Mahlsdorfer Natur wird immer mehr zum Sex-Hotspot: Nun sollen Polizei und Ordnungsamt durchgreifen

Mit den steigenden Temperaturen zieht es wieder zahlreiche Menschen an die Kaulsdorfer Seen an der Grenze zu Mahlsdorf. Familien, Badegäste und Erholungssuchende nutzen das Gelände seit Jahren als beliebtes Ausflugsziel. Gleichzeitig sorgt jedoch ein anderes Phänomen zunehmend für Unmut bei Anwohnern und Besuchern: die steigende Anzahl öffentlicher sexueller Aktivitäten in den Grün- und Waldbereichen rund um die Seen.


Bereits seit vielen Jahren ist insbesondere die Wiesen- und Buschlandschaft zwischen den beiden Seen als Treffpunkt für Männer bekannt, die dort gezielt nach sexuellen Kontakten suchen. Viele sonnen sich nackt und verschwinden, meist nur mit Schuhen bekleidet, von Zeit zu Zeit in das von Pfaden durchzogene angrenzende Wäldchen und den blickdichten Uferbereich. Dort gibt es versteckte Ecken, in denen bereits weitere Männer warten, es kommt regelmäßig zu entsprechenden sexuellen Begegnungen. Die Örtlichkeit wird seit Langem auch in einschlägigen Internetforen und auf speziellen Plattformen als Treffpunkt beworben. Auch einige Paare und vereinzelte Frauen sind in den Sommermonaten rund um die große Wiese „aktiv“.


Nach Angaben der Mahlsdorfer Wahlkreis-Abgeordneten Katharina Günther-Wünsch hat sich die Situation in den vergangenen Wochen jedoch deutlich verschärft. Insbesondere seit den Pfingstfeiertagen seien die Vorfälle spürbar häufiger geworden. „Die Atmosphäre an den Seen ist inzwischen so belastend, dass sich viele Menschen vor Ort nicht mehr wohlfühlen. Eltern schildern, dass sie mit ihren Kindern bestimmte Bereiche meiden. Anwohner berichten, dass sie das Landschaftsschutzgebiet vor ihrer Haustür nicht mehr unbeschwert nutzen können“, so die CDU-Politikerin.


Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, etablierte FKK-Bereiche im Strandbereich oder das Nacktbaden an den Seen infrage zu stellen. Vielmehr richte sich die Kritik gegen die Zunahme öffentlich sexueller Handlungen, Belästigungen und rücksichtslosen Verhaltens gegenüber anderen Besuchern. Nach Auffassung der CDU überschreiten einzelne Vorfälle dabei möglicherweise sogar die Grenze zur Strafbarkeit. So könne etwa die Erregung öffentlichen Ärgernisses in bestimmten Fällen strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.


Die CDU im Bezirk fordert deshalb ein entschlosseneres Vorgehen der zuständigen Behörden. Seit dem 1. Juni sind bereits wieder Parkläufer im Gebiet unterwegs, die auch ein Auge auf die Entwicklung werfen sollen. Künftig sollen nach den Vorstellungen der Partei vor allem Polizei und Ordnungsamt die Situation verstärkt in den Blick nehmen. Vorgesehen sind regelmäßige Kontrollen, eine klare Ansprache vor Ort sowie ein abgestimmtes Vorgehen gegen Belästigungen, Regelverstöße und strafrechtlich relevantes Verhalten. Laut Günther-Wünsch sollen die Kaulsdorfer Seen ein Ort sein, „an dem Menschen jeden Alters, Familien, Kinder und Jugendliche ihre Freizeit genießen“. Und weiter: „Wer diese Toleranz der öffentlichen Stellen also ausnutzt, wer andere belästigt, wer Familien verdrängt oder durch sein Verhalten das ökologische Gleichgewicht und den sozialen Frieden gefährdet, überschreitet eine klare Grenze.“


Ziel sei es nun, die Kaulsdorfer Seen wieder stärker als Erholungsraum für alle Besucher nutzbar zu machen und Konflikte zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen zu entschärfen. Die Entwicklung der kommenden Sommermonate dürfte zeigen, ob die angekündigten Maßnahmen zu einer spürbaren Entlastung der Situation führen.

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