Am Samstag beginnt für Eintracht Mahlsdorf die neue Oberliga-Saison mit einem Auswärtsspiel beim SV Siedenbollentin. Vor dem Auftakt hat „Alles Mahlsdorf“ mit Cheftrainer Karsten Heine über die Ziele der neuen Spielzeit, die Vorbereitung, die Neuzugänge, den ersten Gegner und seine Favoriten im Aufstiegskampf gesprochen.
Mit Karsten Heine steht einer der erfahrensten Trainer des deutschen Fußballs an der Seitenlinie der Lilanen. Der 71-Jährige blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Als Spieler absolvierte er vier Jahre in der DDR-Oberliga und kam für den 1. FC Union Berlin auf insgesamt 197 Pflichtspiele. Seit 1987, also seit fast vier Jahrzehnten, arbeitet Heine als Trainer. Stationen bei Hertha BSC, Union, dem SV Babelsberg oder dem Chemnitzer FC prägen seinen Werdegang. Trotz seiner enormen Erfahrung wirkt Heine keineswegs satt oder routiniert. Im Gegenteil: Der Fußballlehrer strahlt Ruhe aus, ist zugleich aber bis in die Haarspitzen motiviert, aus Mahlsdorf weiterhin eine Spitzenmannschaft der NOFV-Oberliga Nord zu formen. Im Gespräch mit „Alles Mahlsdorf spricht der gebürtige Berliner über…
…seine Saisonziele: Eine konkrete Platzierung möchte Heine vor dem ersten Spieltag noch nicht ausrufen. Am heutigen Freitag will der Trainer zunächst gemeinsam mit seinem Team über die Zielsetzung der Saison sprechen. „Wir werden die Ziele gemeinsam diskutieren. Ich bin gespannt, welche Vorstellungen die Mannschaft selbst hat“, sagt Heine. Eines stellt der Trainer allerdings unmissverständlich klar: „Wer um Platz zehn spielen will, ist hier falsch. Wir wollen ein ambitioniertes Ziel ausgeben.“ Das obere Tabellendrittel dürfte wahrscheinlich mindestens der Anspruch sein.
…die Vorbereitung: Mit der Sommervorbereitung zeigt sich der Cheftrainer sehr zufrieden. Die Einheiten seien konzentriert und engagiert verlaufen. „Jeder war voll dabei, voll motiviert und fleißig“, fasst Heine die vergangenen Wochen zusammen. Größere Rückschläge blieben weitgehend aus. Allerdings muss die Eintracht zunächst auf Tami Benkert verzichten. Der 21-Jährige erlitt einen Knieschaden und wird längere Zeit fehlen. Auch Stürmer Nils Stettin steht zum Saisonauftakt aufgrund einer Sehnenverletzung nicht zur Verfügung. Hinter Neuzugang Moritz Tomczak besteht krankheitsbedingt ebenfalls noch ein Fragezeichen.
Positiv verlief dagegen die Entwicklung der eigenen Talente. Maurice Langner und Ole Schenk waren bereits zum Ende der vergangenen Saison aus der U19 an den Männerbereich herangeführt worden. In der Vorbereitung nutzten beide ihre Chance und empfahlen sich für weitere Einsätze. Auch die externen Neuzugänge wurden laut Heine schnell in die Mannschaft integriert.
…die Neuzugänge: Besonders im Angriff hat Mahlsdorf personell nachgelegt. Das kommt nicht von ungefähr. Zwar stellte der Verein in der vergangenen Saison mit Nils Stettin den Torschützenkönig der Oberliga. Dies war allerdings eine One-Man-Show. Heine: „Insgesamt waren wir mit unserer Offensivleistung nicht zufrieden. Aber: In den vergangenen Testspielen haben wir zu großen Teilen gezeigt, was möglich ist in diesem Jahr“. Auch fordert Heine wieder mehr „Galligkeit“ und „Giftigkeit“ in den Partien.
Mit Moritz Tomczak kam ein weiterer Offensivspieler von Altglienicke II. Noch spektakulärer dürfte die Verpflichtung von Etienne Nikol (24, Sprössling von Union-Legende Ronny Nikol) sein. Der Offensivakteur gehörte bei Sparta Lichtenberg zu den absoluten Leistungsträgern und Topscorern der vergangenen Saison. Vom SV Lichtenberg wechselte zudem Luis Millgramm nach Mahlsdorf. Sein Zwillingsbruder Albert steht beim Bundesligisten SC Paderborn unter Vertrag. Erst am Donnerstag präsentierte der Verein schließlich noch einen weiteren Neuzugang: Malik Ceesay verstärkt künftig die Defensive der Lila-Weißen. Der 25-Jährige kommt von Tennis Borussia Berlin, gilt als äußerst kopfballstark und bringt reichlich Erfahrung aus höheren deutschen Spielklassen mit.
…den ersten Gegner: Leicht wird der Saisonstart keinesfalls. Mit dem SV Siedenbollentin wartet direkt zum Auftakt ein ambitionierter Gegner aus Mecklenburg-Vorpommern (Anpfiff 14 Uhr). Der Verein hat sich vor der Saison gezielt verstärkt und mehrere Spieler mit Regionalliga-Erfahrung verpflichtet. Trotz einer nicht ganz reibungslos verlaufenen Vorbereitung geht Trainer Christoph Haker selbstbewusst in die neue Spielzeit. Seine Zielsetzung formuliert er deutlich: Platz eins bis fünf. Auch Karsten Heine erwartet deshalb eine anspruchsvolle Aufgabe, ein echter Härtetest am ersten Spieltag.
…seine Aufstiegsfavoriten: Geht es nach Karsten Heine, zählt vor allem Hertha Zehlendorf zum engsten Favoritenkreis. Der Regionalliga-Absteiger konnte einen Teil seines Kaders zusammenhalten und verstärkte sich zusätzlich erheblich. Besonders bemerkenswert: Gleich acht Spieler sowie das komplette Trainerteam wechselten vom Oberliga Süd-Aufsteiger Eintracht Stahnsdorf nach Zehlendorf. Für Heine ist das ein Paket, das große Qualität mitbringt. Ebenfalls auf dem Zettel hat der Mahlsdorfer Trainer Hansa Rostock II. „Das ist immer ein bisschen eine Wundertüte“, sagt Heine. Die zahlreichen Nachwuchsspieler seien hervorragend ausgebildet und könnten jederzeit den Unterschied machen.
Auch der erste Gegner SV Siedenbollentin gehört für ihn zum erweiterten Favoritenkreis. Die ambitionierten Zielsetzungen des Vereins seien nachvollziehbar. Nicht zuletzt traut Heine auch Union Klosterfelde eine starke Saison zu. Der Kader verfüge über viel Qualität und könne ebenfalls im Rennen um die Spitzenplätze mitmischen.





