner politischen Karriere aber steil bergauf. Zunächst schaffte er bei der Bundestagswahl vor wenigen Wochen die Sensation und holte gegen Petra Pau das Direktmandat, nun könnte er sogar schon bald den zweitmächtigsten Posten in der CDU in Deutschland erhalten.

 

Und das kam so: Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der im Januar bei der Mitgliederbefragung den Parteivorsitz erobern möchte, hat am Dienstagnachmittag im Hotel Estrel in Neukölln sein Team vorgestellt. Mit diesem will er bei den rund 400.000 CDU-Mitgliedern punkten. Mario Czaja aus Mahlsdorf würde er zum Generalsekretär machen – und damit zum zweitmächtigsten Mann in der gesamten Partei. Bislang hat Paul Ziemiak diese Position inne. Für den neu zu schaffenden Posten einer stellvertretenden Generalsekretärin will Merz die 34 Jahre alte bisherige baden-württembergische Kommunalpolitikerin Christina Stumpp. „Das neu aufgestellte Team für die Zukunft ergänzt sich ideal für die vor uns liegenden Aufgaben – aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Grundstein, denn es wird kein leichter Weg“, so Mario Czaja.

 

Friedrich Merz wählte Czaja nach eigener Aussage deshalb aus, „weil er Kampagnen“ kann. Gezeigt hat er dies eindrücklich im vergangenen Wahlkampf, als er mit hohem personellem, zeitintensivem aber auch finanziellem Aufwand den Bezirk eroberte. Und ist dabei enorm detailverliebt vorgegangen, manche sagen generalstabsmäßig. An der Wand seines Büros in der Hönower Straße hing eine Karte seines Wahlkreises mit farbig markierten Straßen – wer hat wann wie gewählt, wo wohnen die potentiellen Wähler. Er gab den Kiez-Kümmerer mit eigenen Farben und eigenen Slogans, seine Partei, die CDU kam nur am Rande vor. Mit lokalen, sozialpolitischen Themen (zentrale Punkte waren die fehlenden Arztpraxen, Kitas und Schulen) schaffte Czaja den großen Coup. Den er nun mit und für Friedrich Merz in dessen dritten Anlauf um den Parteivorsitz wiederholen will.

 

Die Chancen für die beiden stehen gut. Nach dem Wahl-Debakel für die Union erhoffen sich viele Parteimitglieder vom 66-Jährigen einen Umbruch. Merz gilt Inbegriff des konservativen Flügels der CDU. Seine Unterstützer setzen vor allem darauf, dass der Sauerländer das Profil der CDU schärft und „klare Kante“ zeigt. Die Partei soll wieder unterscheidbarer von anderen Parteien werden. Czaja selbst setzt auf einigende Werte. „Ich bin ein überzeugter Verfechter einer verbindenden Volkspartei. Das oberste Ziel ist es für mich, die Fachkompetenzen, jugendlichen Elan, Herzblut für die Sache, ein klares Wertefundament und die gesamtdeutschen Erfahrungen zu bündeln“, so der 46-Jährige. Der Fokus auf sozialpolitische Themen, mit dem er in Marzahn-Hellersdorf schon Erfolg hatte, will er beibehalten, könnte so das Gegenstück zu Merz konservativem Anstrich sein. Im Estrel sagte Czaja: „Nicht alle partizipieren an unserem Wohlstand, wir haben eine größere Schere zwischen Arm und Reich. Das kann uns nicht kaltlassen.“ Die CDU müsse die soziale Frage stärker ins Auge nehmen, etwa mit einem stabilen Rentensystem oder der Bekämpfung von Kinderarmut.

 

Von 2011 bis 2016 arbeitete Czaja als Senator für Gesundheit und Soziales in Berlin. Der gelernte Versicherungskaufmann schloss 2010 ein berufsbegleitendes Betriebswirtschaftsstudium ab. Ehrenamtlich ist er seit November 2018 Präsident des DRK Berlin. Czaja ist verheiratet, hat eine acht Jahre alte Tochter und ist Fan von Union Berlin.

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