Trotz holprigem Start: Eintracht Mahlsdorf winkt Sprung an die Tabellenspitze

Nach einem wechselhaften Saisonstart hat sich die Eintracht in der Oberliga nach oben gearbeitet. Am Freitagabend wartet bei Union Klosterfelde die nächste Bewährungsprobe – mit der Chance, vorübergehend ganz nach oben zu klettern.

 

 

Die Saison von Eintracht Mahlsdorf ist bislang noch keine Geschichte ohne Umwege. Auf einen holprigen Auftakt folgten wichtige Erfolgserlebnisse, die Lilanen haben sich in der Spitzengruppe der NOFV-Oberliga Nord festgesetzt. Nun bietet sich dem Team des 71-jährigen Trainers Karsten Heine eine besondere Gelegenheit: Mit einem Auswärtssieg am Freitagabend kann Mahlsdorf im Titelrennen ein deutliches Zeichen setzen und sogar die Tabellenführung übernehmen.

 

 

Anstoß bei Union Klosterfelde ist 19.30 Uhr auf dem Sportplatz an der Mühlenstraße. Nach sieben absolvierten Begegnungen steht Mahlsdorf mit 13 Punkten und einem Torverhältnis von 9:6 auf dem dritten Tabellenplatz. Klosterfelde belegt mit acht Punkten und 7:11 Toren Rang zwölf. Die Ausgangslage spricht damit für die Gäste, allerdings längst nicht für einen Selbstläufer. Dass Mahlsdorf inzwischen wieder ganz oben mitmischt, war nach den ersten Wochen nicht selbstverständlich. Zum Saisonauftakt setzte es beim ambitionierten SV Siedenbollentin eine 0:2-Niederlage. Ein Rückschlag für eine Mannschaft, die von zahlreichen Trainern der Liga vor Saisonbeginn zum Kreis der Titelkandidaten gezählt wurde. Trainer Karsten Heine hatte vor dem Start keinen Zweifel daran gelassen, dass die Eintracht höhere Ansprüche verfolgt. „Wir müssen und wir werden mehr Punkte holen als in der Vorsaison“, erklärte er. Zugleich warnte er davor, die Zielsetzung zu früh allein an Tabellenplätzen festzumachen.

 

 

Die Mahlsdorfer wollen nicht nur konkurrenzfähig sein, sondern sich dauerhaft im oberen Tabellenbereich etablieren. Dafür wurde der Kader gezielt verstärkt. Unter anderem kamen mit Etienne Nikol (24) und Moritz Tomczak (25) zusätzliche Optionen für die Offensive hinzu. Auch junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs sollten ihre Chancen erhalten. Der Saisonstart machte allerdings deutlich, dass sich Ambitionen nicht automatisch in Ergebnisse übersetzen. Umso wichtiger waren die folgenden Wochen, in denen die Mannschaft Punkte sammelte und sich in der Tabelle nach vorne arbeitete. Vor dem achten Spieltag steht die Eintracht nun in einer Position, aus der sie mit einem weiteren Sieg tatsächlich nach der Spitze greifen kann.

Auf dem Papier scheint die Rollenverteilung klar. Doch Union Klosterfelde dürfte zu einem Gegner werden, der ihnen einiges abverlangt. Die Mannschaft von Trainer Lucio Geral hat nach einem schwierigen Saisonbeginn zuletzt wieder Stabilität gefunden. Besonders aufschlussreich war das jüngste Auswärtsspiel beim Berliner AK. Klosterfelde lag durch einen späten Treffer von Leon Walter bereits in Führung, musste kurz vor Schluss aber noch den Ausgleich durch Luca Hecht hinnehmen. Die Partie endete 1:1.

 

 

Geral machte anschließend keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Gegenüber FuPa beschrieb er das Resultat mit den Worten: „Es fühlt sich für uns wie zwei verlorene Punkte an.“ Immerhin: Mit dem Punkt beim Berliner AK blieb Union im dritten Pflichtspiel nacheinander ungeschlagen. Die Gastgeber dürften deshalb trotz ihres Tabellenplatzes mit dem Anspruch in die Partie gehen, gegen Mahlsdorf nachzulegen. Dabei war Klosterfelde war schon vor Saisonbeginn mehr als nur ein Außenseiter, wurde mehrfach als möglicher Geheimfavorit oder Kandidat für eine starke Saison genannt. Auch Heine zählte Klosterfelde zum Kreis der Mannschaften, die über genügend Qualität verfügen, um im oberen Bereich mitzuspielen. Für die Eintracht ist die Begegnung damit auch ein Test der eigenen Reife. Wer in der Oberliga dauerhaft um die vorderen Plätze spielen möchte, muss solche Auswärtsspiele gewinnen – selbst dann, wenn der Gegner nach einem schwierigen Start wieder Tritt gefasst hat.

 

 

Dabei dürfte Heine auf die Erfahrung seiner Spieler setzen. Wie etwa Vorjahres-Torschützenkönig Nils Stettin (30), der am vergangenen Wochenende kurz vor Schluss den 2:1-Siegtreffer gegen Neustrelitz (siehe Fotos unten) erzielte und bereits wieder sechs Tore auf seinem Konto verbuchen kann. Die Konstellation des Auswärtsspiels verleiht dem Duell zusätzliche Brisanz. Mahlsdorf kann mit einem Erfolg den Druck auf die Konkurrenz erhöhen und sich im besten Fall an die Tabellenspitze schieben. Damit würde aus einem bislang wechselhaften Saisonverlauf eine zunehmend aussichtsreiche Geschichte im Kampf um die vorderen Plätze.

 

 

Doch Klosterfelde wird nach dem späten Ausgleich beim Berliner AK alles daransetzen, diesmal über 90 Minuten erfolgreich zu sein. Die Gastgeber haben zuletzt gezeigt, dass sie sich nicht aufgeben und auch in schwierigen Phasen zu Chancen kommen. Für Mahlsdorf ist deshalb Geduld gefragt, ebenso wie Konzentration bis zum Schlusspfiff.

Am Freitagabend wird sich zeigen, ob die Eintracht den nächsten Schritt zu mehr Konstanz machen kann. Die Gelegenheit ist da: Ein Sieg in Klosterfelde wäre nicht nur ein weiterer Dreier, sondern könnte Mahlsdorf erstmals in dieser Saison an den Platz an der Sonne bringen.

 

 

Fotos: hansakoschi / jenniibrl

 

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