Seit mehreren Wochen gibt es Zoff zwischen der aktiven Fan-Szene von Eintracht Mahlsdorf und Anwohnenden rund um das Sportgelände am Rosenhag. Schuld ist das von den Nachbarn durchgesetzte Trommelverbot bei Spielen der Oberliga-Mannschaft der Lilanen. Erlassen hat dieses das Bezirksamt. Jenes soll nun zwischen den Beteiligten vermitteln.
Bis zu rund 70 Dezibel sind in Berlin sonntags, also der Spielzeit der Eintracht erlaubt. Grundlegend ist hier das komplexe Sportanlagenlärmschutzverordnung des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz. Diese Dezibel-Zahl haben die „Supporters Mahlsdorf“, die Mahlsdorf während der überregionalen Partien am Spielfeldrand durch Gesang und ihre Trommel unterstützt, laut den Anwohnenden mehrfach überschritten. Diese erwirkten daraufhin ein „Trommelverbot“ gegen die Gruppe. Vermittlungsversuche des Vereins scheiterten.
Nun soll das Bezirksamt eingreifen. Zunächst, so ein Antrag der Grünen mit dem Titel „Fankultur schützen!“ in der am kommenden Donnerstag stattfindenden Bezirksverordnetenversammlung, soll das Verbot aufgehoben werden. Weiterhin fordern die Antragsteller Chantal Münster, Pascal Grothe und Nickel von Neumann, dass zur Befriedung des nachbarschaftlichen Konfliktes das Bezirksamt in einem gemeinsamen Prozess mit dem Verein und den Nachbarn alternative Lösungen findet und „für Verständnis auf beiden Seiten durch einen mediativen Prozess“ sorgt.
Ein Trommelverbot stelle eine erhebliche Einschränkung für gelebte Fankultur dar und sollte laut den Grünen zurückgenommen werden. Ob der Antrag von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen wird, bleibt abzuwarten. Am heutigen Samstag dürfen die „Supporters“ trommeln, die Eintracht spielt auswärts bei Anker Wismar (Anpfiff 13 Uhr). Für beide Mannschaften geht es um nichts mehr. Das letzte Heimspiel der Saison findet dann am kommenden Samstag gegen Tasmania Berlin statt.





