Jahrelang lag das rund 2,5 Hektar große Grundstück südlich des Porta-Möbelhauses brach. Jetzt gibt es neue Pläne. An der Pilgramer Straße soll ein Wohnquartier mit Reihenhäusern, Wohnungen, Grünflächen und einem Gemeinschaftshaus entstehen. Ein positiver Bauvorbescheid liegt bereits vor.
Wer an der Pilgramer Straße am Porta-Möbelhaus vorbeifährt, kennt die große unbebaute Fläche direkt südlich des Möbelstandorts. Seit Jahren passiert dort: wenig. Immer wieder gab es zum Teil hochtreibende Pläne für das Grundstück, „Alles Mahlsdorf“ berichtete mehrfach. Umgesetzt wurde bislang nichts.
Das könnte sich nun ändern. Auf der Fläche an der Pilgramer Straße 304–310 soll ein neues Wohnquartier entstehen. Projektentwickler ist laut „Entwicklungsstadt“ die COSIMO Investment Group. Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Grundstück rund 25.400 Quadratmeter. Im Mittelpunkt der aktuellen Planung stehen Reihenhäuser, entlang der Straße ist außerdem Geschosswohnungsbau vorgesehen. Wie viele Wohnungen beziehungsweise Häuser am Ende tatsächlich entstehen sollen, steht derzeit noch nicht fest.
Geplant ist nach Angaben des Projektentwicklers eine Bruttogrundfläche von rund 22.950 Quadratmetern. Gleichzeitig soll das Quartier nicht einfach möglichst dicht bebaut werden. Vorgesehen sind auch Grün- und Freiflächen, Spielbereiche sowie private und gemeinschaftlich nutzbare Außenflächen. Am Eingang des neuen Wohngebiets soll zudem ein Gemeinschaftshaus entstehen. Die Planer wollen das Quartier nach eigenen Angaben auch in den vorhandenen Grünraum einbinden und den Grünzug vom Berliner Balkon über den Gutspark Mahlsdorf bis in diesen Bereich weiterdenken.
Bemerkenswert ist die Vorgeschichte des Grundstücks. Denn dort war ursprünglich etwas völlig anderes vorgesehen. Noch vor wenigen Jahren sollte auf der Fläche ein Bildungscampus mit Schule und Internat entstehen. Auch eine Kita war Bestandteil früherer Überlegungen. Das Projekt wurde allerdings nicht umgesetzt. Bereits 2022 war bekannt geworden, dass der damalige Vorhabenträger den Bildungscampus nicht realisieren konnte.
2024 wurde der zweite Anlauf für den Bildungscampus schließlich ebenfalls aufgegeben. Noch im Februar 2025 erklärte das Bezirksamt, dass ihm die konkreten Entwicklungsziele der privaten Eigentümer für das Grundstück nicht bekannt seien. Jetzt gibt es offenbar eine neue Richtung.
Das Wohnprojekt ist dabei bereits weiter als so manches andere Vorhaben, das in Mahlsdorf bislang nur auf dem Papier existiert. Für die geplante Bebauung liegt laut COSIMO bereits ein positiver Bauvorbescheid vor. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass dort unmittelbar die Bagger anrollen. Ein konkreter Termin für einen Bauantrag, den Baubeginn oder die Fertigstellung steht derzeit noch nicht fest.
Und was bedeutet das für Mahlsdorf? Das Grundstück liegt an einer für Mahlsdorf wichtigen Schnittstelle: unmittelbar am Porta-Möbelhaus und damit in der Nähe der B1/B5, gleichzeitig aber am Übergang zu den kleinteiligeren Wohngebieten von Mahlsdorf-Süd. Mit einem neuen Wohnquartier würde sich dieser Bereich deutlich verändern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die zusätzliche Wohnbebauung mit der ohnehin stark belasteten Infrastruktur im Ortsteil zusammenpasst, etwa bei Verkehr, Schulen, Kitas und Nahversorgung.
Ob und wann aus der heutigen Brache tatsächlich ein neues Stück Mahlsdorf wird, hängt nun von den weiteren Planungsschritten ab. Fest steht aber: Nach Jahren des Stillstands gibt es für das Grundstück an der Pilgramer Straße erstmals wieder konkrete Pläne.





