Berlin war in den vergangenen Jahren wiederholt von Hochwasserereignissen betroffen. Durch Starkregen ausgelöste Überflutungen führen regelmäßig zu erheblichen Schäden an Gebäuden, Infrastrukturen und privatem Eigentum. Auch in Mahlsdorf standen vermehrt Keller, Grundstücke und ganze Straßenzüge unter Wasser, vor allem in den Jahren 2017 und 2019.
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) hat deshalb gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben, der Technologiestiftung Berlin und dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin ein digitales Informationstool entwickelt: das Hochwasserinfoportal. Die interaktive Internetseite ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, sich über ihr individuelles Hochwasser- und Überflutungsrisiko, mögliche Notfall- und Vorsorgemaßnahmen sowie Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Hochwasserschutz zu informieren. Datengrundlage für das Informationsportal sind unter anderem die von den Wasserbetrieben erstellten Starkregengefahrenkarten.
Das Tool ist ab sofort unter hochwasser.berlin.de erreichbar. Nutzerinnen und Nutzer der Plattform können sowohl die Gefährdung als auch das Risiko von Hochwasser und Überflutungen in ihrer Straße berechnen und sich die Ergebnisse als PDF herunterladen. Das neue Informationstool soll die Eigenvorsorge stärken, Transparenz schaffen und einen aktiven Beitrag zur Risikominderung bei Hochwasserereignissen in Berlin leisten. Der Blick auf Mahlsdorf zeigt: Der ganze Ortsteil ist bei Starkregenereignissen massiv betroffen, es gibt eine hohe Gefährdungslage. Dies dürfte vor allem an den für diese Fälle zu kleinen Kanalisationsrohren, die zumeist noch aus DDR-Zeiten oder noch früher stammen, als unser Ortsteil noch dünn besiedelt war, liegen. Einem außergewöhnlichen Starkregenereignis mit einer Niederschlagshöhe von 35 bis 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde oder einem extremen Starkregenereignis mit einer Niederschlagshöhe von 100 Litern und einer konstanten Niederschlagsintensität innerhalb einer Stunde sind zu viel für die Kanalisation der zahlreichen Mahlsdorfer Straßen, riesige Pfützen bilden sich. Auch die immer weiter zunehmende Verdichtung dürfte ihren Teil zur Problematik beitragen.
Im Mahlsdorfer Norden sind vor allem die Gegenden rund um den Pfarrhufenanger sowie direkt nördlich der Bahngleise betroffen, dort wo sich die sonst kleinen Bächlein Werner- und Flurgraben befinden. Bei Starkregenereignissen laufen diese rasant voll und fluten die angrenzenden Grundstücke. Im Süden Mahlsdorfs kann es laut Karte vor allem östlich des Habermannsees bis hin zum Hultschiner Damm zu größeren Problemen kommen.
Die neue Internetseite ist Teil des Projekts „SmartWater“, das zur Berliner Smart-City-Strategie „Gemeinsam Digital: Berlin“ und zum Berliner Modellprojekt Smart Cities gehört. Die Federführung liegt bei der Senatskanzlei Berlin, gefördert wird das Programm durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und die KfW. Am 6. Juni 2026 wird das Kommunikationstool auf der Langen Nacht der Wissenschaften präsentiert.





