Ein Mahlsdorfer – einer von uns: Zum Gedenken an Klaus Katsch

Mahlsdorf hat einen seiner prägenden Menschen verloren. Am 6. März 2026 verstarb Klaus Katsch im Alter von 83 Jahren. Mit ihm geht ein Mann, der über Jahrzehnte hinweg das Leben in unserem Ortsteil auf besondere Weise mitgestaltet und bereichert hat.


Geboren in den Wirren des Zweiten Weltkriegs im brandenburgischen Fredersdorf war seit 1954 Mahlsdorf seine Heimat – und blieb es sein ganzes Leben lang. Viele kannten Klaus Katsch aus seinem Handwerk: als Tischlermeister, den Beruf erlernte er auf dem zweiten Bildungsweg, und unermüdlichen Arbeiter, der mit Geschick und Verlässlichkeit Fenster und Rollläden einbaute, reparierte und oft auch einfach half, wenn Hilfe gebraucht wurde. 1968 stieg er in die Jalousiefirma seines Vaters ein, übernahm diese 1973 und gründete 2001 mit seinem Sohn die Jalouse-Center-Katsch GbR. Generationen von Mahlsdorferinnen und Mahlsdorfer haben ihn auf der Leiter erlebt – immer freundlich, immer ansprechbar, immer mit einem offenen Ohr.


Doch Klaus Katsch war weit mehr als sein Beruf. Sein Herz schlug für die Gemeinschaft und für seinen Glauben. In der Mahlsdorfer Kreuzkirche war er über viele Jahre eine prägende Persönlichkeit. Als Kirchenältester und Gemeindeleiter von 1999 bis 2023 hat er Verantwortung getragen, Menschen zusammengeführt und Orientierung gegeben. Sein Glaube war nicht laut, aber lebendig und ansteckend. Er begegnete anderen mit Wärme, Geduld und einer tiefen Überzeugung, die viele berührt hat.


Eine besondere Leidenschaft war die Musik. 1971 gründete er den Posaunenchor. Ein Herzensprojekt, das bis heute nachklingt. Ob in Gottesdiensten, auf Festen, im Advent in den Gärten oder bei traurigen Anlässen: Mit „seinen“ Bläsern schenkte er vielen Menschen Momente der Freude, des Trostes und der Gemeinschaft. Auch in bewegten Zeiten übernahm Klaus Katsch Verantwortung und engagierte sich während der Wendezeit politisch als Parteiloser für seinen Bezirk. Getragen von dem Wunsch, sein Umfeld aktiv mitzugestalten.


Im Mittelpunkt seines Lebens stand jedoch immer seine Familie. Fast 56 Jahre war er mit Helga verheiratet, Vater von fünf Söhnen, Großvater von 14 Enkeln und Urgroßvater von zwei Urenkeln. Für sie war er Halt, Vorbild und liebevoller Begleiter. Am 25. März nahmen Hunderte von Menschen in einem großen Trauergottesdienst Abschied von Klaus Katsch. Die Anteilnahme zeigte, wie viele Leben er berührt hat. Durch sein Wirken, seine Art und seine Menschlichkeit.


Klaus Katsch hinterlässt Spuren, die bleiben. In den Straßen von Mahlsdorf, in den Häusern, an denen er gearbeitet hat, in den Klängen des Posaunenchors – und vor allem in den Herzen der Menschen, die ihn kannten, schätzten und liebten.


Gott loben war sein Amt.
Jalousien sein Handwerk.
Familie sein Leben.
Mahlsdorf sein Zuhause.


Und Mahlsdorf wird ihn nicht vergessen.

Klaus Katsch, wie ihn viele Menschen vermissen werden. Lachend, herzlich, mit einer Posaune in der Hand.
Am 25. März nahmen Hunderte von Menschen in einem großen Trauergottesdienst Abschied von dem bekannten Mahlsdorfer.

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