Kita-Preis als Krönung einer besonderen Karriere: Mahlsdorfer Erzieherin nach 45 Jahren im Job ausgezeichnet

Als Liane Paff auf die Bühne gerufen wurde, war sie überwältigt. „Ich habe dort oben überhaupt nichts von der Laudatio mitbekommen. Mir wackelten die Knie, das war wie ein Film, der an mir vorbeigerauscht ist“, erzählt die langjährige Erzieherin der Kita Lutherkids aus der Lutherstraße in Mahlsdorf im Gespräch mit „Alles Mahlsdorf“. Und dann, sagt sie lachend, „sollte ich sogar noch ein paar Worte sagen.“

 

Die Auszeichnung bedeutet ihr viel. Nach 45 Jahren als Erzieherin geht Liane Paff Mitte August in den wohlverdienten Ruhestand. Zwei Jahre lang war sie bereits im Vorruhestand, blieb ihrer Kita aber weiterhin erhalten und unterstützte das Team, wenn auch mit reduzierter Stundenzahl. Ganz loslassen konnte und wollte sie ihren Beruf nie.

 

Dass sie nun mit dem erstmals verliehenen Marzahn-Hellersdorfer Kita-Preis geehrt wurde, verdankt sie vor allem ihren Kolleginnen und Kollegen. „Ich habe ein ganz tolles Team, in dem ich mich immer wohlgefühlt habe“, sagt sie. Gemeinsam hatte dieses beschlossen, sie für die Auszeichnung vorzuschlagen. Mit Erfolg.

 

Für Liane Paff ist die Ehrung eine besondere Anerkennung ihres Lebenswerks. Über viereinhalb Jahrzehnte begleitete sie Kinder auf ihrem Weg, erlebte Generationen von Familien und füllte ihren Beruf stets mit Leidenschaft aus. „Die Kinder geben einem so viel zurück“, sagt sie. Gerade deshalb könne sie sich noch gar nicht richtig vorstellen, wie es sein werde, künftig ohne den täglichen Kontakt zu den Mädchen und Jungen auszukommen. Gleichzeitig freut sie sich auf den neuen Lebensabschnitt und den Ruhestand.

 

Liane Paff gehörte zu insgesamt fünf ausgezeichneten Erzieherinnen aus Mahlsdorf, die bei der feierlichen Preisverleihung geehrt wurden. Neben der 65-Jährigen waren dies Samantha Niemczyk aus der Kita Grashüpfer in der Stralsunder Straße, Claudia Kelle-Feldbinder aus der Evangelischen Kita im Pfarrhufenanger, Pamela Eggert aus der Kita Kinderlachen in der Giesestraße sowie Christin Neupert, Geschäftsführerin der „Emma und Lukas“-Kitas (verschiedene Standorte in Berlin, einer in der Fritz-Reuter-Straße).

Mit dem Marzahn-Hellersdorfer Kita-Preis hat das Bezirksamt erstmals eine Auszeichnung ins Leben gerufen, die Menschen würdigt, die sich mit besonderem Engagement für das Miteinander in den Kindertageseinrichtungen des Bezirks einsetzen. Sämtliche Kitas waren aufgerufen, eine Persönlichkeit aus ihrem Umfeld zu nominieren, die sich in besonderer Weise für das Leben in ihrer Einrichtung engagiert.

 

Insgesamt 28 Frauen und Männer wurden im Arndt-Bause-Saal des Freizeitforums Marzahn ausgezeichnet. Zu den Geehrten gehören Kita-Leitungen, Erzieherinnen und Erzieher, Auszubildende, musikpädagogische Fachkräfte sowie engagierte Eltern und Elternvertretungen. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sowie ihren Familien nahmen sie die Auszeichnungen entgegen. Für den festlichen Rahmen sorgten Auftritte der Tanzschülerinnen des Kindertanzensembles Konfetti, das im Freizeitforum Marzahn trainiert. Zudem würdigte der Bezirkselternausschuss Kita (BEAK) mehrere Elternvertreterinnen für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement und ihren Einsatz für die Interessen von Kindern und Familien im Bezirk.

 

Die Initiative für den neuen Kita-Preis geht auf den Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, Gordon Lemm (SPD) zurück. Er dankte allen Nominierten sowie den Beschäftigten und Ehrenamtlichen in den Kitas des Bezirks. „Jeden Tag leisten die Menschen in unseren Kitas Großartiges. Sie begleiten Kinder auf ihrem Weg, geben ihnen Sicherheit, fördern ihre Entwicklung und stehen Familien mit Rat und Tat zur Seite“, so Lemm, der in naher Zukunft selbst Vater wird. Er sagte weiter: „Mit dem Marzahn-Hellersdorfer Kita-Preis möchten wir dieses Engagement auf großer Bühne sichtbar machen und den Menschen danken, die mit Herz, Fachlichkeit und persönlichem Einsatz unsere Kitas zu lebendigen Orten des Lernens und Miteinanders machen. Alle Nominierten haben diese Anerkennung mehr als verdient“.

 

Für Liane Paff ist der Preis ein emotionaler Schlusspunkt unter eine außergewöhnliche Laufbahn – und ein Zeichen der Wertschätzung für 45 Jahre Einsatz mit Herz für die Kinder.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger auf einem Foto.
Bezirksstadtrat Gordon Lemm interviewt eine Preisträgerin.
Auch Elternvertreterinnen wurden gewürdigt.

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