Am Sonntagmittag kam es nach dem 6:0-Sieg der vierten Herrenmannschaft von Eintracht Mahlsdorf gegen den Hellersdorfer FC zu unschönen Szenen. Beteiligt waren Fans und Spieler, die Polizei spricht von einer Massenschlägerei mit 20 Beteiligten. Nun beginnt die Aufarbeitung der Ereignisse. „Alles Mahlsdorf“ sprach mit Beteiligten und rekonstruiert die Details.
Eigentlich war es eine klare Nummer. In der Kreisliga C schoss Mahlsdorf auf dem Platz am Oschatzer Ring den HFC deutlich ab. Nachdem bereits im Hinspiel eine hitzige Atmosphäre herrschte, gingen es auch im Rückspiel hoch her und einigen Spielern die Nerven durch. Es hagelte sieben gelbe und eine gelb-rote Karte und zum Austausch zahlreicher „Freundlichkeiten“. „Nach Abpfiff war dies aber eigentlich vergessen. Wir haben uns die Hand gegeben und umarmt. Was dann passiert ist, haben wir als Team nicht wirklich mitbekommen“, so Eintracht Trainer Oliver Kiesewetter. Für einige Zuschauer war das Spiel jedoch offenbar zu viel. Wie der HFC in einer Stellungnahme schildert, sollen mutmaßlich stark angetrunkene Fans der Eintracht während der Partie Beleidigungen ausgestoßen haben. Auch ein Hellersdorfer Spieler soll darauf eingestiegen sein und wiederum Drohungen gegen Zuschauer ausgesprochen haben.
Nach Abpfiff kam es zu einem Handgemenge mit Hauen, Tritten und Schubsen mit rund 20 Personen, ausgelöst durch einen Mahlsdorfer, der einem 23-jährigen Hellersdorfer Spieler dem Ball ins Gesicht schleuderte, ihn mit der Faust schlug und ihn in den Schwitzkasten nahm. „Als die Situation aufgeklärt schien, verschaffte sich der Zuschauer Zugang ins Gebäude, riss einen der Feuerlöscher aus der Verankerung uns stürmte mit den Worten ‚Ich mache euch H**** alle fertig!“ in die Kabine des HFC“, heißt es von Hellersdorfer Seite.
Der Zuschauer konnte dort durch Spieler beider Mannschaften und weitere Anwesende „entwaffnet“ werden. Die daraufhin gegen 15 Uhr alarmierte Polizei rückte mit vier Streifenwagen sowie Zivilkräften an, ebenso die Feuerwehr mit mehreren Rettungswagen. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber der „BZ“, dass es drei Leichtverletzte (20, 21 und 23 Jahre alt) gab, die eine medizinische Versorgung jedoch ablehnten. Die Personalien der mutmaßlich an der Schlägerei Beteiligten wurden vor Ort aufgenommen, der Streitauslöser hatte sich vor Eintreffen der Beamten vom Sportplatz entfernt. Spieler der Eintracht waren nicht an den Vorfällen beteiligt. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Körperverletzung und Bedrohung auf.
Sowohl der HFC als auch Eintracht Mahlsdorf erklärten im Nachgang, Gewalt jeglicher Art zu verurteilen und alles zu unternehmen, um die Behörden bei ihrer Ermittlungsarbeit zu unterstützen. Der Fan, so heißt es von Mahlsdorfer Seite, der die Mannschaft des HFC bedroht habe, wird nach seiner Identifikation mit einem Hausverbot auf allen von der Eintracht genutzten Sportplätzen belegt.





