Zoff um Absage: Mahlsdorf-Vorsitzender stinksauer auf Brandenburger Verantwortliche

Ein eigentlich gewöhnliches Oberligaspiel mit Mahlsdorfer Beteiligung sorgt für eine Menge Zoff. Eigentlich hätte Eintracht Mahlsdorf am gestrigen Freitag, dem Karfreitag, bei Union Klosterfelde antreten sollen. Die Partie wurde kurzfristig abgesagt. Eben wegen jenem Karfreitag. Und genau das sorgt nun für Ärger.


Denn: In Brandenburg gelten an diesem Tag strenge Regelungen, die öffentliche Sportveranstaltungen untersagen. Was auf den ersten Blick wie eine bekannte und klare Vorschrift erscheint, wurde im konkreten Fall offenbar übersehen – und das bis einen Tag vor dem geplanten Anpfiff. Es fiel also erst kurzfristig auf, dass das Spiel nicht hätte stattfinden dürfen. Die Konsequenz: Absage und Neuansetzung am kommenden Mittwoch.


Die kurzfristige Entscheidung sorgte für Unverständnis und Kritik, schließlich waren Organisation, Planung und Vorbereitung bereits abgeschlossen. Dass eine seit Jahren bestehende Regelung erst so spät berücksichtigt wurde, wirft Fragen nach den internen Abläufen und Verantwortlichkeiten auf. Und ab da wird es kurios. Im Anschluss an die Absage entwickelte sich eine öffentliche Diskussion darüber, wer den entscheidenden Hinweis auf das „Problem“ gegeben hatte. Dabei geriet auch Eintracht Mahlsdorf in den Fokus. Es stand die Behauptung im Raum, der Verein habe den Verband auf die Unzulässigkeit des Spiels hingewiesen. „Dies ist schlichtweg falsch“, so Tino Loest, Vorsitzender von Eintracht Mahlsdorf. Er weist die Darstellung entschieden zurück. „Zu keinem Zeitpunkt hat der BSV Eintracht Mahlsdorf eine entsprechende Information an den Verband weitergegeben. Diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage und weist die Verantwortung in unzulässiger Weise von den tatsächlich Zuständigen weg.“


Er betont, dass die geltenden Regelungen bekannt seien und deren Einhaltung in der Verantwortung der organisatorisch zuständigen Stellen liege. Der selten um deutliche Worte verlegene Loest kritisiert offen die Management-Ebene von Klosterfelde: „Wer im Spielbetrieb eines brandenburgischen Vereins Verantwortung trägt, hat diese Vorschriften zu kennen und entsprechend zu berücksichtigen. Dass dies offenbar nicht geschehen ist, wirft ein bezeichnendes Licht auf die organisatorischen Abläufe bei der SG Union 1919 Klosterfelde.“ Bemerkenswert ist dies vor allem deshalb, da seit dem vergangenen Sommer Jan Meißner bei den Barnimern als sportlicher Leiter tätig ist – der 53-Jährige war zuvor vier Jahre lang als Teammanager am Rosenhag tätig.


Damit steht weniger die Absage selbst im Mittelpunkt als vielmehr die Frage nach der Zuständigkeit. Der Vorfall offenbart organisatorische Schwächen und zeigt, wie sensibel der Spielbetrieb auf formale Fehler reagiert. Tino Loest wehrt sich nun in einer „Gegendarstellung“ auf fupa.net dagegen, dass Eintracht Mahlsdorf der „schwarze Peter“ zugeschoben wird. „Es ist bemerkenswert, dass nun versucht wird, die Verantwortung für eine derart grundlegende Fehleinschätzung nach außen zu verlagern. Ein Berliner Verein wie der BSV Eintracht Mahlsdorf unterliegt naturgemäß nicht den spezifischen Feiertagsgesetzen des Landes Brandenburg. Umso unverständlicher ist es, dass gerade die lokal verantwortlichen Stellen diese Vorschriften offenbar erst in letzter Minute ‚entdeckt‘ haben.“ Und weiter: „Unabhängig von sportlichen Interessen gilt: Niemand steht über dem Gesetz. Wer Spiele ansetzt und organisiert, trägt die Verantwortung, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen und einzuhalten. Diese Verantwortung liegt eindeutig bei den veranstaltenden und planenden Instanzen – nicht bei auswärtigen Vereinen. Die kurzfristige Absage ist daher nicht das Ergebnis externer Einflüsse, sondern Ausdruck eigener Versäumnisse.“

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