Am Mittwochabend muss Eintracht Mahlsdorf im Nachholspiel bei Union Klosterfelde antreten. Nach dem Zoff um das kurzfristig abgesagte Spiel am Karfreitag, der sich vor allem auf Funktionärsebene abspielte, liegt auch in der Partie viel Zündstoff. Auch, weil viele ehemalige Mahlsdorfer mittlerweile die Farben der Brandenburger tragen.
Die Lilanen haben mit dem letztlich verdienten Sieg am vergangenen Sonntag gegen den Berliner AK nach zwei vorausgegangenen Niederlagen Selbstbewusstsein getankt und könnten mit einem Auswärts-Dreier Klosterfelde (Anpfiff 19.30 Uhr) sogar von Rang 4 verdrängen. Einer, der besonders motiviert sein dürfte, ist zudem gerade in guter Form: Mahlsdorfs Torjäger Nils Stettin. Der 29-jährige traf zuletzt regelmäßig, führt mit 22 Buden die Torjägerliste der Oberliga Nord an, dicht gefolgt von Pedro Vitor Cruz Magalhaes (Tasmania Berlin und Manuel Härtel von der TSG Neustrelitz. Zudem trifft Stettin auf mehrere alte Weggefährten. Da wäre etwa Innenverteidiger Ian Kroh (25), von Juli 2023 bis Juli 2025 auf dem Rosenhag im Eintracht-Dress. Auch Verteidiger-Kollege Finn Ernemann schnürte (auch wenn nur einen Monat im Sommer 2023) die Schuhe für Mahlsdorf, ebenso wie Pascal Schölzke für ein halbes Jahr 2022 oder Maximilian Boritzki 2023. Anton Kanther war Mitglied der Fast-Aufstiegsmannschaft im Mai 2025, Henrik Markhoff immerhin vier Jahre in der zweiten Mannschaft der Eintracht aktiv.
Auch verantwortliche Akteure haben eine Mahlsdorfer Vergangenheit. Wie etwa Jan Meißner, der bei den Barnimern seit dem vergangenen Sommer als sportlicher Leiter tätig ist – der 53-Jährige war zuvor vier Jahre lang Teammanager am Rosenhag. Oder Klosterfeldes Trainer Lucio Geral, der in der Saison 2023/24 selbst Trainer der Eintracht war. Er sieht in Spielern wie den oben erwähnten Stettin den Maßstab der Oberliga, bezeichnete ihn jüngst auf fupa.net als die „sportlich größte Herausforderung in der Liga, mit der sich meine Spieler gern messen wollen“.
Wobei seine Spieler selbst Maßstäbe setzen. Der Aufsteiger spielt eine herausragende Saison, ist im Jahr 2026 noch ohne Niederlage. Von den letzten acht Partien konnten sieben gewonnen werden, sogar Tabellenführer Tasmania Berlin hatte auf dem Sportplatz an der Mühlenstraße keine Chance, lediglich am vergangenen Wochenende schafften die Brandenburger „nur“ ein Unentschieden gegen Optik Rathenow. Verdient steht das Team von Geral mit 39 Punkten auf Platz 4 der Tabelle, Mahlsdorf folgt punktgleich dahinter. „Es wird für uns ein absolutes Topspiel, und wir wollen unbedingt was mitnehmen zu Hause“, so Lucio Geral.





